Einfache Sprache

Herzschwäche und Patientenvorsorge

Über 100 Teilnehmer kamen zum Herbstinfotag in Bad Buchau

Helmut Stebner leitet den Kreisverband Biberach. Er hatte zum traditionellen Herbstinfotag zwei bedeutende Redner eingeladen.

Zunächst sprach im schönen Königsaal der Schlossklinik der leitende Oberarzt der Sana-Kliniken Biberach, Dr. Michael Böhringer.
Das Thema hieß: Herz unter Stress – Bluthochdruck, Diabetes, Cholesterin.
Anschließend sprach Notar Hermann Frey über Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht.

Dr, Böhringer erklärte, dass etwa drei Millionen Menschen in Deutschland unter einer Herzschwäche leiden. Die typischen Beschwerden dabei sind: Atemnot, Leistungsschwäche, Schwellungen in Beinen und Knöcheln.
Dr. Böhringer betonte aber, dass die Herzschwäche keine eigenständige Erkrankung ist. Sie ist vielmehr eine Folge anderer Herzerkrankungen. So führt zum Beispiel langjähriger Bluthochdruck zu Herzschwäche, wenn er nicht ausreichend behandelt wird. Patienten mit Bluthochdruck schützen sich am besten durch eine Blutdrucksenkung unter 140/90 mm Hg.
Erklärung: Dieser Wert entsteht aus dem Druck, den das Herz in den Kreislauf pumpt. Wenn Patienten älter als 80 Jahre sind, ist auch ein Wert von 150/90 mmHg noch okay, sagt Dr. Böhringer. Er betonte, wie wichtig ein gesunder Lebensstil ist.
Das bedeutet: Nichtrauchen, wenig Alkohol und sehr viel Bewegung. Zudem Übergewicht abbauen.
Falls nötig, sollte man Medikamente zum Blutdruck senken einnehmen. Eine Umstellung der Essgewohnheiten ist auch hilfreich. Mediterrane Küche mit viel Gemüse und Obst ist gut.
Erklärung: Mediterrane Küche ist das, was in den Ländern am Mittelmeer gekocht wird. Zum Beispiel, in Italien.

Damit könne man die Erkrankungen Bluthochdruck, Diabetes und hohen Cholesterin in Schach halten.
Erklärung: Cholesterin sind Blutfette. Es gibt drei verschiedene Fette im Blut.
Zwei davon schädigen die Gefäße, wenn sie zu hoch sind.

Der Hauptgrund für einen zu hohen Cholesterinwert ist die moderne Lebensweise: zu viel Essen und zu wenig Bewegung. Aber auch die erbliche Veranlagung spielt eine Rolle.

Diabetiker vom Typ 2 sind da besonders gefährdet.
Erklärung: Es gibt Diabetes Typ 1 und Typ 2. Typ 1 ist meist angeboren. Dabei stellt die Bauchspeicheldrüse kein eigenes Insulin her. Insulin ist ein wichtiger Stoff für die Verdauung von Zucker.
Beim Typ 2 handelt es sich um Altersdiabetes. Da stellt die Bauchspeicheldrüse zu wenig Insulin her.
Diabetiker vom Typ 2 sind besonders gefährdet, eine Herzschwäche zu bekommen.

Königsaal der Schlossklinik | © VdK

Selbstbestimmung
Im zweiten Teil der Veranstaltung ging es um die Patientenverfügung. Sie ist im Januar 2017 erneuert worden. Aber man muss nicht die alte Ausführung ändern, wenn man die neue nicht hat. Beide sind ähnlich.
Eine Patientenverfügung soll den Willen eines Patienten verdeutlichen, für den Fall, dass er seinen Willen einmal nicht mehr äußern kann. In der Patientenverfügung ist genau geregelt, wie eine ärztliche Behandlung laufen soll.
Im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) steht im Paragraf 1901a das Gesetz zur Patientenverfügung. Da ist festgelegt, wie ein Patient eine Behandlung bewilligt oder ablehnt.

Dann kam Hermann Frey auch auf die Vorsorgevollmacht zu sprechen. Da gibt es Unterschiede beim gerichtlichen Betreuungsverfahren. Durch eine Vorsorgevollmacht kann man das Recht auf Selbstbestimmung ausüben.
Man kann darin nämlich die Person bestimmen, die dann zu gegebener Zeit dafür sorgt, dass der Wille des Vollmachtgebers durchgesetzt wird.
Die Vorsorgevollmacht hat entscheidende Vorteile gegenüber der rechtlichen Betreuung. Denn der Bevollmächtigte wird vom Vollmachtgeber festgelegt, und nicht vom Gericht. Es ist die Person, der man vertraut. Der Bevollmächtigte ist freier als der gerichtlich eingesetzte Betreuer.
Besonders im Vermögensbereich gelten nur die Anweisungen des Vollmachtgebers.
Die Kosten für die Beurkundung einer Vorsorgevollmacht fallen einmalig an. Sie sind bei mittlerem Vermögen günstiger, als die Gebühren vom Betreuungsgericht für die jährliche Betreuung.
Außerdem kann eine Vorsorgevollmacht über den Tod hinaus erteilt werden. Damit ist der Nachlass auch gleich geregelt.

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