1. April 2021
    Beratungsfall des Monats

    Krankenkassenwechsel – Die neuen Regeln seit 2021

    Wer mit seiner Krankenkasse nicht zufrieden ist, kann diese wechseln. Gesetzlich Versicherte können zurzeit (Stand Februar 2021) unter 103 Krankenkassen wählen. „Jetzt ist der Kassenwechsel einfacher. Bisher waren gesetzlich Versicherte grundsätzlich 18 Monate an die Wahl ihrer Krankenkasse gebunden. Seit Januar 2021 können Mitglieder bereits nach zwölf Monaten in eine andere gesetzliche Kasse wechseln“, erklärt Beraterin Željka Pintarić von der VdK Patienten- und Wohnberatung Baden-Württemberg. Die Kündigungsfrist beträgt zwei Monate zum Monatsende. „Wer bis Ende April bei seiner alten Krankenkasse kündigt, kann ab dem 1. Juli zu einer neuen Krankenkasse wechseln“, zeigt die VdK-Patientenberaterin in ihrem Beispiel auf.

    Beraterin Z. Pintaric
    Beraterin Z. Pintaric | © David Vogt visupixel

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    Wie läuft Kassenwechsel ab?

    1. Wahl der Krankenkasse:

    „Sie wählen eine neue Krankenkasse und füllen den Mitgliedsantrag aus. Bei vielen Krankenkassen geht das online. Sie müssen nicht mehr bei Ihrer alten Krankenkasse kündigen“, betont Pintarić und ergänzt: „Die Kündigungsfrist gilt zwar weiterhin, die Wahl der neuen Krankenkasse ersetzt jedoch die Kündigung“. Ausnahmen gibt es gleichwohl, so Pintarić: „Wenn Sie Ihre freiwillige Versicherung zugunsten einer Familienversicherung beenden oder in die private Krankenversicherung wechseln, dann ist immer noch eine Kündigung bei Ihrer alten Krankenkasse notwendig“.

    2. Bestätigung

    „Die gewählte Krankenkasse prüft die Voraussetzungen für einen Wechsel und informiert Ihre bisherige Kasse“, erläutert Željka Pintarić das Verfahren. „Diese bestätigt das Ende der Mitgliedschaft. Die neue Krankenkasse teilt Ihnen anschließend mit, zu welchem Zeitpunkt die Versicherung bei der alten Kasse endet“.

    3. Mitteilung

    „Sie müssen der für Sie zuständigen Stelle mitteilen, dass Sie eine neue Krankenkasse haben. Dies kann zum Beispiel Ihr Arbeitgeber, die Agentur für Arbeit oder die Rentenversicherung sein“, stellt die VdK-Patientenberaterin klar.

    Und sie verweist auf die abweichenden Bindungsfristen. Die gelten zum Beispiel, wenn man bestimmte Wahltarife abschließt. „So sind Sie beim Wahltarif ‚Krankengeld‘ in der Regel drei Jahre an die Krankenkasse gebunden“. Sie gelten auch, wenn die Kasse einen Zusatzbeitrag erhebt oder erhöht. Es besteht dann ein Sonderkündigungsrecht. „Sie können kündigen, auch wenn Sie noch nicht zwölf Monate bei der Krankenkasse versichert sind“, so Željka Pintarić zu diesem Fall. Abweichende Fristen gelten auch, wenn man seinen Arbeitgeber wechselt. „Sie können bis maximal 14 Tage nach Beschäftigungsbeginn eine neue Kasse wählen. Die Bindungsfrist von zwölf Monaten und die Mindestbindungsfrist von Wahltarifen gelten hier nicht“, betont Pintarić und gibt zu bedenken: „Ein Wechsel der Krankenkasse sollte gut überlegt sein. Die Gründe für einen Wechsel können der geringe Zusatzbeitrag, die bessere Erreichbarkeit aber auch bestimmte Zusatzleistungen sein“. Außerdem unterstreicht die VdK-Patientenberaterin: „Egal ob Sie älter oder chronisch krank sind, gesetzliche Krankenkassen dürfen Sie nicht ablehnen!“.

    Tipp:

    „Überlegen Sie sich vor einem Krankenkassenwechsel, was Ihnen wichtig ist und wählen Sie die Kasse entsprechend Ihrer persönlichen Bedürfnisse“, betont Željka Pintarić und verweist auf die Stiftung Warentest, die regelmäßig einen Krankenkassenvergleich veröffentlicht.

    Weiterhin ist zu beachten, dass mit Beginn der Mitgliedschaft die neue Krankenkasse für alle Leistungen zuständig ist. „Beziehen Versicherte Krankengeld, kann sich durch den Wechsel der Kasse die Auszahlung verzögern“, gibt die VdK-Patientenberaterin zu bedenken. Einige Hilfsmittel wie beispielsweise Rollatoren werden von den Krankenkassen leihweise zur Verfügung gestellt und müssen eventuell beim Kassenwechsel zurückgegeben werden. „Im Vorfeld sollten Versicherte unbedingt mit der neuen Krankenkasse die Weiterversorgung klären“, so Pintarić abschließend.

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    Mann im Wohnzimmer mit Krücken und Halskrause
    © iStock

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