1. September 2022
    VdK-ZEITUNG

    17.000 Euro an Nachzahlung in Offenburg erstritten!

    Wir haben geholfen! Frau R. kam nach Hirnblutung doch noch zu ihrem Recht

    Eine Einzelhandelskauffrau aus dem Raum Offenburg war erst 52 Jahre alt, als sie eine Hirnblutung mit weitreichenden Folgen erlitt. Nach einjähriger Krankschreibung und zwei stationären Reha-Aufenthalten beantragte Frau R. eine Erwerbsminderungsrente (EM-Rente). Denn an ihre Arbeit – wie vor der lebensbedrohlichen Erkrankung – als Verkäuferin in einer Großbäckerei mit angegliedertem Café, war nicht mehr zu denken. Schließlich hatte das VdK-Mitglied nicht nur Brot zu verkaufen, sondern auch selbstständig den Backofen mit den Brezeln und anderen Backwaren zu betätigen sowie im Cafébereich die Kunden zu bedienen.

    Doch dann der Schock:

    Die Deutsche Rentenversicherung Baden-Württemberg (DRV) lehnte die von Frau R. beantragte EM-Rente ab. Dort ging man von einem Restleistungsvermögen von mehr als sechs Stunden aus. Bei ihrem ablehnenden Bescheid stützte sich die DRV auf einen recht positiven Reha-Bericht und verfuhr nach der Devise: „Das wird schon wieder!“, so Harry Krellmann im Gespräch mit der Redaktion. Er verwies auf Unzulänglichkeiten und Widersprüche. Der VdK-Jurist von der Offenburger VdK-Beratungsstelle nahm sich der Sache des schwerkranken Mitglieds an und legte im Auftrag von Frau R. Widerspruch ein.

    Seit 1997 für Mitglieder im Raum Offenburg tätig: VdK-Jurist Harry Krellmann. | © VdK-Beratungsstelle Offenburg

    Im Widerspruchsverfahren stützte sich die Deutsche Rentenversicherung dann jedoch auf ein Gutachten, dem fälschlicherweise ein Demenztest zugrunde lag. „Denn anstatt unser von einer Hirnblutung betroffenes Mitglied adäquat neurologisch zu begutachten, wandte hier der Gutachter einfach einen Test an, der sonst bei Demenzpatienten zum Einsatz kommt“, monierte Krellmann dieses Vorgehen. „So wurden zwar Einschränkungen neurologischer Art erkannt, aber keine Schlussfolgerungen gezogen. Außerdem gab der Gutachter gar keine Prognose ab. Und dass nun die Erwerbsminderungsrente abgelehnt wurde, wunderte mich eigentlich nicht“, so Harry Krellmann gegenüber der VdK-Zeitung.

    Er erhob sodann Klage vor dem Sozialgericht, worauf endlich ein neurologisches Gutachten in Auftrag gegeben wurde. Dieses erfolgt üblicherweise nach einer Hirnblutung: Es wurde ein MMST-Hirnleistungstest (Mini Mental Status Test) durchgeführt – mit dem Ergebnis, dass eine rentenrelevante Leistungsminderung festgestellt wurde.

    Schließlich ergaben die nun bei Frau R. durchführten Tests ein anderes Bild. Sie spiegelten die neurologischen und insbesondere auch die kognitiven Krankheitsfolgen des VdK-Mitglieds besser wider: Gedächtnisprobleme, Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen, Gleichgewichtsstörungen, Schwindel sowie massive körperliche Schwäche. Angesichts dieser ganz erheblichen Beeinträchtigungen konnte Frau R. die Erwerbsminderungsrente nicht weiter vorenthalten werden.

    Und nicht nur das: Die Deutsche Rentenversicherung Baden-Württemberg musste auch Nachzahlungen ab dem Zeitpunkt der erlittenen Hirnblutung leisten. So kam die stattliche Summe von mehr als 17.000 Euro zusammen. „Gut, dass unser Mitglied die Ablehnung damals nicht akzeptierte, sondern sofort in meine Sprechstunde kam“, kommentierte VdK-Jurist Krellmann den positiven Ausgang dieses Sozialrechtsstreits.

    Frau R. ist sehr glücklich, dass sie doch noch zu ihrem Recht kam: „Ich bin überaus froh, dass ich damals nicht resigniert, sondern mit Hilfe des VdK gekämpft habe. Denn ich brauche diese Rente, weil es einfach nicht mehr geht – so gerne ich auch wieder arbeiten würde“, betonte sie im Gespräch mit der Redaktion.

    Fazit:

    Der Sozialrechtsschutz gehört nicht grundlos seit rund 75 Jahren zu den wesentlichen Leistungen des Sozialverbands VdK. In Baden-Württemberg wurden allein im Jahr 2021 mehr als 16 Millionen Euro an Nachzahlungen für die Mitglieder im Südwesten erkämpft. Bundesweit sind es jährlich sogar Nachzahlungen in dreistelliger Millionenhöhe.

    B. Bühler

    EINFACHE SPRACHE
    Geld
    Nach einer Hirnblutung hat der VdK Frau R. geholfen, dass sie ihr Geld zurückbekommt.

    VdK-Angebot
    Figur von Justitia
    Wir beraten kompetent im Sozialrecht: Kommt es zu einem Streitfall, stehen unsere erfahrenen VdK-Juristen an der Seite jedes Einzelnen und setzen sich für die Rechte unserer Mitglieder ein.

    Sozialrechtsberatung
    Die VdK-Beratungsstelle in Freiburg.
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    VdK-Angebot
    Vom Schwerbehindertenrecht bis zur gesetzlichen Kranken-, Renten-, Pflege-, Unfall- und Arbeitslosenversicherung – unsere VdK-Juristen setzen sich in zahlreichen Fällen für unsere Mitglieder ein. Allein im Jahr 2021 waren sie in rund 12.000 Widerspruchs- und Klageverfahren in Baden-Württemberg tätig. Unsere echten Fälle aus der Rechtsberatung zeigen: Es lohnt sich zu kämpfen!

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