Einfache Sprache

Angst vor OPs – was kann dagegen helfen?

Patientenberaterin Greta Schuler | © VdK

Eine anstehende Operation kann vielen Patienten im Vorfeld Angst bereiten.
Das Beratungsgespräch zur OP beim Arzt rauscht oftmals am Patienten vorbei.
Weil er angespannt und aufgeregt ist. Dann bleiben unklare Zweifel und Sorgen.
In der Medizin sind Operationen alltäglich. Eine von 20 Personen wird im Laufe eines Jahres operiert. Diese Zahlen stammen aus dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG).
Trotzdem löst das Wort „Operation“ bei den meisten Menschen Ängste aus.
Meist sind es Ängste vor der Narkose oder vor möglichen Komplikationen oder vor der Zeit nach dem Eingriff.
Worterklärung: Komplikationen sind unvorhergesehene Probleme bei einer OP, die nicht planmäßig laufen.

„Wenn eine OP ansteht, hat jeder ein mulmiges Gefühl, das ist normal“, sagt Greta Schuler von der VdK-Patienten- und Wohnberatung Baden-Württemberg in Stuttgart.
„Wir beraten immer wieder Patienten, die nicht wissen, ob der geplante Eingriff die richtige Entscheidung für sie ist. Sie sind dann geradezu blockiert. So geht es auch der 69-jährigen Hannelore M.
Sie hat nur noch ein Auge. Das ist durch Grauen Star getrübt.
Ihre Ärztin rät zur OP, bei der eine künstliche Linse im Auge eingesetzt wird.
Sie erklärt ihr die Einzelheiten, aber vor lauter Angst um das verbliebene Auge kann Frau M. kaum zuhören.
Zurück zu Hause gerät sie ins Grübeln. Ist der Eingriff wirklich nötig?
Kann ich am Ende vielleicht gar nichts mehr sehen?
Was passiert, wenn es zu Komplikationen kommt?
Wie kann sich das auswirken?
„Tatsächlich sind die Gefahren einer OP des Grauen Stars gering“, sagt Patientenberaterin Schuler.
Bei ein bis vier Prozent der Eingriffe kommt es zu Komplikationen. Davon lassen sich die meisten gut behandeln.
In Deutschland werden jährlich etwa 700 000 bis 800 000 Star-OPs durchgeführt.
Doch wegen der Angst vor möglichen Folgen bekommen manche Patienten wichtige Einzelheiten im Arztgespräch gar nicht mit. Sie verstehen sie nicht und fragen nicht nach.
„Ein Teufelskreis- denn gerade ausführliche Informationen dazu können gegen die Angst helfen. Deshalb sollte man sich in aller Ruhe und ausführlich überlegen was für und gegen eine OP spricht.“ Das rät Greta Schuler.
Dazu gehört vor allem, dass man sich über seine Ängste klar wird und diese mit dem Arzt bespricht.
„Am besten schreibt man sich seine Fragen vorher auf. Und wenn man nicht alles versteht, sollte man auf jeden Fall nachfragen“.
Patienteninformationen bieten hier auch eine gute Hilfe. Es gibt sie in schriftlicher und anschaulicher Form. Damit kann sich die Patientin in Ruhe zu Hause noch einmal zu dem Thema beschäftigen.
Im Arztgespräch sollte die Angst selbst offen angesprochen werden.
Es gibt auch noch andere Möglichkeiten mit der Angst umzugehen. Entspannungsübungen oder beruhigende Musik können dabei helfen.

Unser Tipp Überstürzen Sie die Entscheidung für oder gegen eine OP nicht.
Sprechen Sie mit Freundinnen und Angehörigen über Ihre Situation.
Lassen Sie sich beraten. Vor allem sollte man seinen Arzt alles fragen, was einem auf dem Herzen liegt.
In jedem Fall dürfen Sie ihn auch ein zweites Mal aufsuchen. Oder holen Sie sich eine zweite Meinung von einem anderen Arzt.
Manche gesetzliche Krankenkassen bieten ihren Versicherten telefonische Beratung an durch Fachärzte.
Weitere Informationen zu dem Thema „Angst vor der Operation“ und „Grauer Star“ finden Sie auf der Internetseite: www.gesundheitsinformation.de

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