vor 5 Tagen
    Beratungsfall des Monats

    Heikles Thema Bauchaortenaneurysma

    „Meinen Nachbarn hat es kalt erwischt“

    „Meinen Nachbarn hat es kalt erwischt“, erzählt Mitglied Harald B. Nun hat auch er Angst, dass er am gefährlichen Bauchaortenaneurysma leiden könnte. Daher nimmt Harald B. Kontakt mit der VdK Patienten- und Wohnberatung in Stuttgart auf. Er möchte wissen, was genau ein Bauchaortenaneurysma ist, wie er es erkennen kann und ob er womöglich schon selbst davon betroffen ist.

    Notarzt auf dem Weg
    Wenn ein Aneurysma reisst, kommt oft jede Hilfe zu spät. | © iStock

    Patientenberaterin Monika Müller erklärt, dass die Aorta die Hauptschlagader ist, durch die das Blut vom Herzen in den Körper transportiert wird. „Normalerweise hat sie einen Durchmesser von rund zwei Zentimetern“, erläutert Müller und fährt fort: „Wenn sie sich aber an einer Stelle ausdehnt und eine Ausbuchtung mit einem Durchmesser von mehr als drei Zentimetern bildet, spricht man von einem Bauchaortenaneurysma.“

    Herr B. möchte nun wissen, ab wann so eine Ausdehnung gefährlich werden kann. In den meisten Fällen sei die Ausbuchtung harmlos. Da sie in der Regel keine Beschwerden verursache, bleibe sie meist unbemerkt, erklärt die VdK-Patientenberaterin. Wenn sich ein Aneurysma jedoch weiter ausdehne, könne die Bauchschlagader auch mal plötzlich reißen“, beschreibt Monika Müller die Gefahr. „Das wird dann schnell lebensbedrohlich.“ Herr B. will dazu sofort wissen, wie sich diese höchst gefährliche Situation für den Patienten bemerkbar mache. „Wenn die Bauchschlagader reißt, tritt in der Regel ein plötzlicher Schmerz im Rücken auf, der meist in die Seite oder in die Leiste ausstrahlt“, beschreibt Müller den Vorgang und ergänzt an Harald B. gerichtet: „Ihnen würde dann ganz schnell schwindelig werden, gefolgt von Bewusstlosigkeit und einem totalen Kreislaufzusammenbruch.“

    Es bestehe, so Müller, jedoch kein Grund zur Resignation, denn die Chance für Patientinnen und Patienten bestehe hier in Vorsorge und Früherkennung. „Da solche Aneurysmen am ehesten bei Menschen über 65 und bei Männern deutlich häufiger als bei Frauen auftreten, bezahlt die Krankenkasse bei Männern ab 65 Jahren eine einmalige Ultraschall-Untersuchung zur Früherkennung. Damit können große Aneurysmen früh erkannt werden“, sagt Müller.

    Aneurysma – was nun

    „Und was passiert, wenn jetzt bei mir ein solches Aneurysma gefunden wird? möchte Harald B. sodann wissen. „Wenn kleinere Ausbuchtungen gefunden werden, werden diese zunächst regelmäßig kontrolliert, um zu schauen, ob und wie schnell sie sich ausdehnen“, klärt Müller auf und verweist hier auf die Gefahren des Rauchens. Schließlich könne das Rauchen das Wachstum des Aneurysmas fördern, ebenso wie hoher Blutdruck oder erhöhte Blutfettwerte. „Dies sollte unbedingt behandelt und das Rauchen eingestellt werden“, rät Monika Müller.

    Die Patientenberaterin informiert auch über die Möglichkeit, ein großes Aneurysma zu operieren. Und sie hält es für wichtig, zunächst mit dem Arzt über die Vor- und Nachteile dieser Früherkennungsuntersuchung per Ultraschall zu sprechen. Denn, wenn als Ergebnis der Untersuchung eine Operation empfohlen wird, sollte man wissen, dass rund zwei bis vier von 100 operierten Menschen in Folge der Operation sterben. „Das heißt“, so Müller, „die Operation birgt ein großes Risiko, wobei das Alter und Begleiterkrankungen des Patienten eine große Rolle spielen.“ Daher findet es die Patientenberaterin gut, wenn man sich vorab von seinem Hausarzt beraten lässt. „Denn Sie müssen schlussendlich die Entscheidung treffen, ob sie zu einer vorbeugenden Operation bereit wären, wenn eine Ausbuchtung entdeckt wird“, bringt Monika Müller die Sache auf den Punkt. „Wenn nicht, haben Sie keinen Nutzen von der Untersuchung!“ Doch da die Untersuchung nicht dringend sei, könne man sich Zeit lassen und in Ruhe darüber nachdenken, informiert die VdK-Mitarbeiterin. Abschließend gibt sie noch diesen Hinweis: „Durch die Früherkennungsuntersuchung verringert sich bei Männern ab 65 Jahren das Risiko an einem Bauchaortenaneurysma zu sterben. Es werden dabei aber auch Aneurysmen entdeckt und vielleicht operiert, die vermutlich nie gesundheitliche Probleme bereitet hätten. Das Wissen, ein Aneurysma zu haben, kann zudem sehr belastend sein.“

    Weiterführende Informationen

    Schlagworte Aneurysma | Bauchaortenaneurysma

    Beratungsfall des Monats

    Mann im Wohnzimmer mit Krücken und Halskrause
    © iStock

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