Einfache Sprache

Engagement klappt nur mit gutem Gefühl

Soziologin Manuela Rukavina sprach auf der Landesfrauenkonferenz 2017 in Fichtenau-Neustädtlein

„Nur, wer sich um sich selbst sorgt – kann sich auch engagieren“, sagte Manuela Rukavina auf der Landesfrauenkonferenz in Fichtenau-Neustädtlein.
Erklärung: sich engagieren bedeutet: man tut etwas für andere.
Manuela Rukavina ist Soziologin.
Erklärung: Soziologie ist die Wissenschaft über Menschen und wie sie miteinander umgehen in den verschiedenen Lebensbereichen.
Manuela Rukavina ist auch Vorsitzende des Landesfrauenrats. Sie war Gastrednerin auf dieser Veranstaltung. Es waren 70 ehrenamtliche VdK-Frauenvertreterinnen von Baden-Württemberg da.

Der Vortrag wurde eigentlich von Manuela Rukavinas Schwester Dr. Stefanie Rukavina ausgearbeitet. Diese ist Diplom-Biologin und an der Ulmer Universität als wissenschaftliche Mitarbeiterin tätig. Zudem ist sie Trainerin für Lebensumstellung und geprüfte Yogalehrerin. Weil sie aber an diesem Tag verhindert war, hielt Manuela Rukavina an der Stelle den Vortrag.
Sie hob bei dem Vortrag zwei Grundsätze hervor:
Zum einen: Es bringt nichts, wenn man sich Dinge vornimmt, die nicht zu einem passen.
Zum anderen: Engagement bringt nur dann etwas, wenn es sich für einen selbst gut anfühlt. Zwischen „Kopf“ und „Bauch“ muss es ein stimmiges Gefühl geben. Nur dann kann es im Alltag eingefügt werden.
Sie riet den Frauenvertreterinnen: „Handeln Sie mit gutem Gefühl und vor allem, engagieren Sie sich mit gutem Gefühl. Denn, wenn unterschiedliche Bedürfnisse aufeinander prallen, ist dieses stimmige Gefühl nicht mehr vorhanden. Dann entsteht Stress und das Engagement wird zu einer Zerreißprobe. Gesundes Engagement aber stärkt.

Stress

Die Soziologin gab einen Überblick über die typischen Stressauslöser.
Es sind negative Gedanken, Angst und Verspannungen.
Außerdem Konzentrationsschwäche und Gedächtnisschwäche, Schlafstörungen oder auch Einsamkeit.
Auf der körperlichen Seite hat man einen erhöhten Blutdruck und erhöhten Puls.
Im Blut werden verschiedene Stresshormone ausgeschüttet.
Bei vermehrten Stresssymptomen wird Engagement schwierig. Vielleicht sogar auf lange Sicht unmöglich.
Erklärung: Stresssymptome sind Auswirkungen von Stress. Das können körperliche Beschwerden sein oder seelische Beschwerden, wie zum Beispiel Depression.

Wer ausgebrannt ist, kann sich nicht mehr in andere einfühlen. Manuela Rukavina sagte dazu: „Nur, wer sich um sich selbst sorgt – kann sich auch engagieren.“ Gleichzeitig informierte sie darüber: Stress kann entstehen durch eine persönliche Bewertung der Sachverhalte. Zum Beispiel, wenn man sich selbst unter Zeitdruck setzt, obwohl das gar nicht nötig wäre.
Anmerkung: das Beispiel wurde von der Übersetzerin eingefügt, um ein besseres Verstehen zu ermöglichen.

Rukavina betonte zudem: Man soll nicht unbedingt jeden Konflikt oder Stress vermeiden. Denn an den Herausforderungen und Erfolgen wachse man. Und auch das Gehirn wächst dabei.
Die Selbstfürsorge muss aber auf Dauer in den Alltag eingefügt werden.
Rukovina riet den Zuhörerinnen, sich zu fragen: „Wo kann ich mich stärken?“ Zudem ist ein Denken nötig, das sich an dem ausrichtet, was an Kräften zur Verfügung steht. Außerdem ist ein „erlernter Optimismus“ angebracht.
Erklärung: erlernter Optimismus bedeutet: man lernt Dinge positiv zu bewerten.

Erholung Sie kam auch auf die große Bedeutung eines bestimmten Hormons zu sprechen.
Es handelt sich um das Oxytozin. Es ist das sogenannte Schmusehormon und vermindert Stress. Sie brachte dazu das Beispiel des Stillens in der Mutter-Baby-Beziehung. Oxytozin ist ein körpereigener Schutz gegen Stress. Er sorgt für die Erholung der Herzzellen und für die Gefäßerweiterung.
Manuela Rukavina riet auch dazu: Mehr Achtsamkeit für sich selbst. Und mehr Aufmerksamkeit dem Augenblick zu geben. Dann wird man widerstandsfähiger gegen Stress. Denn es geht darum, nach Möglichkeiten zu suchen, den Stress zu bewältigen. Frei nach dem Motto: „Ich kann bestimmte Situationen in meinem Leben in die Hand nehmen.“ Dazu riet Manuela Rukavina, man soll versuchen an der belastenden Situation etwas zu ändern. Unterschiedliche Interessen und Bedürfnisse soll man miteinander besprechen. Das soll man im Alltag üben.
Auch Achtsamkeit, positives Denken oder Yoga und Qi Gong kann hier weiterhelfen.
Aber auch Sport, Bewegung, Tanzen und progressive Muskelentspannung.
Erklärung: progressive Muskelentspannung ist eine bestimmte Art, wie man die Muskeln entspannen kann.
Anmerkung der Übersetzerin: Es gibt Kurse und Anleitungen, durch die man das lernen kann. Fragen Sie bei Ihrer Krankenkasse nach, ob es in Ihrer Region solche Kurse gibt.

Manuela Rukavina baute in den Vortrag auch Übungen zum Mitmachen ein.
Die Frauenvertreterinnen probierten sie gerne, mit viel Spaß im Saal, aus.
Landesfrauenvertreterin Carin E. Hinsinger bekräftigte zum Schluss, wie wichtig die Selbstfürsorge für Frauen ist. Sie sagte: „Wir müssen selbst auf unsere Gesundheit achten.“

VdK-Kampagne

Der Sozialverband VdK gab bei der zweitägigen Veranstaltung auch Infos über neues aus dem Verband. Zum einen über die neue Stiftung „Anerkennung und Hilfe“ und zum anderen über die Kampagne zur Bundestagswahl 2017 „Soziale Spaltung stoppen“.
Aber auch über neues aus der Sozialpolitik.
Dieser Thematik widmeten sich der Landesverbandsvorsitzende Roland Sing, Landesgeschäftsführer Hans-Josef Hotz und Marketing-Abteilungsleiterin Silvija Celig.
Sing stellte die neue Stiftung „Anerkennung und Hilfe“ vor. Sie wurde dazu gegründet: Menschen, die als Kinder und Jugendliche in stationären Einrichtungen der Behindertenhilfe oder der Psychiatrie Leid und Unrecht erfahren haben.
Dabei geht es um die Zeit zwischen 1949 bis 1975 im Westen. Und bis 1990 in der ehemaligen DDR.
Der VdK-Vizepräsident wies stolz daraufhin, dass die Landesregierung dazu den VdK Baden-Württemberg beauftragte. Jetzt gibt es eine Beratungsstelle dafür.
Sie beschäftigt eine Sozialarbeiterin und einen Sozialarbeiter und ist in der VdK-Landesgeschäftsstelle untergebracht. Sie startete im April 2017.
(Die VdK-Zeitung berichtete davon in der letzten Ausgabe).

Roland Sing befasste sich auf der Frauenkonferenz ebenso mit den Forderungen des Verbands im Bereich der Gesundheitspolitik und der Pflege.
Er ist davon überzeugt: zwischen privater und gesetzlicher Pflegeversicherung muss ein Ausgleich her. Denn beide sollen für alle einstehen und bezahlen.
Sing ist auch dafür, dass Pflegestützpunkte und Quartierstützpunkte durch Steuergelder bezahlt werden.
Auch die Mütterrente müsste aus Steuermitteln bezahlt werden. Außerdem müsste die Mütterrente ausgeweitet werden. Denn die Frauen, die vor 1992 Kinder geboren haben, müssen gleichgestellt werden.
Sing betonte wieder einmal mehr, dass der VdK der Anwalt der Schwächeren ist und bleibt. Er rief dazu auf, dass alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu den Großveranstaltungen im September 2017 kommen. Diese finden anlässlich der Bundestagswahl statt.

VdK Veranstaltung Silvija Celig informierte zu dieser Veranstaltung, die in 4 Städten in Baden-Württemberg stattfinden. Die genauen Infos und Termine dazu finden Sie auch im VdK-Bericht „Baden-Württemberg mischt sich ein“.
Celig teilte auch mit, dass man sich Werbematerial dazu bestellen kann. Und zwar auf der Internetseite: www.vdk/bawue-marketing In der VdK-Zeitung im September wird auch ein Flyer dazu beigelegt.
Alle Kreisverbände und Ortsverbände erhalten Listen mit einer Übersicht der Kandidaten im Wahlkreis.

Hans-Josef Hotz befasste sich in Fichtenau-Neustädtlein mit dem VdK-Dauerthema Rente. Er erinnerte dabei an Norbert Blüms berühmten Halbsatz aus dem Jahr 1986. Damals sagte Blüm: ….“denn eines ist sicher: die Rente“.
Erklärung: Norbert Blüm war in dieser Zeit Bundesarbeitsminister.

Hotz meinte, dass Blüm nicht gesagt hatte, in welcher Höhe die Rente sicher ist. Damals lag die Rentenhöhe noch bei mehr als 56 Prozent.
Erklärung: Mit den 56 Prozent ist gemeint: 56 Prozent des errechneten durchschnittlichen Arbeitslohnes aller Arbeitnehmer in Deutschland.
Heute sind es knapp 48 Prozent. Bis ins Jahr 2030 wird die Rente weiter sinken.

Hotz forderte dann auch von der Politik, hier dringend gegenzusteuern, damit Altersarmut verhindert wird. Denn schon heute können Rentnerinnen und Rentner vieles nicht mehr kaufen. Viele müssen jetzt schon zu den Tafeln gehen.

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