Einfache Sprache

    „Auszeit nehmen und Kraft schöpfen ist wichtig!“

    Heilbronner VdK-Frauen thematisierten Kuren für Mütter und Pflegende-
    VdK-Zeitung sprach mit Elisabeth Knörle

    Elisabeth Knörle
    Elisabeth Knörle | © VdK

    Die letzte Frauenarbeitstagung des Kreisverbands Heilbronn drehte sich um Mütterrente und vieles mehr.
    Zu dieser Veranstaltung hatten sich 70 VdK-lerinnen im Heinrich-Fries-Haus versammelt. Mit dabei waren zudem Roland Sing, der Kreisvorsitzende Frank Stroh und der Heilbronner VdK-Sozialreferent Andreas Schreyer.
    Sie wird jedes Jahr durchgeführt.

    Auch Anne Schilling, Bundesgeschäftsführerin der Elly-Heuss-Knapp-Stiftung in Berlin, war von dort angereist.
    Sie war die Hauptreferentin des Nachmittags. Sie informierte über das Müttergenesungswerk, dessen Aufgaben und Bedeutung.
    Das Müttergenesungswerk betreibt bundesweit 1300 Beratungsstellen. Sie beraten jährlich 50 000 Mütter zu unterschiedlichen Kurmaßnahmen.
    Denn es werden nicht nur Mutter-Kind-Kuren vermittelt, sondern auch Mütterkuren, wie Schilling betonte.
    Die Mütterkuren hätten in der heutigen Zeit wieder zunehmende Bedeutung.
    Weil immer mehr Frauen und Mütter ihre Angehörigen zu Hause pflegen.
    Durch die vielfältigen Aufgaben der Frauen in Familie und Beruf, komme es oft zu Erschöpfungszuständen, bis hin zum Burn-out.
    Worterklärung: Burn-out ist ein englischer Begriff und heißt eigentlich „ausgebrannt“.

    Die Bedeutung der Kuren für Mütter und Frauen bestätigte auch Elisabeth Knörle, die Heilbronner Kreisfrauenvertreterin. Sie erzählte, dass sie im Frühjahr 2016 eine solche Kur gemacht hätte, damit es gar nicht erst soweit kam.
    Die langjährige VdK-Vorstandsfrau pflegt seit rund fünf Jahren ihren Ehemann.
    Auch sonst weiß die 80-Jährige wovon sie spricht. Sie ist die jährliche Gastgeberin der Veranstaltung.
    Knörle hat zu einer Zeit, in der es kaum Kinderbetreuung gab, fünf Kinder großgezogen.
    Deshalb warb Elisabeth Knörle vor wenigen Jahren für die sogenannte Mütterrente gegenüber Politik und Öffentlichkeit. Damit die betroffenen Frauen ihre Leistungen gewürdigt bekommen und auch rentenrechtlich besser berücksichtigt werden.
    Sie betonte aber auch gegenüber der VdK-Zeitung, wie wichtig es für Mütter und pflegende Ehefrauen ist, eine Auszeit zu nehmen. Und etwas für sich und ihre Erholung zu tun.
    Sie schilderte aber auch, wie schwierig es ist, sein Recht auf eine Kur umsetzen zu können. Man müsse oft sehr hartnäckig sein. Häufig wird der erste Antrag abgelehnt.
    Auch bei ihr war das so. Doch Elisabeth Knörle ließ sich davon nicht entmutigen.
    Sie vereinbarte einen Termin mit dem VdK-Sozialreferenten Andreas Schreyer in der Heilbronner VdK-Servicestelle.

    VdK hilft beim Beantragen einer Reha
    Mit juristischem Sachverstand wurde die Sache im Widerspruchsverfahren klar gemacht.
    Worterklärung: ein Widerspruchsverfahren ist: auf einen abgelehnten Antrag wird der Behörde schriftlich mitgeteilt, dass man nicht damit einverstanden ist. Oft wird das über einen Anwalt gemacht.

    Denn der Anspruch auf Mütterkuren und Mutter-Kind-Kuren ist im Sozialgesetzbuch verankert. Das bestätigte Anne Schilling auf der Veranstaltung.
    Leider erfolge die Umsetzung durch die Krankenkasse relativ wenig.
    Auch Informationen über die Reha-Angebote werden nur spärlich weitergegeben, beklagte Schilling.
    „Reha-bedürftige Frauen sollten sich nicht scheuen, einen Antrag zu stellen, meinte auch Elisabeth Knörle.
    Sie war früher langjährige Vorsitzende von „Oberes Zabergäu“. Sie verwies auf ihr erfolgreiches Widerspruchsverfahren und berichtete von ihrer drei-wöchigen Kur in Wertach im Allgaü.
    Sie hätte eine gute Auszeit und Erholung gehabt, in einer landschaftlich schönen Umgebung. Sie machte schöne Spaziergänge und ging zur Einzel-und Gruppengymnastik und Wassergymnastik.
    Sie hatte auch wertvolle psychologische Gespräche, einzeln und in der Gruppe.
    Gerade diese Gespräche seine für sie und andere Frauen sehr wichtig gewesen.
    Darunter waren auch ältere und hochaltrige Frauen, die Angehörige pflegen.
    Es waren auch Witwen und Alleinerziehende und Frauen mit behinderten Kindern da.
    Knörle bekannte gegenüber der VdK-Zeitung:
    „Denn als Frau hat man immer ein schlechtes Gewissen, wenn man mal eine Auszeit nehmen möchte.“ Doch es sei für viele Frauen so notwendig, mal rauszukommen und neue Kraft zu schöpfen.
    „Man muss etwas für sich tun, Tapetenwechsel haben und Dinge tun, die Spaß machen. Bei aller Liebe darf man sich nicht selbst vergessen“, beteuerte Elisabeth Knörle.

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