4. November 2019
Einfache Sprache

„Selbstbewusst sein, selbstbewusst auftreten!“:
Mitgliederanstieg auf Bezirkskonferenz thematisiert – VdK- Pflegeaktion geht weiter

Im September 2019 hat der Sozialverband VdK die Zwei-Millionen-Marke überschritten. Der anhaltende Mitgliederaufschwung seit der 1990er- Jahre fand so einen vorläufigen Höhepunkt. Auch die Konferenz des Bezirksverbands Nordwürttemberg in Waldenburg hatte dies zum Thema.

Engagiert vertrat Roland Sing vor dem Plenum seine Argumente. | © Britta Bühler/VdK


Bezirks-Geschäftsführer Hans-Josef Hotz hob dabei hervor: Die Mitgliederkurve verlaufe gerade in Nordwürttemberg wieder steiler nach oben, als noch in den Vorjahren. Rund 72000 Menschen gehören in diesem Bezirksverband dazu. Landesweit sind es 237000 Menschen aus allen Altersgruppen und gesellschaftlichen Schichten. Hotz betonte, dass sich auch der Altersdurchschnitt auf 63 Jahre gesenkt hat. Und: „80 Prozent der fast 200 hauptamtlichen VdK-Beschäftigten im Südwesten sind ebenfalls VdK-Mitglieder.“

Hotz sagte auch: „Der VdK-Baden-Württemberg hat einen großen Anteil am bundesweiten Aufschwung.“ Zugleich hob der Landes- und Bezirksvorsitzende Roland Sing im Tagungshotel aber auch hervor: Es gehe nicht darum, mit diesen hohen Zahlen anzugeben. Vielmehr sollte es heißen: „Selbstbewusst sein, selbstbewusst auftreten!“ Die Vorstände sollten VdK-Anliegen selbstbewusst in der Öffentlichkeit vertreten. Man könne schließlich als mitgliederstarker Verband mehr erreichen als bei schwindenden Mitgliederzahlen. Ob vor Ort, in der Region oder in Bund und Land. Und Hotz ergänzte: „Nur ein mitgliedstarker Verband wird von der Politik ernstgenommen!“

Ehrenamtler gesucht

Aber es wurde bei aller Freude über diesen Aufschwung in den Gesprächen auch gesagt, dass es Sorgenfalten gibt. Mehrere Kreisvorsitzende schilderten manche Probleme von Ortsverbänden. Nämlich, aktive Mitglieder für die ehrenamtliche Vorstandsarbeit zu finden. Sie zeigten aber auch Lösungsmöglichkeiten auf. Zum Beispiel, das direkte Anschreiben oder Ansprechen von Mitgliedern. Insbesondere auch das Ansprechen von Neu-Mitgliedern und Neu-Ruheständlern.

Landesvorsitzender Roland Sing erinnerte in diesem Zusammenhang nochmals daran: Rund 400 AOK-Beschäftigte gehen jedes Jahr in den Ruhestand. Geschäftsführer Hotz verwies auf weitere Kassen und deren Möglichkeiten an einem VdK-Ehrenamt interessierte Ruheständler.

Hans-Josef Hotz stellte auf der Konferenz aber auch das Projekt des Bezirksverbands Nordbaden vor. Es organisiert unter anderem „Ehrenamtscafés“. Und es soll auf Kreisverbandsgröße ausgeweitet werden. Im Kreisverband Heilbronn soll es daher bald solche Ehrenamtscafés geben. Das verriet Vorsitzender Frank Stroh in Waldenburg. Und bei sehr kleinen Ortsverbänden könne auch ein Zusammenschluss eine Lösung sein, merkte Kreischefin Martina Heer an.

Hotz hatte in seiner Rede auch an den erfolgreichen VdK-Gesundheitstag 2019 erinnert. Der fand diesmal bereits Mitte September statt. Er war von rund 1300 interessierten Menschen besucht worden. Der Landesgeschäftsführer unterstrich nochmals die große Bedeutung der VdK-Pflegeaktion 2019 „Pflege macht arm!“

Hans-Josef Hotz präsentierte erfreuliche Zahlen. | © Britta Bühler/VdK

Sie war beim Gesundheitstag in der Liederhalle Stuttgart das Schwerpunkt-Thema.
Denn: „Baden-Württemberg ist besonders teuer für Pflegebedürftige“, sagte Hans-Josef Hotz. Und er bat um weitere Unterstützer-Unterschriften. Hotz und Landesvorsitzender Roland Sing hatten gut 30 Gesprächstermine mit der Politik und mit großen Pflegedienst-Anbietern geführt in Sachen Pflege und Pflegeinvestitionskosten.

Erklärung: Pflegeinvestitionskosten sind Kosten, die für den Bau und die Instandhaltung von Pflegeinrichtungen benötigt werden. Dazu gehören aber auch die Ausbildungskosten für Pflegeberufe und Gegenstände der Einrichtung.

70 000 Unterschriften

Vorsitzender Roland Sing stellte in seinem Vortrag klar, dass die Daseinsvorsorge auch für die Pflege zu gelten habe. Und er war erfreut über die 70 000 Unterschriften, die zwischenzeitlich gesammelt wurden. Je mehr Unterschriften, umso wirksamer könne man die Forderung nach Rückkehr des Landes zur Förderung der Pflegeinvestitionskosten vertreten. Roland Sing verwies zugleich auch daraufhin: Neben den geführten Gesprächen mit Politikern waren auch an der VdK-Pflegeaktion Landräte und Bürgermeister interessiert. So mancher von ihnen teile die VdK-Kritik. Und er stellte fest: „Da ist ein Stück Bewegung drin!“

Außerdem gab er den Teilnehmern der Konferenz nochmals zu bedenken: „Die private Pflegeversicherung hat mit ihrem günstigeren Versicherungsaufbau 34 Milliarden Euro auf der hohen Kante. Zwei parallele Versicherungs-Systeme bei gesetzlich geregelten gleichen Leistungen machen keinen Sinn.“

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Britta Bühler
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