30. April 2021
    Beratungsfall des Monats

    Langanhaltende Fingerschmerzen – rheumatoide Arthritis?

    VdK-Beraterin Müller informiert über neues Disease-Management-Programm (DMP)

    Frau R. wendet sich hilfesuchend an die VdK-Patientenberatung: Seit Monaten hat sie sehr starke Schmerzen im Bereich der Gelenke. Nun geht es ihr zusehends schlechter aber ihres Erachtens nimmt ihr Orthopäde ihre Schmerzen nicht ernst genug.

    Der Hausarzt hilft
    VdK-Patientenberaterin Müller empfiehlt, zunächst den Hausarzt zu konsultieren - dieser kann auch über mögliche DMPs informieren. | © AdobeStock

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    Offenbar leidet Frau R. schon länger unter Schmerzen im Bereich der Fingergelenke leidet, erfährt VdK-Patientenberaterin Monika Müller. Es stellt sich jedoch heraus, dass Frau R. seit ihrem Umzug vor zwei Jahren gar keinen Hausarzt mehr hat und daher gleich einen Termin beim Orthopäden vereinbarte. „Ich bin davon ausgegangen, dass der Orthopäde der richtige Arzt ist, da die Schmerzen vor allem an den Gelenken aufgetreten sind“, erklärt sie. „Dieser hat dann Blut abgenommen und beim zweiten Termin gemeint, dass er eine rheumatoide Arthritis vermutet. Daraufhin hat er irgendein Schmerzmittel verschrieben, was aber nicht gut geholfen hat“, so Frau R. weiter.

    Müller findet den direkten Weg zum Orthopäden nachvollziehbar aber empfiehlt, zunächst den Hausarzt zu konsultieren und wenn nötig, einen neuen zu suchen. Der Hausarzt sei ein wichtiger Partner, da bei ihm alle Behandlungsergebnisse zusammenlaufen, so Müller. Er kennt seine Patienten und all deren Erkrankungen. Er deckt einen großen Teil der Untersuchungsmöglichkeiten ab oder organisiert für seine Patienten Termine bei den Fachärzten, wenn das notwendig ist. In der Hausarztpraxis wird alles dokumentiert, Medikamentenpläne erstellt und vieles mehr. „Für die Schmerzen in ihren Fingergelenken oder den anderen Gelenken kann es unterschiedliche Ursachen geben. Was genau die Ursache ist, muss abgeklärt werden“, erklärt Müller.

    Zu Beginn der Abklärung steht immer eine ausführliche Anamnese mit Fragen wie bspw. „Wie lange bestehen die Schmerzen. Wann treten sie vorwiegend auf?“ Gemeinsam mit dem Hausarzt wird dann besprochen, was die nächsten Schritte sein werden. Welche Diagnostik wird benötigt, um die Art der Erkrankung herauszufinden. „Gibt es dann ein Ergebnis in Form einer Diagnose wird der Hausarzt mit Ihnen die Therapieoptionen besprechen und diese in die Wege leiten“, informiert Patientenberaterin Müller Frau R. und verweist auf die sogenannten Disease-Management-Programme (DMP), die viele Hausärzte anbieten.

    DMP-Programme sind strukturierte Behandlungsprogramme, die für bestimmte chronische Erkrankungen entwickelt und angeboten werden. Das vorgegebene koordinierte Vorgehen bei der Behandlung soll dazu beitragen, den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen und unnötige Komplikationen und Folgeschäden zu vermeiden. Die Patientinnen und Patienten werden im Umgang mit der Erkrankung geschult und in ihrer Gesundheitskompetenz gestärkt.

    „Sollte sich bei Ihnen der Verdacht des Orthopäden bestätigen und es sich bei Ihnen tatsächlich um eine rheumatoide Arthritis handeln, so könnten Sie sich für ein solches Programm anmelden“, betont Müller und ergänzt: „Der Gemeinsame Bundesausschuss hat nämlich aktuell beschlossen, dass es zu dieser Erkrankung ein Disease-Management-Programm geben soll. Für Sie als Patientin bedeutet dies, dass sie mit dem Hausarzt individuelle Therapieziele festlegen. Sie profitieren von intensivierten Patienteninformation und Beratung – beispielsweise Schulungen und Präventionsangeboten. Der Verlauf der Erkrankung wird regelmäßig kontrolliert und die Therapie auf Sie und Ihre Bedürfnisse abgestimmt. Im DMP erhalten Sie als Patientin die empfohlene medizinische Behandlung nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft“.

    Das neue DMP steht laut einer Pressemitteilung des Gemeinsamen Bundesausschusses vom 18. März bald zur Verfügung. Für die praktische Umsetzung gelte es nun lediglich noch die Verträge zwischen gesetzlichen Krankenkassen, Ärztinnen und Ärzten und/oder Krankenhäusern festzuzurren. „Ihre Krankenkasse kann Ihnen dann auch Ärzte und Ärztinnen benennen, die an diesem Programm teilnehmen“, so VdK-Patientenberaterin Müller.

    Quelle

    Schlagworte DMP | Disease-Management-Programm | Krankenkasse | Hausarzt | Patientenberatung | Monika Müller

    Beratungsfall des Monats

    Mann im Wohnzimmer mit Krücken und Halskrause
    © iStock

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