Einfache Sprache

„Es war eine unglaubliche Herzlichkeit“

Grünsfelder Stammzellenspender traf den kanadischen Empfänger und will ihn bald besuchen.

Die VdK-Gesundheitstage in Grünsfeld hatten auch als Thema: „die Knochenmarkspende“. Ein Grünsfelder Stammzellenspender hatte kürzlich seinen kanadischen Empfänger getroffen.

Blutkrebspatienten erhalten mit der Stammzellenspende eine echte Heilungschance.
Die DKMS führte in der Grünsfelder Stadthalle eine Aktion zur Knochenmarks∙typisierung durch.
Erklärung: DKMS ist die Abkürzung von: Deutsche Knochenmarkspende. Es ist eine Organisation. Sie ruft Menschen dazu auf, dass sie Knochenmark spenden für Krebspatienten.
Erklärung: Bei einer Knochenmarks∙typisierung wird untersucht, zu welchem Typ die Knochenmarkzellen einer Person passen.

Selma Bernading von der DKMS leitete diese Aktion. Mit dabei waren zehn Freiwillige aus der Region Main-Tauber.
„Wir sagen den Leuten, die skeptisch sind, dass sie damit Leben retten. Dann lassen sie sich registrieren“, sagte Bernading.

Gaby Wöller aus Lauda Königshofen war zu der VdK-Veranstaltung gekommen.
„Ich bin extra zu dieser Typisierungsaktion heute zu den Gesundheitstagen Grünsfeld gekommen. Ich habe es aus der Zeitung erfahren. Es ist mir ein wichtiges Anliegen. Ich kann auch eines Tages erkranken“, sagte sie zu VdK-Mitarbeiterin Priya Bathe.
Von Elmar Weber erfuhr Bathe, wie genau die Stammzellenspende funktioniert.
Er war vor vier Jahren Spender.
Früher war eine Blutabnahme bei Spendern nötig. Heute reicht eine Speichelprobe.
Es ist aber nicht leicht einen Spender zu finden. Denn die Gewebemerkmale müssen von Spender und Empfänger fast zu 100 Prozent übereinstimmen.
Höchstens 5 Prozent der Spender werden innerhalb der folgenden 10 Jahre zu Spendern für Erkrankte.
Auch Elmar Weber wurde erst 2 Jahre später von der DKMS angeschrieben.
Das war 2012 und er musste zum Gesundheitscheck und zur Bestätigung der Typisierung zum Hausarzt gehen.
Und tatsächlich: Webers Gewebemerkmale stimmten mit den Merkmalen des Leukämiekranken Patienten überein.
Im Frühjahr 2013 ging es dann richtig los. Eine Woche vor dem Eingriff spritzte er sich ein Medikament. Damit wurde die Anzahl der Stammzellen im Blut gesteigert.
In der Uniklinik Tübingen erfolgte dann die eigentliche Spende.
„Es ist so, wie bei einer Blutspende. Auf der einen Seite des Armes geht das Blut über einen Schlauch raus. Und auf der anderen Seite des Armes geht das Blut, nach der Stammzellenentnahme, wieder rein“, erklärte Weber.
In 80 Prozent der Fälle läuft das so.
Die Knochenmarkspende mit einer Operation ist seltener geworden.
Elmar Weber musste sich nach der Behandlung nur einen Tag ausruhen. Dann konnte er wieder als Student zur Universität zurückgehen.
Etwa drei Wochen später bekam er Bescheid, dass alles gut geklappt hat. Er erfuhr aber nicht den Namen des Empfängers. In Deutschland darf man nicht sofort wissen, wer der Patient ist.

Erst zwei Jahre später kam wieder Post von der DKMS. Der Empfänger von Webers Spende hatte sich gemeldet. Weber sagt dazu: „Nach dem Austausch der Kontaktdaten haben Carlo und ich uns erst mal auf Facebook gefunden. Dort habe ich dann auch seine Krankengeschichte lesen können. Er hat viel darüber geschrieben.“
Elmar Weber war besonders gerührt über den Brief der Eltern von Carlo.
Er sagte zur VdK-Mitarbeiterin Bathe: „Sie dankten mir von ganzem Herzen und sagten, dass sie nur wegen meiner Spende jetzt die Geburtstage von Carlo und Weihnachten mit ihm erleben durften. Vor allem aber seine Hochzeit.“

2015 war es dann soweit: Spender Weber und Empfänger Carlo trafen sich persönlich. Auf ihrer Hochzeitsreise durch Italien und die Schweiz, machte Carlo mit seiner Frau einen Stopp in Deutschland.
„Es war eine Herzlichkeit da, mit der ich nicht gerechnet habe“, sagte Elmar Weber.
Inzwischen ist er Lehrer. Bald wird er Carlo und seine Familie in Kanada besuchen.

(weitere Infos zu diesem Thema finden Sie unter: www.dkms.de im Internet).

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