12. Juni 2018
Einfache Sprache

Leichter, sicherer – einfach besser

VdK-Mitglied Franz Kiefer setzt moderne Kniegelenk∙prothese durch

Nach einem Unfall musste VdK-Mitglied Franz Kiefer aus Baden-Württemberg sein rechter Unterschenkel amputiert werden. Er wollte sich nicht mit der Standartversorgung zufriedengeben. Er benötigte ein spezielles Prothesen∙system, um weiterhin am Leben teilhaben zu können. Mithilfe des VdK-Offenburg gelang es ihm, dieses bei der gesetzlichen Krankenkasse durchzusetzen.

Franz Kiefer (70) ist hoch zufrieden über den erfolgreichen Widerspruch bei der AOK und sagt: „Ein wirklich sehr gutes Ergebnis.“ „Ich will mit meinem Beispiel auch anderen Betroffenen Mut machen, sich nicht von Ablehnungen der Krankenkasse abschrecken zu lassen. Die Patienten sollen sich Hilfe und Unterstützung holen“, sagt Kiefer.
Er selbst hatte sich an den Sozialrechts∙referenten Harry Krellmann, von der gemeinnützigen VdK Sozialrechtsschutz gGmbH Baden-Württemberg, gewandt.
Kiefer sagt: „Das ganze Verfahren war derart nervenaufreibend, dass ich Herrn Krellmann umso dankbarer für seine Unterstützung bin.“ Vor allem die Verzögerungen und das Hinhalten der Kasse seien für ihn schlimm gewesen. Das Ganze habe sich über ein Jahr hingezogen.
Schon bei den ersten Terminen hatte Kiefer seinen Wunsch dem AOK-Beauftragten und dem Prothesen∙techniker nach optimaler Ausstattung und Versorgung mitgeteilt.
„Dennoch wurde ich mit einer sogenannten Standart∙prothese ausgestattet.
Ich habe nachgeforscht und erfuhr, dass es weit bessere Möglichkeiten gibt. Ein elektronisches, mikroprozess∙gesteuertes Kniegelenk bietet mehr Lebensqualität und eine bessere Alltagsbewältigung,
sagt Kiefer.
Er nahm mit einem Sanitätshaus Kontakt auf und stellte einen Antrag auf eine Versorgung mit einem C-Leg-4-Kniegelenksystem. Das ist ein elektronisches Kniegelenk, das an die Oberschenkel∙prothese montiert wird. Doch die Kasse lehnte den Antrag ab, auch wegen der Kosten von rund 29 000 Euro.
Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) empfahl stattdessen ein Kenovo-Kniegelenk.
Anmerkung der Übersetzerin: Die Fachbegriffe der beiden unterschiedlichen Kniegelenk∙systeme können nur von einem Fachmann genau erklärt werden.
Daher bitte ich die Leserin und den Leser einfach festzuhalten, dass die Standartangebote der Kassen oft nicht die Hilfestellungen bieten, die ein Patient für die Bewältigung des Alltags benötigt. Und dass ein Patient häufig bessere Bedingungen erstreiten muss. Genau das ist ein wichtiger Teil, den der VdK-Sozialverband für seine Mitglieder als Service bietet.

Herr Kiefer legte mithilfe des VdK-Sozialreferenten Harry Krellmann Widerspruch ein.
Krellmann wies auch darauf hin, dass Franz Kiefer mit dem mechanischen Kniegelenk in der Vergangenheit mehrfach gestürzt sei und nicht sicher gehen könne.
Der Test des Kenovo-Kniegelenks habe ergeben, dass es nicht annähernd die Gangsicherheit herstellen könne, wie das C-Leg-4.
Kiefers Hausarzt bestätigte, dass die C-Leg-4-Prothese sinnvoll und notwendig sei.
Sie ist leichter, und der 70-Jährige kann sich mit ihr besser und schneller bewegen.
Zum Beispiel beim Wandern und Angeln. Auch die Sturzgefahr und die Stolpergefahr sind deutlich geringer. Zudem kann er mit der C-Leg-Prothese Rad fahren. Das ist mit dem Kenovo-Kniegelenk nicht möglich.
Nach erneuter Vorlage beim Medizinischen Dienst der Krankenversicherung teilte die AOK im Dezember 2017 endlich mit, dass sie die gewünschte Versorgung mit einer Oberschenkelprothese mit C-Leg-4-Funktions∙bauteil bewillige. Sie teilte auch mit, dass sie das Sanitätshaus dementsprechend informiert habe.

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