14. Januar 2019
Einfache Sprache

„Baustellen in Rente und Pflege angehen!“

Roland Sing möchte eine ausgewogene Sozialpolitik - Gute Wünsche zum Jahreswechsel 2018/2019

Liebe Mitglieder des VdK Baden-Württemberg,
für den Sozialverband VdK war 2018 ein ganz besonderes Jahr.
Unser langjähriger Präsident Walter Hirrlinger hat uns im Alter von 92 Jahren für immer verlassen. Wir sind ihm dauerhaft und unendlich dankbar für seinen Einsatz. Und für seinen sozialen Einsatz für die Menschen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. In der Trauerfeier für Präsident Walter Hirrlinger wurden sein Wirken und sein Einsatz für soziale Gerechtigkeit sichtbar gemacht.

Das Jahr 2018 war ein arbeitsreiches Jahr. Aber es war auch ein erfolgreiches Jahr. Es konnte erreicht werden, dass ab 1. Januar 2019 die gesetzliche Krankenversicherung wieder zu gleichen Teilen von Versicherten und Arbeitgebern zu finanzieren ist. Und dies kommt auch allen Rentnerinnen und Rentnern zugute. Zudem gibt es Verbesserungen im Bereich der Pflege, insbesondere für Pflegekräfte. Wir fordern aber auch immer noch, dass die Regierung die „Soziale Spaltung“ stoppt. Der Sozialverband VdK fordert einen Kurswechsel und setzt seine Kampagne „Soziale Spaltung stoppen“ fort.

Wir wiederholen unsere Kernforderungen:
„Die Rente muss zum Leben reichen“, „Gesundheit und Pflege müssen bezahlbar sein“, „Altersarmut muss gezielt bekämpft werden“, „Behinderung darf kein Nachteil sein“, „Wohnen muss bezahlbar sein“. Und „Vermögen muss besser und gerechter verteilt werden!“

Die Regierung ist bemüht Verbesserungen zu erreichen. Sie muss sich aber an den Forderungen des Sozialverbands VdK messen lassen.
Besonders das beschlossene Rentenpaket 2018 geht nicht weit genug. Darin geht es um die Stabilisierung der Renten bei 48 Prozent.
Erklärung: Das bedeutet, dass 48 Prozent der Einkommen aus der Arbeit aller Arbeitnehmer die Grundlage für die Rentenberechnung ist.

Weitere Forderungen des VdK sind: die Verbesserung der Mütterrente. Zudem gehen uns die Schritte bei der Erwerbsminderungs-Rente nicht weit genug. Wir vermissen auch die Beteiligung an der eingesetzten Rentenkommission.
Erklärung: Die Rentenkommission ist eine Gruppe von Fachleuten, die über die Renten diskutiert und Vorschläge macht. Der VdK ist der größte Sozialverband Deutschlands und wird daran nicht beteiligt.

Dies hält uns aber nicht davon ab: Wir fordern von den dort Beteiligten eine Weitsicht bis mindestens zum Jahr 2040. Damit soll die Rente Generationen-gerecht und nachhaltig gesichert werden. Eine große Herausforderung ist die zukunftsfeste Finanzierung und Organisation der Pflegeversicherung. So schön Sofortprogramme dort sind, die Lösungsansätze müssen doch grundlegender sein. Ein Solidarausgleich der privaten Pflegeversicherung zugunsten der gesetzlichen Pflegeversicherung wäre ein Anfang.
Erklärung: mit Solidarausgleich ist gemeint: Die private Pflegeversicherung hat Vorteile gegenüber der gesetzlichen Pflegeversicherung. Dadurch entsteht eine Ungerechtigkeit. Hier soll es einen Ausgleich geben, fordert der VdK.

Wir halten es für falsch, den Pflegebeitrag für die gesetzliche Pflegeversicherung um 0,5 Prozent zum Januar 2019 zu erhöhen.

Altersarmut verhindern Wir müssen deutlich für weitere Themen eintreten. Altersarmut muss für kommende Generationen verhindert werden. Daher verlangen wir eine Heraufsetzung der Rente auf 50 Prozent (bisher sind es, wie schon gesagt, 48 Prozent).
Wir müssen ebenso in Sachen Erwerbsminderungs-Rente am Ball bleiben.
Es muss auch Verbesserungen für die Bestandsrentner geben. Die Abschläge von 10,8 Prozent auf die eh schon geringen Erwerbsminderungs-Renten müssen endlich abgeschafft werden. Sie führen zur Armut der Betroffenen. Das ist auch der Grund für das Bündnis gegen Altersarmut in Baden-Württemberg. Das Bündnis ist ein Zusammenschluss aus 32 Organisationen. Hierbei wirkt der VdK von Beginn an mit und hat diese Forderungen zur Armutsbekämpfung aufgegriffen. Denn ohne einen Kurswechsel geht die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander. Damit schwindet der soziale Friede. Es drohen gewaltsame Auseinandersetzungen. Und auch Hass gegenüber Minderheiten. Heute sind es die Flüchtlinge, morgen ausländische Mitbürger, dann Menschen mit Behinderung, chronisch Kranke, Pflegebedürftige, Ältere. Es ist nicht auszudenken, wie es weitergehen könnte, wenn nicht gegengesteuert wird.

Bezahlbarer Wohnraum 2019 wird sich der Sozialverband VdK weiter gezielt für eine soziale Wohnungspolitik einsetzen. Denn fehlender bezahlbarer Wohnraum kann zu sozialen Unruhen führen. Aber auch die soziale Infrastruktur der Städte ist gefährdet.
Erklärung: soziale Infrastruktur ist die Gesamtheit der sozialen Möglichkeiten, die es in einer Stadt oder Gemeinde gibt. Zum Beispiel, dass es gute Einrichtungen für die verschiedenen Gruppen einer Gemeinde gibt (Jugendeinrichtungen, Altenheime, Pflegedienste, Einkaufsmöglichkeiten, Verkehrsmöglichkeiten und so weiter).

Denn wie sollen Pflegekräfte, Krankenschwestern, Busfahrer, Verkäuferinnen und weiteres Personal gewonnen werden, wenn es diesen Menschen nicht möglich ist eine bezahlbare Wohnung zu finden.
Problematisch ist auch, dass barrierefreie und altersgerechte Wohnungen fehlen. Daher bin ich sehr froh, dass der VdK- Baden-Württemberg 2018 jetzt landesweit eine Wohnberatung anbieten kann. Die ist auch einer tatkräftigen Unterstützung ehrenamtlicher Mitarbeiter zu verdanken. Mittlerweile ergänzen 30 Beraterinnen und Berater unser hauptamtliches Angebot. Für diesen Einsatz danke ich Ihnen herzlich.

Menschen gewinnen Mein größter Dank gehört den vielen Vorstandsmitgliedern in unseren rund 1200 Orts- und Kreisverbänden. Sie leisten Jahr für Jahr wertvolle örtliche Betreuungs-Arbeit. Sie organisieren Sprechstunden, Veranstaltungen und Ausflüge und bieten so vielen Menschen eine soziale Heimat.
Mein Dank gilt auch unseren hauptamtlichen Kräften. Zum Beispiel, den mehr als 50 Sozialreferenten und deren Mitarbeitern. Sie sorgen dafür, dass unsere Mitglieder auch zu ihrem Recht kommen. Die alljährlichen Millionen an Nachzahlungen bezeugen dies eindrucksvoll. Ich sehe da auch einen Zusammenhang mit den Mitgliederzahlen. In diesem Sommer konnten wir die 230 000er -Mitgliedermarke überschreiten.
Auch sonst kann sich unser Mitgliederservice sehen lassen. Wir haben ihn seit Jahren konsequent ausgebaut. Hier sind ebenfalls Ideen und Einsatz gefragt. Und wir müssen stets den Spagat schaffen zwischen Erhalt und Weiterentwicklung, Tradition und Fortschritt, Jung und Alt. Es betrifft auch die Entwicklung der digitalen Welt. Und langjährige und neue VdK-Mitglieder. Egal ob im Hauptamt oder im Ehrenamt. Dies ist eine verantwortungsvolle und zugleich sehr spannende Aufgabe!
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine schöne Advents- und Weihnachtszeit. Ich wünsche Ihnen erholsame Tage zwischen den Jahren. Und für das Jahr 2019 Gesundheit, Elan, Zufriedenheit und Erfolg!

Ihr Roland Sing
Landesverbands-Vorsitzender

Schlagworte Rente | Forderungen | Mütterrente | Altersarmut | Wohnraum | Einfache Sprache

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