6. März 2019
    Einfache Sprache

    Brüssel im Gespräch mit dem Schwäbischen Tagblatt

    2019 ist Brüssel schon 10 Jahre an der Spitze des Kreisverbands. Außerdem steht er dem Ortsverband Pfrondorf bereits seit 15 Jahren vor. Der 71-Jährige kennt den VdK aber schon von Kindesbeinen an. Sein Vater gründete 1949 den Ortsverband Pfrondorf. Sein Vater war im Zweiten Weltkrieg verwundet und in Kriegsgefangenschaft geraten. Bei der Gründung des Ortsvereins Pfrondorf war Manfred Brüssel 2 Jahre alt. Sein Vater war 32 Jahre lang Ortsvorsitzender. In dieser Zeit kam das Kind Manfred oft mit dem VdK in Kontakt. Er erlebte häufig, wie fremde Leute zu den Brüssels heimkamen, um sich vom Vater bei Anträgen an die Ämter helfen zu lassen. Insbesondere die ratsuchenden Frauen hatten zuerst bei Brüssels Mutter in der Küche gesessen und Kaffee getrunken. Und sie wurden anschließend auch beraten. Daran erinnert sich Brüssel im Gespräch mit Lisa Maria Sporrer vom Schwäbischen Tagblatt. Damals ging es besonders darum: Die Versorgung der Kriegsbeschädigten. Um die Kriegswitwen und Kriegswaisen. Und um die Versorgung der Frauen und Kinder, deren Ehemänner und Väter in Kriegsgefangenschaft waren.
    Die schiere Existenznot hatte viele Menschen dazu bewegt, zum „Verband der Kriegsbeschädigten, Kriegshinterbliebenen und Sozialrentner Deutschlands“ zu kommen.
    So hieß der Verband damals. Dieser Name hatte bis 1994 Bestand. Ab da wurde er dann geändert in „Sozialverband VdK“.

    Vielfach aktiv
    Manfred Brüssel ist pensionierter Bankkaufmann. Er ist auch ehrenamtlich als Bezirksverbands∙schatzmeister von Südwürttemberg-Hohenzollern tätig. Er informierte zudem über den heutigen VdK-Sozialrechtsschutz. Da arbeiten hauptamtliche Juristen, zum Beispiel, in der Tübinger Eugenstraße. Dort geht es vielfach um Streitfälle mit gesetzlichen Krankenkassen. Oder um Rentenfragen. Oder um Reha-Fragen. Das sind alles Themen, die man mit 30 Jahren noch nicht hat. Manfred Brüssel sagte dies auch mit Blick auf das Durchschnittsalter von 63 Jahren in seinem Ortsverband.
    Brüssel sagte noch im Gespräch mit der Zeitung, wie familiär der Verband früher war.
    Es hatte viele gemeinsame Unternehmungen für die Mitglieder gegeben. Sie hatten sich als Schicksalsgemeinschaft verstanden. Auch heute noch gehören regelmäßige Ausflüge dazu.
    Auch Feiern zu verschiedenen Anlässen. Oder auch Mitgliedertreffs, Info-Veranstaltungen und örtliche Sprechstunden. Den familiären Charakter aber von damals gebe es nicht mehr. Und in seiner Küche würde auch niemand mehr Kaffee trinkend auf eine VdK-Beratung warten, sagte Brüssel im Presse-Interview. Er sagte auch, dass es schwierig ist Menschen für das VdK-Ehrenamt zu finden. Und speziell jemanden für das Vorstandsamt. Denn dafür braucht es in der Regel einen gewissen Vorlauf. Weil unbesetzte Ämter auf Ortsebene und Kreisebene zu besetzen sind.
    Brüssel beschrieb auch, wie seine Arbeit als Ortsverbands∙vorsitzender aussieht.
    Rund zehn Veranstaltungen sind alljährlich zu organisieren. Darunter sind auch Vortragsveranstaltungen, Feiern und gesellige Treffen. Denn auch im Jahr 2019 gehört das gesellige Miteinander dazu.
    Brüssel informierte auch darüber, dass es regelmäßige wichtige bundesweite und landesweite VdK-Aktionen gibt. Diese sollen von den Orts- und Kreisverbänden aktiv unterstützt werden. Manfred Brüssel hatte so mit seinen Mitstreitern bei der großen VdK-Kampagne „Weg mit den Barrieren“ in den Jahren 2016 und 2017 mitgemacht. Dazu hatte er alle Gemeinderats-Fraktionen angeschrieben und wollte damit das erreichen: die Neckargasse sollte behindertengerecht bepflastert werden. Ebenso hatte er die Ergenzinger VdKler unterstützt für einen barrierefreien Bahnhof zu kämpfen.
    Es geht auch immer darum, dass man über wichtige sozialpolitische Fragen und Entwicklungen auf dem Laufenden ist. Deshalb hatte das Pressegespräch auch einen sozialpolitischen Anteil, bei dem es auch um Rentenfragen ging. Brüssel wies auf den VdK-Einsatz in Sachen Mütterrente hin. Und er erneuerte die Verbandsforderung nach Gleichbehandlung aller Mütter. Und der Forderung nach Steuerfinanzierung der Mütterrente.
    Erklärung: Der VdK fordert, dass die Mütterrente aus den Einnahmen aus Steuern bezahlt wird. Die Rente selbst wird aus der Rentenkasse bezahlt. Aber die Rentenkasse soll entlastet werden.

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