27. März 2017
Einfache Sprache

Keiner muss auf Zahnersatz verzichten

Zeljka Pintaric | © VdK

Oft nutzen Geringverdiener nicht die Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen.
Dies wird deutlich bei den Anfragen an die VdK-Patientenberatung und Wohnberatung in Stuttgart.
Patientenberaterin Zeljka Pintaric gibt dazu ein Beispiel:
Herr M. benötigt Zahnersatz. Zwei Kronen müssen ihm eingesetzt werden.
Er befürchtet aber, dass er sich keinen Zahnersatz leisten kann.
Herr M. fragt, ob seine Krankenkasse die gesamten Kosten übernehmen muss.
Frau Pintaric sagt dazu: „Nur wer wenig Geld zur Verfügung hat, kann den doppelten Festzuschuss zur Regelversorgung bekommen.
Erklärung: Festzuschuss ist der Geldbetrag den die Krankenkasse zu den Zahnarztkosten dazu bezahlt.

Den doppelten Festzuschuss gibt es dann, wenn die monatlichen Bruttoeinnahmen eine bestimmte Grenze nicht überschreiten.

Für das Jahr 2017 gibt es diese Regeln:

  • Alleinstehende: 1190 Euro
  • mit einem Angehörigen: 1636,25 Euro
  • jeder weitere Angehörige: 297,50 Euro


Dazu müssen der Krankenkasse Unterlagen zu den Einkommen vorgelegt werden.
Zum Beispiel: Einkommensnachweise, Arbeitslosengeld oder Bescheinigungen zur Sozialhilfe.
Wichtig dabei ist:
Wenn jemand von den Zuzahlungen zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenkasse befreit ist, ist er nicht automatisch ein Härtefall.
Es muss immer ein gesonderter Antrag gestellt werden.
Oft sind die tatsächlichen Kosten für den Zahnersatz höher als der doppelte Festzuschuss.
Auch diese höheren Kosten werden übernommen, wenn sie innerhalb der Regelversorgung liegen.
Nur, wenn jemand eine Keramikkrone oder Goldkrone möchte, muss er dafür selbst bezahlen.
Die Krankenkasse übernimmt alle Kosten für den einfachen Zahnersatz.

Bei geringem Einkommen Härtefallantrag stellen.
„Es gibt eine gleitende Härtefallregelung“. Das bedeutet: Man kann auch dann einen zusätzlichen Zuschuss erhalten, wenn man etwas über der Einkommensgrenze liegt.
„Für Versicherte mit geringem Einkommen lohnt es sich auf jeden Fall, einen Härtefallantrag bei der Krankenkasse zu stellen.“ Das sagt Frau Pintaric.

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