1. Juli 2020
    Einfache Sprache

    Neues Verfahren zur Früherkennung von Gebärmutterhals-Krebs

    Eine bösartige Zellwucherung im Bereich des Gebärmutterhalses wird häufig ausgelöst durch eine bestimmte Virusinfektion (HPV) im Genitalbereich.
    Bei frühzeitiger Erkennung ist dieser Krebs fast immer heilbar. Erst wenn der Tumor sich weiter ausbreitet, sinken die Chancen zur Heilung. Deshalb spielt die Zeit dabei eine wichtige Rolle. Frauen sollten daher unbedingt die jährliche Untersuchung zur Früherkennung beim Frauenarzt machen lassen. Zum 1. Januar 2020 wurde das Verfahren zur Früherkennung neu organisiert.

    © Louis Reed | unsplash.com

    Die allgemeinen Untersuchungen der inneren und äußeren Geschlechtsorgane bleiben unverändert. Sie sind ein wichtiger Bestandteil der jährlichen Krebs-Früherkennung. Sie werden weiterhin bei allen Frauen ab 20 Jahren durchgeführt. Bei dieser Untersuchung wird bei Frauen im Alter zwischen 20 und 34 Jahren außerdem ein Abstrich vom Gebärmutterhals und vom Gebärmutterhals-Kanal gemacht. Diesen Abstrich nennt man Pap-Abstrich. Er dient dazu Frauen auf mögliche Gewebe-Veränderungen hin zu untersuchen. Wenn ein befund dabei auffällig ist, werden weitere Untersuchungen zur Abklärung vorgenommen.

    Neu seit dem 1. Januar 2020

    • Der Pap-Abstrich wird bei Frauen ab 35 Jahren nur noch alle drei Jahre vorgenommen. Dafür haben sie zusätzlich Anspruch auf einen Test auf bestimmte Viren, sogenannte Humane Papillomviren. Das ist der HPV-Test.
      Mit diesem Test wird der Gebärmutterhals auf einen möglichen Infekt mit HP-Viren untersucht.
    • Die Untersuchung auf Zellveränderungen nach der Entnahme des Abstrichs wird nun so gemacht: Es gibt ein Verfahren mit dem Namen Dünnschicht. Das bedeutet: Die entnommenen Zellen werden in einer speziellen Flüssigkeit ausgewaschen und erst dann auf einem Objektträger abgestrichen und untersucht. Früher wurden die Zellen direkt auf dem Objektträger aufgestrichen. Das Dünnschicht-Verfahren verbessert die Begutachtung der Zellen unter dem Mikroskop.

      Erklärung: ein Objektträger ist ein bestimmtes Material für Labor-Untersuchungen. Meistens ist es eine Fläche aus Glas oder ein Behälter aus Glas. Diese Objektträger werden gut verschlossen an ein Labor geschickt. Dort wird dann alles unter einem Mikroskop untersucht.

    • Frauen im Alter zwischen 20 und 65 Jahren erhalten jetzt alle fünf Jahre eine Einladung von ihrer Krankenkasse zur Früherkennungs-Untersuchung. Dieses Schreiben enthält außerdem allgemeine Informationen zu dem Früherkennungs-Programm.

    Bitte beachten Sie: Die Untersuchung können alle Frauen ab 20 Jahren in Anspruch nehmen. Ganz egal, ob sie eine Einladung von ihrer Krankenkasse erhalten haben. Außerdem gibt es keine obere Altersgrenze für die Früherkennung.

    Das gilt für Privat-Versicherte: Privat versicherte Frauen haben in der Regel ebenfalls einen Anspruch auf Früherkennung von Gebärmutterhals-Krebs. Die Einzelheiten dazu regelt der jeweils abgeschlossene Vertrag mit der privaten Krankenkasse.

    Rebecca Schwarz

    Schlagworte Gebärmutterhalskrebs | Vorsorge | Krebs | Früherkennung

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