14. September 2018
Einfache Sprache

Wohnen im Alter und Frauenrechte thematisiert

Tübinger Kreisfrauentag im Schloss-Saal Bühl – Architekt Ernst-Werner Briese zu Gast

von links: Ursula Moosburger, Architekt Ernst-Werner Briese und Sandra Hertha | © Klaus Kuhm

Im Jahr 2018 haben Frauen in Deutschland bis zum 18. März „umsonst“ gearbeitet. An diesem Tag war der sogenannte Equal Pay Day (EPD).
Erklärung: Equal Pay Day ist der Tag, an dem jedes Jahr an die großen Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern hingewiesen wird.

In Deutschland beträgt dieser Unterschied derzeit 21 Prozent. Das ergibt die 77 Tage, die Frauen länger arbeiten müssen, damit sie auf den gleichen Lohn, wie Männer kommen.

Auf diesen Missstand wies Sandra Hertha beim Kreis∙verbands∙frauentag in Tübingen-Bühl hin. Sie ist Bezirks∙verbands∙geschäfts∙führerin von Südwürttemberg-Hohenzollern. Sie nahm an der traditionellen Tagung der Tübinger VdK-Frauen teil.
Die Geschäftsführerin sprach auch über Altersarmut. Altersarmut betrifft Frauen häufiger als Männer. Das ist eine Folge von vielen Benachteiligungen während der Zeit der Erwerbstätigkeit.
Zu dem Tübinger Kreisfrauentag waren 25 Frauenvertreterinnen und Betreuerinnen gekommen. Dazu hatte Ursula Moosburger in den Schloss-Saal eingeladen.
Moosburger ist Bezirks∙verbands∙frauen∙vertreterin.

Sandra Hertha hob in ihrem Vortrag auch die Bedeutung des Weltfrauentags hervor.
Er wird seit über 100 Jahren immer am 8. März begangen.
Sandra Hertha informierte auch über die Inhalte des Koalitionsvertrags der großen Koalition in Berlin, die speziell für Frauen geschrieben wurden. Da sind beispielsweise Verbesserungen bei der Mütterrente vorgesehen. Und die Einführung einer Grundrente, die zehn Prozent oberhalb der Grundsicherung liegt. Sie gilt für Personen, die mindestens 35 Jahre Rentenbeiträge bezahlt haben.

Gleichberechtigung
Moosburger erinnerte in ihrer Rede auch daran: Vor 100 Jahren wurde das Frauenwahlrecht eingeführt. Das war am 30. November 1918.
Sie betonte, dass aber 100 Jahre danach (also heute) die Gleichberechtigung noch nicht in allen Bereichen angekommen ist. Viele Frauen seien im Alter armutsgefährdet, weil sie geringe Rentenansprüche haben. Frauenarmut lasse sich nur mit höheren Löhnen bekämpfen. Und mit einer anderen Berufswahl. Zum Beispiel, mit Ausbildungen in technischen Berufen.
Moosburger ermunterte die Frauen, sich auch weiterhin im Sozialverband VdK in ihren Ortsverbänden einzubringen. Und damit die Interessen der Frauen aktiv zu vertreten.
Wichtig sei auch, weitere Frauen zu gewinnen für die Frauenarbeit im Verband.

„Wohnen im Alter“ war diesmal Schwerpunkt∙thema der Veranstaltung 2018.
Es ist ein Thema, das besonders Frauen betrifft.
Die weibliche Bevölkerung ist noch stärker als Männer in die Pflege zu Hause eingebunden. Aber auch sonst sind Frauen zahlenmäßig stärker von Alter und hohem Alter betroffen. Und von den Erschwernissen. Gerade auch beim Wohnen alleine und in Wohnungen, die nicht barrierefrei sind. Sie wohnen zudem oft in Orten oder Stadtvierteln, die nicht seniorengerecht sind.

Wohnberatung
Ursula Moosburger konnte den Architekten Ernst-Werner Briese als Hauptredner gewinnen.
Er wirkt im Landkreis Tübingen als ehrenamtlicher Wohnberater des Kreisseniorenrats. Er stellte fachmännisch und verständlich die Schwerpunkte seiner Beratungstätigkeit dar. Briese bietet seine Beratung immer mit der Frage an: „wo, wie und mit wem will ich wohnen?“.
Seine Wohnberatung wird häufig aufgesucht. Mit seiner Beratung will er „das Wohnen daheim“ ermöglichen. Es soll eine möglichst barrierefreie oder rollstuhlgerechte Wohnung sein. Bei Bedarf auch mit ambulanter Versorgung.
Den Ratsuchenden schlägt er verschiedene Lösungen vor. Zum Beispiel: Hilfsmittel, also Haltegriffe, Möbel, WC-Sitze, Badewannenlifter. Aber auch bauliche Maßnahmen wie Türverbreiterung, Rampen, der Einbau einer begehbaren Dusche und der Einbau eines Treppenlifts. Auch Waschbecken unter die man mit einem Rollstuhl fahren kann. Barrierefreie Küchen oder angepasste Fußböden sind sein Thema. Das betrifft zum Bespiel die Beseitigung von Schwellen und Stolperfallen. Und geänderte Fußbodenbeläge.
Briese gab auch Tipps zu der Finanzierung über die Pflegekassen und die gesetzlichen Krankenkassen. Oder auch über Zuschüsse und Kredite durch die KfW-Bank. Das ist die Kreditanstalt für Wiederaufbau.
In seinem Vortrag kamen auch solche Dinge zur Sprache: Beratung bei Umbau, Neubau, Kauf, Anmietung. Oder auch Planungen im Hinblick auf die Barrierefreiheit.
Briese verdeutlichte sein Beratungsangebot mit vielen praktischen Beispielen.
Anschließend konnte er noch viele praktische Tipps bei den Gesprächen geben.

Organisatorin Moosburger informierte über das Wohnberatungs∙angebot, das im Jahr 2016 landesweit begonnen hat. Sie verwies auf die ersten ehrenamtlichen VdK-Wohnberater, die im Januar 2018 mit ihrer Tätigkeit begonnen haben. (Wir berichteten mehrfach).
Im Einzugsgebiet des VdK-Kreisverbands Tübingen wird diese Aufgabe seit Jahren vom Kreisseniorenrat ausgeführt. Er berät ehrenamtlich und kostenlos Ältere im Auftrag des Landkreises. Und zwar bei allen Fragen rund ums barrierefreie Wohnen.
Architekt Briese steht dort als ehrenamtlicher Wohnberater zur Verfügung.

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