Einfache Sprache

Sozialarbeiter Wehl und Hapatzky beraten Heimopfer

Betroffene aus Behinderteneinrichtungen können Ausgleichsansprüche bis Ende 2019 in VdK-Landesgeschäftsstelle beantragen.

© VdK

Seit gut einem Jahr gibt es die Stiftung Anerkennung und Hilfe.
Die Stiftung will helfen Leid und Unrecht in Behindertenheimen und Psychiatrien anzuerkennen. Und sie will Menschen, die damals als Kinder und Jugendliche schlimme Erfahrungen machten, helfen das aufzuarbeiten.
Sie will auch helfen Anträge für Leistungen zu stellen. Für diese wichtige Arbeit stehen seit April 2017 Jutta Wehl und Frank Hapatzky in der Stuttgarter VdK- Landesgeschäftsstelle zur Verfügung.
Der Sozialverband VdK-Baden-Württemberg ist Träger der baden-württembergischen Anlauf- und Beratungsstelle. Sie gehört zur bundesweiten Stiftung.
Die beiden Sozialarbeiter weisen darauf hin: Menschen, die früher als Minderjährige in Behindertenheimen und psychiatrischen Einrichtungen Unrecht erlitten haben, können über ihr Leid sprechen. Sie können bei Hapatzky und Wehl auch ihren Antrag auf mögliche Leistungen der Stiftung stellen.
Die Betroffenen haben oft persönliches Leid, wie zum Beispiel, körperliche und seelische Gewalt erfahren. Oft auch sexuelle Gewalt.
Sie mussten Unrecht in Heimen erdulden, wie Kinderarbeit. Aber auch Arbeit ohne angemessene Entlohnung.
Häufig bekamen die Betroffenen auch keine Schul- oder Berufsausbildung. Und keine medizinische Versorgung. Daraus entstehen häufig beträchtliche Folgen wie körperliche Schäden, Schlafstörungen, Depressionen, und frühzeitige Erwerbsunfähigkeit.
Es ist nicht bekannt, wie viele Menschen betroffen sind. Man schätzt, dass bundesweit mehr als 240 000 Kinder und Jugendliche in solchen Einrichtungen untergebracht waren. Etwa 100 000 von ihnen könnten damals Leid erfahren haben.

Leistungen Diese Menschen können ihr Leid schildern und Unterstützungsleistungen bekommen. Damit können sie mit ihrer schwierigen Lebensgeschichte abschließen.
Es gibt eine einmalige Geldleistung in Höhe von 9000 Euro. Oder auch eine einmalige Rentenersatzleistung von bis zu 5000 Euro, wenn Kinder und Jugendliche damals ohne Lohn arbeiten mussten.
Jutta Wehl und Frank Hapatzky informieren auch darüber.
Sie helfen auch bei Bedarf, die Akten darüber zu finden. Und sie sprechen mit Zeitzeugen, um Ansprüche auf Leistungen anmelden zu können.
Jutta Wehl betont: „Viele Betroffene können über ihr damaliges Leid nicht mehr reden. Es ist uns wichtig, neutral zu bleiben. Unrechterfahrungen in Heimen der Bundesrepublik werden nur aus der Zeit vom 23. Mai 1949 bis 31. Dezember 1975 anerkannt.
Bei Menschen, die nicht mehr mobil sind, könne man auch zu den Betroffenen nachhause kommen und beraten.
Für Betroffene aus Baden- Württemberg, die früher in Behindertenheimen und in psychiatrischen Einrichtungen der DDR waren, gilt der Zeitraum vom 7.Oktober 1949 bis zum 2. Oktober 1990. Noch bis zum Jahresende 2019 können Betroffene mit Wohnsitz in Baden-Württemberg bei den beiden Mitarbeitern der Beratungsstelle ihren Antrag stellen.
Diese Leistungen der Stiftung werden von Bund, Ländern und Kirchen gemeinsam finanziert. Es spielt dabei keine Rolle, in welchem Bundesland die Betroffenen untergebracht waren.

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