Einfache Sprache

Startschuss für die eigene VdK-Wohnberatung

Ewald Deiring ist einer der vielen Fachkräfte. Sie wurden extra dafür ausgebildet.

Der Sozialverband VdK Baden-Württemberg bietet seit diesem Jahr seinen Mitgliedern einen neuen Service an.
Er startet mit 16 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine Wohnberatung zur persönlichen Wohnraum∙anpassung im Ländle.

© Anne Lehmann

Die meisten Menschen wollen in ihrer vertrauten Umgebung wohnen bleiben.
Auch, wenn sie in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt sind oder krank.
Oder eine sonstige Behinderung haben. Oft sind unsere Wohnungen und Häuser aber nicht barrierefrei. Dadurch wird eine selbstständige Lebensführung beeinträchtigt.
„Eine Wohnraum∙anpassung kann da die Lösung sein.“ Das erklärt Ulrike Werner. Sie ist hauptamtliche Wohnberaterin des VdK Baden-Württemberg in Radolfzell.
Mit einer Wohnraum∙anpassung kann auch der Wohnraum für die Pflege daheim gestaltet werden.
Dabei geht es um den Blick der zu pflegenden Personen und der pflegenden Angehörigen.
Das Projekt hat bereits 2016 begonnen. Es gab einen Mitgliederaufruf in der VdK-Zeitung. Interessierte Mitglieder konnten sich als ehrenamtliche Wohnberater beim VdK ausbilden lassen. Ein erstes Seminar dazu gab es im Frühjahr 2017 in Waiblingen.
In einer barrierefreien Musterwohnung der Wohnungsbau∙gesellschaft GSW konnte die praktische Umsetzung besichtigt werden.
Damals meldete sich auch Ewald Deiring aus Wertheim im Main-Tauber-Kreis.
„Für mich war die Meniskus∙spiegelung meiner Frau der Auslöser.“
Nach der Operation konnte sie nicht mehr die Treppen hoch ins Schlafzimmer steigen.
„Da habe ich erst gemerkt, wie man in den eigenen vier Wänden durch Barrieren behindert werden kann.“
So wie Deiring geht es den meisten Menschen. Erst, wenn man selbst betroffen ist, bekommt man ein Bewusstsein für dieses Thema.
Deiring ist Elektromeister in Rente. Er war lange Jahre als Geschäftsführer in einer Industriefirma und im Außendienst tätig.
„Als ich den Aufruf in der VdK-Zeitung gelesen habe, war ich gleich angetan.“
Ein Besuch beim Kunden, um Bad und Wohnung anzuschauen, macht mir nichts aus. Technische Lösungen auszuarbeiten und anzubieten waren schon immer meine Aufgaben und Tätigkeiten. Zudem hat Deiring Erfahrungen im Wohnungsbau.

Auch andere Fachkräfte aus den Bereichen Handwerk haben sich für die Ausbildung zu ehrenamtlichen VdK-Wohnberatern gemeldet. Und auch Fachkräfte für Pflege und Soziales haben sich dazu gemeldet.
„Um ein gutes Wohnberatungs∙angebot zu bieten, braucht es die Zusammenarbeit in einem Team aus den unterschiedlichsten Fachbereichen. Es sind Menschen, die ihre fachlichen Erfahrungen einbringen können. Sie haben auch das nötige Fingerspitzen∙gefühl für die räumlichen Erfordernisse der Ratsuchenden.
Es braucht Teamfähigkeit, um miteinander arbeiten zu können und sich austauschen zu können. Das betont Wohnberaterin Werner.
In einem zweiten Schritt wurden die Teilnehmer, in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Roten Kreuz Kreisverband Stuttgart e.V., geschult.
Die Teilnehmer wurden an zwei Wochenenden in Stuttgart ausgebildet.
Dabei erlebten sie die Wohnberatung auch von der praktischen Seite.
Sie konnten Hilfsmittel ausprobieren. Und sie bekamen ein Gefühl für das Thema, sagt Werner.
Im Januar und Februar 2018 fanden im Landesverband Stuttgart zwei Veranstaltungen für die frisch gebackenen Wohnberater statt. Dabei ging es auch um eine Vernetzung. Die Ehrenamtlichen wurden von Werner und Stefan Pfeil gemeinsam auf die Aufgaben vorbereitet. Und sie wurden zu den rechtlichen Dingen informiert. Stefan Pfeil ist Leiter der Abteilung Sozialpolitik und Sozialrecht im Landesverband.
Die ehrenamtliche VdK-Wohnberatung ist eine Art Lotse. Vorschläge und Informationen sollen den Ratsuchenden helfen Lösungen zu finden. Egal ob es um Hilfsmittel geht oder ob geklärt werden muss, wer die Kosten übernimmt.
Die Beratung ist als Hilfe zur Selbsthilfe zu verstehen.
Die ehrenamtlichen Wohnberater können nicht die Aufgaben eines Architekten oder Statikers erfüllen. Sie können nicht zu einer punktgenauen Bauplanung beraten.
Das betont Stefan Pfeil zu dem rechtlichen Rahmen der Beratung.

© Inge Pfeil

Die VdK-Wohnberater geben eine erste Orientierung. Sie geben ihr Fachwissen neutral und unabhängig an die Ratsuchenden weiter. Dies ist ganz im Sinne des VdK.
VdK-Wohnberater Deiring fühlt sich gut geschult und freut sich über das ehrenamtliche Wohnberater-Team. Und auf die Aufgaben.
Wir haben hier ein geballtes Fachwissen aus allen Bereichen rund um altersgerechtes Wohnen. Wenn ich bei mir im Main-Tauber-Kreis einen Beratungsfall für häusliche Pflege habe, kann ich meine Kollegin, Frau Färber fragen.
Sie kennt sich sehr gut aus im Pflegebereich. Sie ist im Main-Tauber-Kreis und im Neckar-Odenwald-Kreis tätig. Bei Bedarf machen wir die Wohnberatung auch gemeinsam, freut sich Deiring.
Das neue ehrenamtliche Team der landesweiten VdK-Wohnberatung, mit sechs Frauen und zehn Männern, befindet sich weiter im Aufbau.

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