Einfache Sprache

IGe-Leistungen niemals dringend notwendig

Erklärung: IGe-Leistungen sind individuelle Gesundheitsleistungen.
Das bedeutet, persönliche Gesundheitsleistungen.
Sie werden nicht von der Krankenkasse bezahlt.

Patientenberaterin Monika Müller | © VdK

Das Angebot an individuellen Gesundheitsleistungen ist sehr groß.
Patienten benötigen dazu eine unabhängige Beratung.
Dann können sie einschätzen, ob eine angebotene Leistung notwendig ist.
Zu Monika Müller kommen regelmäßig Patienten in die VdK Patienten- und Wohnberatung Baden-Württemberg in Stuttgart.

Der 69-jährige Rentner Erwin E. war zur Vorsorge beim Urologen.
Der Arzt lässt ihm Blut abnehmen, um es zur Früherkennung von Prostatakrebs ins Labor zu schicken.
Dann die Überraschung: Erwin E. soll für diesen Test 30 € zahlen.
Das hatte der Urologe nicht erwähnt. Der Rentner fühlt sich überrumpelt und zahlt trotzdem.
Dieser Test heißt PSA-Test und ist in diesem Fall eine reine Vorsorgemaßnahme.
Man muss sie als gesetzlich Versicherter tatsächlich privat bezahlen.
Monika Müller sagt dazu: "Bei so einer IGeL muss aber der Arzt vorher sagen, dass die Kasse die Kosten nicht übernimmt. Außerdem muss er erklären, wofür diese Leistung gemacht werden soll. Und welches Risiko dabei besteht." Denn über den Nutzen vieler IGeL wird gestritten.
Der Arzt ist zu einer umfassenden Aufklärung verpflichtet. Das steht im Patientenrechtegesetz.
"Nur wer gut informiert ist, kann sich bewusst für oder gegen eine IGeL entscheiden." Das erklärt die VdK-Beraterin. Sie sagt außerdem: "Und daran sollte auch der Arzt großes Interesse haben. Denn der Patient muss nur bezahlen, wenn er den Kosten für die IGeL vorher schriftlich zugestimmt hat." Erwin E. hätte also gar nicht zahlen müssen.
Sein Arzt hatte ihn überhaupt nicht aufgeklärt und keine Einwilligung dazu unterschreiben lassen.
Frau Müller sagt: "Wenn die Praxis dann auf einer Bezahlung besteht, ist das rechtlich nicht in Ordnung. Man sollte daher nicht gleich zahlen.
Stattdessen sollte man sich eine Rechnung ausstellen lassen oder zuschicken lassen.
Danach könne man sich immer noch überlegen, was man macht.
Im Zweifelsfall beanstandet man die Rechnung schriftlich und zahlt weiterhin nicht.
Wenn das nicht hilft, kann man sich noch bei der Landesärztekammer schriftlich über den Arzt beschweren.
In einem weiteren Schritt kann man einen Anwalt einschalten." VdK-Patientenberaterin Müller weist Herrn E. noch daraufhin: "Eine IGe-Leistung kann nie eine dringend notwendige medizinische Leistung sein.
Daher ist es immer möglich, um Bedenkzeit zu bitten und sich zu Hause in Ruhe alles zu überlegen."

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