8. November 2017
Einfache Sprache

„Unsere Herzenssache: Ihre persönliche Sicherheit“

Sozialverband VdK und Polizei zeigen, worauf es bei Kriminalprävention ankommt

Landesvize Uwe Würthenberger schreibt in VdK-Zeitung

© VdK

„Kriminalpolizeiliche Beratungsstellen beraten, der Sozialverband VdK unterstützt“, bringt der stellvertretende Landesverbandsvorsitzende Uwe Würthenberger die präventive Arbeit beider Einrichtungen auf den Punkt. Würthenberger befasste sich in den vergangenen Monaten eingehend mit dem Thema Kriminalprävention und traf sich unter anderem mit Kriminalhauptkommissar Karl-Heinz Schmid vom Referat Prävention des Polizeipräsidiums Freiburg. Für die November-2017-VdK-Zeitung schrieb der Vorsitzende des Bezirksverbands Südbaden diesen Beitrag:

„Prävention bedeutet zuvorkommen oder verhüten. Prävention bezeichnet folglich Maßnahmen zur Abwehr unerwünschter Ereignisse. Wenn man vorbeugend nichts tut, dann können solche Situationen eher eintreffen, als wenn man vorsorgt. Vorbeugende Maßnahmen sind insbesondere in folgenden Bereichen notwendig: bei Gewalt- und Kriminalprävention, Unfallverhütung, im vorbeugenden Brandschutz sowie in der Gesundheits- und Sozialpolitik. Vorbeugen ist immer billiger und stets besser als heilen. Wir leben in einem sehr sicheren Staat. Die Mehrzahl unserer Bürgerinnen und Bürger hat keine eigenen Erfahrungen mit der täglichen Kriminalität. Dies verführt zu Leichtsinn und zu Nachlässigkeit. Sorgloses Verhalten gefährdet jedoch in zunehmendem Maß Ihre persönliche Sicherheit, Ihre körperliche und geistige Unversehrtheit. Prävention hingegen ist kein Hexenwerk. Schon mit geringen Mitteln und oft mit einfachen Vorsorgemaßnahmen gewinnen Sie ein deutliches Mehr an Sicherheit. Enkeltrick, Falscher Polizist, angeblicher Notar und Staatsanwalt, vorgebliche Vertreter einer Kirchengemeinde und Schockanrufe sind hoch kriminelle, verabscheuungswürdige Taten – aber sie sind nur ein kleiner Teil der täglichen Vergehen und Verbrechen.

Falsche Gewinnversprechen

‚Sie haben gewonnen!‘ Wer freut sich nicht, das zu hören. Wer aber eine solche Nachricht bekommt, per Telefon, E-Mail oder Post, sollte vorsichtig sein. Denn dabei kann es sich um eine Betrugsmasche mit Gewinnversprechen handeln. So ist beispielsweise die Zahl der Strafanzeigen wegen telefonischer Gewinnofferten seit 2010 bundesweit kontinuierlich gestiegen. In Einzelfällen sind Schadenssummen im fünfstelligen Eurobereich entstanden. Bedenken Sie: Wildfremde Menschen schenken Ihnen nichts.

Handtaschenraub

Das Überraschungsmoment ist typisch für diese hinterhältige Straftat. Die Handtasche wird dem Opfer plötzlich und mit Gewalt entrissen. Die Täter setzen dabei auf einen schnellen und erfolgsversprechenden Zugriff. Dies geschieht regelmäßig beim Vorbeilaufen, vom Fahrrad oder vom Motorroller aus. Überwiegend Kinder, Jugendliche und männliche Heranwachsende betätigen sich als Handtaschenräuber. Etwa die Hälfte aller Tatverdächtigen ist unter 21 Jahre alt. Ihr Ziel ist es, schnell und mit einem einzigen Zugriff an Ihr Geld zu kommen. Dabei nehmen sie schwere körperliche und seelische Verletzungen ihrer Opfer rücksichtslos in Kauf. Bevorzugte Tatorte sind Stadtrand- und Parkanlagen, Friedhöfe sowie Nebenstraßen. Die Opfer der Räuber sind oftmals ältere Frauen und Männer, die allein zu Fuß unterwegs sind.

Taschen- und Trickdiebstahl

Tragen Sie Ihre Handtasche am besten immer vor Ihrem Körper und nehmen Sie nur das notwendigste Bargeld mit. Organisierter Taschen- und Trickdiebstahl geschieht besonders häufig auf offenen Straßen und Plätzen, in Bussen und Bahnen, in Kaufhäusern, in Supermärkten und auf Jahr- und Weihnachtsmärkten sowie im Gedränge von Großveranstaltungen. Die häufig jugendlichen Täter arbeiten dabei arbeitsteilig meist in Gruppen. So werden Sie blitzschnell zum Opfer einer Straftat. Ein Täter lenkt Sie ab, rempelt Sie scheinbar unabsichtlich an oder frägt nach Uhrzeit, nach dem Weg oder nach Wechselgeld. Während Sie abgelenkt werden, ‚kümmert‘ sich ein anderer um Ihr Geld oder Ihre Wertsachen. Auf diese Art werden zwanzig Mal mehr Portemonnaies gestohlen als Handtaschen entrissen. Die Beute wird nach erfolgreichem Zugriff blitzschnell an einen weiteren Täter, der nicht direkt am Tatgeschehen beteiligt ist, weitergegeben.

Wenn Sie durch einen Trickdiebstahl neben Bargeld auch Ihre Ausweise, Kredit-, EC- und Kundenkarten verloren haben, müssen Sie alle Karten umgehend sperren lassen: Zentraler Sperr-Notruf: 116 116, Maestro-EC-Karten: (0 18 05) 021 021, Mastercard (08 00) 8 19 10 40, Visa (08 00) 8 11 84 40, American Express: (069) 97 97 10 00. Und informieren Sie, wenn Sie Opfer einer Straftat wurden, umgehend die Polizei unter der bekannten Nummer 110.

Geldwechseltrick

Überall sind Wechselbetrüger unterwegs. Sie sind besonders aktiv in Wohngebieten, Fußgängerzonen, Parkplätzen und Einkaufszentren. Dort bitten sie überwiegend Senioren, Euro-Münzen zu wechseln. Ohne dass Sie es bemerken, ziehen die Diebe dabei mit großer Fingerfertigkeit und unbemerkt Geldscheine aus Ihrer Börse. Wenn Sie unbekannten Personen dennoch hilfsbereit Geld wechseln möchten, halten Sie Abstand, damit der Bittsteller nicht in Ihrer Geldbörse beim Suchen ‚helfen‘ kann. Denn dabei nimmt der Täter mit Daumen und Zeigefinger eine Münze heraus. Was Sie nicht sehen und bemerken: Mit dem kleinen Finger und dem Ringfinger der gleichen Hand zieht er mit einer unglaublichen Fingerfertigkeit das gesamte Papiergeld aus dem Papiergeldfach. Häufig werden im osteuropäischen Sprachraum, bereits Kinder auf diese Weise trainiert. Daher: Lassen Sie niemals Fremde beim Geldwechseln in Ihre Geldbörse schauen. Verweisen Sie auf andere Möglichkeiten zum Geldwechsel, beispielsweise in einem nahe gelegenen Geschäft oder in einem Kreditinstitut. Nehmen Sie nur so viel Bargeld mit, wie Sie unbedingt brauchen. Und nach dem Abheben bei Ihrer Bank oder am Geldautomaten – verwahren Sie Ihr Geld sicher, am besten direkt am Körper.

Die Mitarbeiter der flächendeckend im Land vorhandenen Kriminalpolizeilichen Beratungsstellen beraten Sie gerne persönlich. Vereinbaren Sie einen Termin mit Ihrer Polizeidienststelle vor Ort. Die Präventionsexperten der Polizei sind auch gerne bereit, bei Veranstaltungen der VdK-Orts- und Kreisverbände aufklärend zu informieren und zu beraten.“

Ihr Uwe Würthenberger, stellvertretender Landesverbandsvorsitzender

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