18. Mai 2017
Einfache Sprache

Ernährung und Krebs Fokusthema auf Landesfrauenkonferenz 2017

Onkologe Thomas Kuhn referiert in Fichtenau-Neustädtlein

Neue Frauenvertreterinnen stellen sich vor

Gesundheitsthemen stehen beim Sozialverband VdK seit Langem hoch im Kurs – so auch auf der diesjährigen Landesfrauenkonferenz. Erneut war es VdK-Vizepräsidentin und Landesfrauenvertreterin Carin E. Hinsinger gelungen, den renommierten Stuttgarter Onkologen, Dr. Thomas Kuhn, für ihre Tagung zu gewinnen. Die Traditionsveranstaltung des VdK Baden-Württemberg fand zum wiederholten Male in Fichtenau-Neustädtlein statt. 2017 neu dabei waren die Frauenvertreterinnen aus den Kreisverbänden Aalen/Sonja Bäurle, Heidenheim/Angelika Schiele-Baun, Schwäbisch Gmünd/Christa Seitzer, Konstanz/Elisabeth Engesser und Überlingen/Brigitte Dummel. Im Gespräch mit der Redaktion zeigte sich Landesfrauenvertreterin Hinsinger sehr erfreut darüber, dass alle neuen Amtsinhaberinnen noch im Alter U60 und zum Teil noch berufstätig sind – und gleichwohl ihr wichtiges Ehrenamt als Multiplikatorin in den Kreis- und Ortsverbänden übernommen haben. Wie immer bot die zweitägige Veranstaltung neben den Fachinformationen zu sozialpolitischen und medizinischen Themen auch viel Gelegenheit, sich mit den Aufgaben einer VdK-Frauenvertreterin vertraut zu machen, fungieren diese Vorstandsmitglieder doch insbesondere auch als Ansprechpartnerinnen und Interessenvertreterinnen für die derzeit 109 863 weiblichen Mitglieder in Baden-Württemberg (Stand: 9. Mai 2017/männliche VdKler: 111 556).

Einen der Höhepunkte markierte der Vortrag „Neue Erkenntnisse: Ernährung – Krebs“ von Dr. med. Thomas Kuhn, Ärztlicher Leiter des Brustzentrums und Präventionszentrums am Diakonie Klinikum Stuttgart. Dr. Kuhn beklagte, dass viele Menschen schon wüssten, dass Lebensmittel krankmachen können, dass sie aber gleichwohl bekannte Tatsachen nicht beachten würden. Dies ziehe sich, wie ein „roter Faden“ bis hin zur medizinischen Betreuung, so der Brustkrebsexperte. Zugleich monierte er einen Mangel an Kenntnissen beim medizinischen Personal und zu wenig Zeit- und Geldressourcen. Und dies führe, so Dr. Thomas Kuhn, zu einer äußerst unbefriedigenden Situation in der Betreuung und Anleitung der Bevölkerung und der onkologischen Patienten. Manchmal könne man sich auch nicht des Eindrucks erwehren, dass eine gewisse „Vogel-Strauß-Politik“ unter der Bevölkerung herrsche, „ganz nach dem Motto, ich schau nicht hin, also sehe ich es nicht, also existiert das Problem nicht!“, beschrieb der Referent die Lage. Die Folgen seien für die Gesundheit der Bevölkerung und für die Therapieerfolge in der Medizin katastrophal und volkswirtschaftlich unverantwortlich. „Es ist an der Zeit, nach Ignoranz und Resignation mit einem bundesweiten Aktionsplan diese Missstände zu beseitigen – zum Wohle von uns allen!“, plädierte Onkologe Dr. Kuhn. Denn wissenschaftliche Fakten für einen Zusammenhang zwischen Ernährung und Krebs gebe es genügend. Allein die Weltgesundheitsorganisation (WHO) veröffentliche hierzu genügend medizinisch gesicherte Daten. Auch die sogenannten Leitlinien gäben im Umgang mit Krebspatienten eindeutige ernährungsmedizinische Empfehlungen. „Allein die Umsetzung ist halbherzig!“, so der Ärztliche Direktor.

Grundübel Übergewicht!

Dr. Kuhn bekräftigte, dass das Übergewicht ein wichtiges Risiko für die Entstehung von Krebs darstelle. Hierbei spielten Bewegungsmangel, zu viele Kohlenhydrate und der damit verbundene Zuckerkonsum eine zentrale Rolle. Die Erfahrungen in Brust- und Präventionszentrum zeigten, dass Patienten auf der einen Seite aktiv auf Übergewicht, Fettleber und die daraus bereits entstandenen Erkrankungen angesprochen, aber auch nachfolgend bei der Beseitigung von Über- sowie Mangel- und Fehlernährung angeleitet und betreut werden müssten. Denn gerade nach Brustkrebs, aber auch nach anderen Krebserkrankungen, müsse man den Patienten die Gefahr von zu viel Bauchfett erläutern. Fettgewebe sei hormonell aktiv und führe zur vermehrten Ausschüttung von Insulin und anderen Wachstumsfaktoren, welche Krebszellen stimulierten, so der Mediziner. Und zu viel Bauchfett korreliere häufig mit Zuckerkrankheit, Bluthochdruck und schlechten Blutfettwerten. Hierbei entstünden nicht selten Entzündungen im Körper mit weiteren negativen Auswirkungen. „Der Erfolg einer Tumortherapie hängt wesentlich vom Ernährungszustand eines Patienten ab“, gab Dr. Thomas Kuhn zu bedenken. Übergewicht, Mangel- und Fehlernährung seien hier kontraproduktiv.

Er lobte die große Bereitschaft der Patienten für die Teilnahme an Ernährungskursen im Brustzentrum am Diakonie Klinikum in Stuttgart. Die erfolgreiche Gewichtsreduktion führe bei den Patienten zu einem veränderten Bewusstsein für Ernährung und Gesundheit, zu mehr Lebensqualität, zur Reduktion von Risikofaktoren, aber auch zur Reduktion von Medikamentennebenwirkungen durch die onkologische Therapie. „So wird der Satz von Hippokrates (460-377 vor Christus) ‚Lass die Nahrung deine Medizin sein und Medizin deine Nahrung sein‘ eine gelebte Achtsamkeitsübung par excellence“, betonte der Brustkrebsexperte. Die Ernährungstherapie sei unverzichtbar in der modernen Onkologie, weil auch Mangelernährung und Gewichtsverlust ein gravierendes Problem für viele Tumorpatienten bedeute – mit schwerwiegenden Folgen in allen Erkrankungsphasen: höhere therapeutische Risiken, erhöhte Morbidität und Mortalität, längere Krankenhausaufenthalte sowie eine verminderte Lebensqualität der Betroffenen.

„Nur, wer sich um sich selbst sorgt – kann sich auch engagieren“, betonte Manuela Rukavina auf der Landesfrauenkonferenz in Fichtenau-Neustädtlein. Die Soziologin und Vorsitzende des Landesfrauenrats war erneut Gastreferentin auf der traditionellen Veranstaltung für rund 70 ehrenamtliche VdK-Frauenvertreterinnen im Lande. Sie trug die Präsentation ihrer Schwester Dr. Stefanie Rukavina vor, die verhindert war. Diplom-Biologin Dr. Rukavina wirkt an der Ulmer Universitätsklinik als wissenschaftliche Mitarbeiterin, ist zudem Coach für Lebensumstellung und zertifizierte Yogalehrerin. Ihre Präsentation über die Selbstvorsorge für und im Alltag war in Fichtenau-Neustädtlein ein weiteres wichtiges Präventionsthema neben der Krebsvorsorge, über die der Onkologe Dr. Thomas Kuhn referiert hatte.

Zwei Grundsätze seien bei der Selbstvorsorge zu beachten, hob Soziologin Manuela Rukavina auf der Konferenz vor: Zum einen bringe es nichts, sich Dinge vorzunehmen, die nicht zu einem passen. Zum anderen bringe Engagement nur dann etwas, wenn es sich auch für einen selbst gut anfühlt. Es müsse zwischen „Kopf und Bauch ein stimmiges Gefühl“ geben, bekräftigte die Referentin. Nur dann sei es dauerhaft in den Alltag integrierbar. Den versammelten Frauenvertreterinnen riet sie: „Agieren mit gutem Gefühl und vor allem: Engagieren mit gutem Gefühl!“ Denn wenn unterschiedliche Bedürfnisse konkurrierten oder unterschiedliche Interessen kollidierten, sei dieses stimmige Gefühl nicht mehr vorhanden. Dann entstehe Stress, Engagement werde zur Zerreißprobe, gesundes Engagement stärke dagegen, gab Rukavina zu bedenken. Sie bot zugleich einen Überblick über den Stress, seine Symptome wie negative Gedanken, Angst, Verspannungen, Konzentrations- und Gedächtnisschwäche, Schlafstörgen oder auch Einsamkeit, seine Physiologie wie beispielsweise erhöhter Blutdruck, erhöhter Puls und vermehrte Adrenalin-, Noradrenalin- und Cortisolausschüttung. Bei vermehrten Stresssymptomen werde Engagement schwierig, gegebenenfalls auch langfristig unmöglich. So gehe Burnout mit geringerer Empathie einher. Daher betonte Manuela Rukavina einmal mehr: „Nur, wer sich um sich selbst sorgt – kann sich auch engagieren“. Zugleich informierte sie darüber, dass Stress durch einen individuellen Bewertungsprozess entstehe. Man solle nicht unbedingt jeden Konflikt oder Stress vermeiden, denn an den Herausforderungen und Erfolgen wachse man, ebenso das Gehirn. Die Selbstfürsorge müsse aber dauerhaft in den Alltag integriert werden. Den Zuhörerinnen riet Rukavina sich zu fragen: „Wo kann ich mich stärken?“. Außerdem seien „ressourcenorientiertes Denken“ und „erlernter Optimismus“ angebracht.

Auf die große Bedeutung des Hormons Oxytozin kam sie ebenfalls zu sprechen. Das sogenannte Schmusehormon führe zur Stressreduktion. Die Referentin brachte hier das Beispiel des Stillens in der Mutter-Baby-Beziehung. Oxytozin sei ein körpereigener Schutz gegen Stress, sorge für die Regeneration der Herzzellen und für Gefäßerweiterung. Manuela Rukavina plädierte auch für mehr Achtsamkeit – dem Augenblick bewusst mehr Aufmerksamkeit zu schenken, um stressresistenter zu werden. Denn es gelte nach Bewältigungsmöglichkeiten zu schauen – frei nach der Maxime: „Ich kann bestimmte Situationen in meinem Leben in die Hand nehmen“. Hier riet Rukavina dazu, langfristig zu versuchen, an der belastenden Situation etwas zu ändern, unterschiedliche Interessen und Bedürfnisse aber auch zu kommunizieren und dies zugleich im Alltag zu üben. Unter anderem Achtsamkeit, positives Denken oder auch Yoga und Qi Gong auf der kognitiven Ebene und Sport, Bewegung, Tanzen und progressive Muskelentspannung auf der körperlichen Ebene könnten hier weiterhelfen. In ihren lebhaften und auch mitreißenden Vortrag baute Manuela Rukavina auch einige Mit-Mach-Elemente ein, die die Frauenvertreterinnen gerne und mit viel Spaß im Saal ausprobierten. Und Landesfrauenvertreterin Carin E. Hinsinger bekräftigte zum Schluss, wie wichtig Selbstfürsorge für die Frauen sei: „Wir müssen selbst auf unsere Gesundheit achten“.

Die zweitägige Veranstaltung bot auch einen guten Rahmen, die zahlreich versammelten Multiplikatorinnen über Neues aus dem Sozialverband VdK wie die neue Stiftung Anerkennung und Hilfe, die Verbandskampagne anlässlich der Bundestagwahl 2017 „Soziale Spaltung stoppen!“ sowie über Aktuelles aus der Sozialpolitik zu informieren. Dieser Thematik widmeten sich der Landesverbandsvorsitzende Roland Sing, Landesgeschäftsführer Hans-Josef Hotz und Marketing-Abteilungsleiterin Silvija Celig. Sing stellte die neue Stiftung für Menschen, die als Kinder und Jugendliche in der Zeit von 1949 bis 1975 im Westen und bis 1990 in der ehemaligen DDR in stationären Einrichtungen der Behindertenhilfe oder der Psychiatrie Leid und Unrecht erfahren haben. Der VdK-Vizepräsident wies nicht ohne Stolz darauf hin, dass die Landesregierung den Sozialverband VdK Baden-Württemberg mit dieser besonderen Aufgabe als Träger der neuen Einrichtung beauftragt hat. Die Beratungsstelle der Stiftung mit einer Sozialarbeiterin und einem Sozialarbeiter wurde denn auch in der Stuttgarter VdK-Landesgeschäftsstelle untergebracht und startete im April 2017 ihre verantwortungsvolle Arbeit.

Roland Sing befasste sich auf der Frauenkonferenz ebenso mit den Verbandsforderungen im Bereich der Gesundheitspolitik und der Pflege. Zwischen privater und gesetzlicher Pflegeversicherung müsse ein Solidarausgleich her. Er plädierte zudem dafür, Pflegestützpunkte, ebenso Quartiersstützpunkte, über Steuergelder zu finanzieren. Auch die Mütterrente, deren Einführung im Juli 2014 vom VdK als Erfolg gewertet wird, müsse aber steuerfinanziert und zudem ausgedehnt werden, um die Frauen, die vor 1992 Kinder bekommen haben, völlig gleichzustellen. Abschließend betonte Sing einmal mehr, dass der VdK der Anwalt der Schwächeren ist und bleibt. Und er rief alle Teilnehmerinnen dazu auf, zu den VdK-Großveranstaltungen im September 2017 anlässlich der Bundestagswahl zu kommen.

Über diese vier Podiumsdiskussionen in Wiesloch (5. September), Reutlingen (7. September), Offenburg (8. September) und Stuttgart (11. September), die von den vier VdK-Bezirksverbänden organisiert werden, informierte Silvija Celig. Sie warb auch für das Kampagnenmaterial, das über die VdK-Marketing-Homepage unter www.vdk.de/bawue-marketing bestellt werden kann und für den speziellen Wahl-Flyer des Landesverbands mit den VdK-Forderungen, der der September-VdK-Zeitung beiliegen wird. Außerdem gab sie den Hinweis, dass alle Kreis- und Ortsverbände Übersichtslisten mit den Kandidaten im Wahlkreis erhalten haben.

Hans-Josef Hotz befasste sich in Fichtenau-Neustädtlein mit dem VdK-Dauerthema Rente. Er erinnerte hierbei an Norbert Blüms berühmten Halbsatz aus dem Jahr 1986: „… denn eins ist sicher: die Rente“. Hier merkte Hotz kritisch an, dass Blüm nicht sagte, in welcher Höhe die Rente sicher sei. Damals habe das Rentenniveau noch bei mehr als 56 Prozent gelegen – gegenüber knapp 48 Prozent heute und vorgesehenen weiteren Niveauabsenkungen bis ins Jahr 2030. Er plädierte denn auch an die Politik, hier dringend gegenzusteuern, um Altersarmut zu verhindern. Denn schon heute verlören die Rentner drastisch an Kaufkraft. „In den letzten zwölf Jahren haben sie trotz gestiegener Bezüge rund ein Fünftel eingebüßt“ betonte der Landesgeschäftsführer. Der Gang zu den Tafeln sei schon heute für immer mehr Rentnerinnen und Rentner bittere Realität.

Auch Vorträge zu Selbstvorsorge, Rente, VdK-Kampagne


Manuela Rukavina, Roland Sing, Hans-Josef Hotz und Silvija Celig referierten

„Nur, wer sich um sich selbst sorgt – kann sich auch engagieren“, betonte Manuela Rukavina auf der Landesfrauenkonferenz in Fichtenau-Neustädtlein. Die Soziologin und Vorsitzende des Landesfrauenrats war erneut Gastreferentin auf der traditionellen Veranstaltung für rund 70 ehrenamtliche VdK-Frauenvertreterinnen im Lande. Sie trug die Präsentation ihrer Schwester Dr. Stefanie Rukavina vor, die verhindert war. Diplom-Biologin Dr. Rukavina wirkt an der Ulmer Universitätsklinik als wissenschaftliche Mitarbeiterin, ist zudem Coach für Lebensumstellung und zertifizierte Yogalehrerin. Ihre Präsentation über die Selbstvorsorge für und im Alltag war in Fichtenau-Neustädtlein ein weiteres wichtiges Präventionsthema neben der Krebsvorsorge, über die der Onkologe Dr. Thomas Kuhn referiert hatte. (Wir berichteten bereits.)

Zwei Grundsätze seien bei der Selbstvorsorge zu beachten, hob Soziologin Manuela Rukavina auf der Konferenz vor: Zum einen bringe es nichts, sich Dinge vorzunehmen, die nicht zu einem passen. Zum anderen bringe Engagement nur dann etwas, wenn es sich auch für einen selbst gut anfühlt. Es müsse zwischen „Kopf und Bauch ein stimmiges Gefühl“ geben, bekräftigte die Referentin. Nur dann sei es dauerhaft in den Alltag integrierbar. Den versammelten Frauenvertreterinnen riet sie: „Agieren mit gutem Gefühl und vor allem: Engagieren mit gutem Gefühl!“ Denn wenn unterschiedliche Bedürfnisse konkurrierten oder unterschiedliche Interessen kollidierten, sei dieses stimmige Gefühl nicht mehr vorhanden. Dann entstehe Stress, Engagement werde zur Zerreißprobe, gesundes Engagement stärke dagegen, gab Rukavina zu bedenken. Sie bot zugleich einen Überblick über den Stress, seine Symptome wie negative Gedanken, Angst, Verspannungen, Konzentrations- und Gedächtnisschwäche, Schlafstörgen oder auch Einsamkeit, seine Physiologie wie beispielsweise erhöhter Blutdruck, erhöhter Puls und vermehrte Adrenalin-, Noradrenalin- und Cortisolausschüttung. Bei vermehrten Stresssymptomen werde Engagement schwierig, gegebenenfalls auch langfristig unmöglich. So gehe Burnout mit geringerer Empathie einher. Daher betonte Manuela Rukavina einmal mehr: „Nur, wer sich um sich selbst sorgt – kann sich auch engagieren“. Zugleich informierte sie darüber, dass Stress durch einen individuellen Bewertungsprozess entstehe. Man solle nicht unbedingt jeden Konflikt oder Stress vermeiden, denn an den Herausforderungen und Erfolgen wachse man, ebenso das Gehirn. Die Selbstfürsorge müsse aber dauerhaft in den Alltag integriert werden. Den Zuhörerinnen riet Rukavina sich zu fragen: „Wo kann ich mich stärken?“. Außerdem seien „ressourcenorientiertes Denken“ und „erlernter Optimismus“ angebracht.

Auf die große Bedeutung des Hormons Oxytozin kam sie ebenfalls zu sprechen. Das sogenannte Schmusehormon führe zur Stressreduktion. Die Referentin brachte hier das Beispiel des Stillens in der Mutter-Baby-Beziehung. Oxytozin sei ein körpereigener Schutz gegen Stress, sorge für die Regeneration der Herzzellen und für Gefäßerweiterung. Manuela Rukavina plädierte auch für mehr Achtsamkeit – dem Augenblick bewusst mehr Aufmerksamkeit zu schenken, um stressresistenter zu werden. Denn es gelte nach Bewältigungsmöglichkeiten zu schauen – frei nach der Maxime: „Ich kann bestimmte Situationen in meinem Leben in die Hand nehmen“. Hier riet Rukavina dazu, langfristig zu versuchen, an der belastenden Situation etwas zu ändern, unterschiedliche Interessen und Bedürfnisse aber auch zu kommunizieren und dies zugleich im Alltag zu üben. Unter anderem Achtsamkeit, positives Denken oder auch Yoga und Qi Gong auf der kognitiven Ebene und Sport, Bewegung, Tanzen und progressive Muskelentspannung auf der körperlichen Ebene könnten hier weiterhelfen. In ihren lebhaften und auch mitreißenden Vortrag baute Manuela Rukavina auch einige Mit-Mach-Elemente ein, die die Frauenvertreterinnen gerne und mit viel Spaß im Saal ausprobierten. Und Landesfrauenvertreterin Carin E. Hinsinger bekräftigte zum Schluss, wie wichtig Selbstfürsorge für die Frauen sei: „Wir müssen selbst auf unsere Gesundheit achten“.

Die zweitägige Veranstaltung bot auch einen guten Rahmen, die zahlreich versammelten Multiplikatorinnen über Neues aus dem Sozialverband VdK wie die neue Stiftung Anerkennung und Hilfe, die Verbandskampagne anlässlich der Bundestagwahl 2017 „Soziale Spaltung stoppen!“ sowie über Aktuelles aus der Sozialpolitik zu informieren. Dieser Thematik widmeten sich der Landesverbandsvorsitzende Roland Sing, Landesgeschäftsführer Hans-Josef Hotz und Marketing-Abteilungsleiterin Silvija Celig.

Roland Sing stellte die neue Stiftung für Menschen, die als Kinder und Jugendliche in der Zeit von 1949 bis 1975 im Westen und bis 1990 in der ehemaligen DDR in stationären Einrichtungen der Behindertenhilfe oder der Psychiatrie Leid und Unrecht erfahren haben. Der VdK-Vizepräsident wies nicht ohne Stolz darauf hin, dass die Landesregierung den Sozialverband VdK Baden-Württemberg mit dieser besonderen Aufgabe als Träger der neuen Einrichtung beauftragt hat. Die Beratungsstelle der Stiftung mit einer Sozialarbeiterin und einem Sozialarbeiter wurde denn auch in der Stuttgarter VdK-Landesgeschäftsstelle untergebracht und startete im April 2017 ihre verantwortungsvolle Arbeit.

Roland Sing befasste sich auf der Frauenkonferenz ebenso mit den Verbandsforderungen im Bereich der Gesundheitspolitik und der Pflege. Zwischen privater und gesetzlicher Pflegeversicherung müsse ein Solidarausgleich her. Er plädierte zudem dafür, Pflegestützpunkte, ebenso Quartiersstützpunkte, über Steuergelder zu finanzieren. Auch die Mütterrente, deren Einführung im Juli 2014 vom VdK als Erfolg gewertet wird, müsse aber steuerfinanziert und zudem ausgedehnt werden, um die Frauen, die vor 1992 Kinder bekommen haben, völlig gleichzustellen. Abschließend betonte Sing einmal mehr, dass der VdK der Anwalt der Schwächeren ist und bleibt. Und er rief alle Teilnehmerinnen dazu auf, zu den VdK-Großveranstaltungen im September 2017 anlässlich der Bundestagswahl zu kommen.

Über diese vier Podiumsdiskussionen in Wiesloch (5. September), Reutlingen (7. September), Offenburg (8. September) und Stuttgart (11. September), die von den vier VdK-Bezirksverbänden organisiert werden, informierte Silvija Celig. Sie warb auch für das Kampagnenmaterial, das über die VdK-Marketing-Homepage unter www.vdk.de/bawue-marketing bestellt werden kann und für den speziellen Wahl-Flyer des Landesverbands mit den VdK-Forderungen, der der September-VdK-Zeitung beiliegen wird. Außerdem gab sie den Hinweis, dass alle Kreis- und Ortsverbände Übersichtslisten mit den Kandidaten im Wahlkreis erhalten haben.

Hans-Josef Hotz befasste sich in Fichtenau-Neustädtlein mit dem VdK-Dauerthema Rente. Er erinnerte hierbei an Norbert Blüms berühmten Halbsatz aus dem Jahr 1986: „… denn eins ist sicher: die Rente“. Hier merkte Hotz kritisch an, dass Blüm nicht sagte, in welcher Höhe die Rente sicher sei. Damals habe das Rentenniveau noch bei mehr als 56 Prozent gelegen – gegenüber knapp 48 Prozent heute und vorgesehenen weiteren Niveauabsenkungen bis ins Jahr 2030. Er plädierte denn auch an die Politik, hier dringend gegenzusteuern, um Altersarmut zu verhindern. Denn schon heute verlören die Rentner drastisch an Kaufkraft. „In den letzten zwölf Jahren haben sie trotz gestiegener Bezüge rund ein Fünftel eingebüßt“ betonte der Landesgeschäftsführer. Der Gang zu den Tafeln sei schon heute für immer mehr Rentnerinnen und Rentner bittere Realität.

Landesfrauenvertreterin Carin E. Hinsinger – Garant für bewährtes Programm und bewährte Moderation. | © Nancy Schüler/VdK
Neue Frauenvertreterinnen stellen sich vor. | © Nancy Schüler/VdK
Bezirksfrauenvertreterin (Nordbaden) Elisabeth Knebel bei ihrem Bericht. | © Nancy Schüler/VdK
Gemeinsame Saalgymnastik tut gut. | © Nancy Schüler/VdK
Bezirksfrauenvertreterin Ursula Moosburger informiert über die VdK-Frauenarbeit in Südwürttemberg-Hohenzollern. | © Nancy Schüler/VdK
Sie sorgte für Bewegung und gute Stimmung im Saal – Referentin Manuela Rukavina. | © Nancy Schüler/VdK
Die VdK-Frauenvertreterinnen hatten viel Spaß beim Daumenwrestling. | © Nancy Schüler/VdK
VdK-Marketing-Leiterin Silvija Celig warb ebenfalls für rege Beteiligung an den VdK-Wahlveranstaltungen im September. | © Nancy Schüler/VdK


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