30. Mai 2022
    VdK-ZEITUNG

    „In der Pflege ist noch viel zu tun!“

    Auftakt mit Landespressekonferenz im Landtag

    Seit Beginn der 1990er-Jahre, mithin seit gut drei Jahrzehnten, ist die Pflege Dauerthema beim Sozialverband VdK. Während es zunächst um die Einführung einer gesetzlichen Pflegeversicherung als weitere Säule der Sozialversicherung ging, erkämpfte der VdK in der Folgezeit Leistungsausbau und Ausdehnung des Personenkreises. Schließlich waren die demenzkranken Menschen anfangs völlig außen vor. Auch war die ursprüngliche Ausrichtung der Pflegeversicherung auf rein körperlichen und zeitlich zu bestimmenden Hilfebedarf der vielschichtigen Pflegethematik nicht gerecht geworden. Dies erkannte der VdK schnell und verlangte mit vielerlei Aktionen Abhilfe. Dank seines jahrelangen beharrlichen Einsatzes, unter anderem mit den VdK-Kampagnen „Pflege geht jeden an“ und „Große Pflegereform jetzt!“ konnte mit der Einführung der fünf Pflegegrade anstelle der früheren drei Pflegestufen ein wichtiger Markstein im Jahr 2017 erreicht werden. Viele weitere pflegebedürftige Menschen können nun ebenfalls Pflegeversicherungsleistungen beziehen.

    Hans-Josef Hotz auf der
    Landesverbandsvorsitzender Hans-Josef Hotz auf der "Demp ohne Menschen" zum Start der Kampagne "Nächstenpflege" | © VdK

    Dauerbaustelle Pflege

    Doch trotz gesetzlicher Pflegeversicherung ist das Armutsrisiko der Betroffenen nicht gebannt. Es steigt vielmehr weiter an und betrifft sowohl die stationäre als auch die ambulante Pflege. Gerade die häusliche Pflege, die vom Gesetzgeber und den pflegebedürftigen Menschen favorisiert wird, weist viele Schwachstellen auf, wie jüngst die Pflegestudie des VdK Deutschland zur häuslichen Pflege, die größte ihrer Art, zeigte. Dazu befragte Professor Dr. Dr. Andreas Büscher von der Hochschule Osnabrück im VdK-Auftrag 56 000 Menschen. Die Studie offenbart massive Defizite in der häuslichen Pflege: Pflegende Angehörige werden von der Politik alleingelassen und ersticken in Bürokratie. Dabei ist die Pflege durch Angehörige schon jetzt für die Gesellschaft enorm wichtig und wird auch in Zukunft, angesichts des demografischen Wandels, noch wichtiger für die Versorgung von Pflegebedürftigen. Nicht umsonst wird mit Blick auf die vielen pflegenden Angehörigen vom „Größten Pflegedienst der Nation“ gesprochen – ein Pflegedienst, dem der Sozialverband VdK mit seiner bundesweiten Kampagne „Nächstenpflege“ mehr Aufmerksamkeit bescheren und mehr Leistungsansprüche und -angebote erkämpfen will. Denn 80 Prozent der über vier Millionen Pflegebedürftigen in Deutschland werden zuhause versorgt. Allein in Baden-Württemberg betrifft dies rund 378 000 Menschen. Wenngleich für die meisten Angehörigen die Pflege ihrer Liebsten eine Selbstverständlichkeit ist, bringt das die Betroffenen – zumeist Frauen – oft an ihre Grenzen. Dies gilt in körperlicher, psychischer und finanzieller Hinsicht. Mehr als ein Drittel der Menschen, die Angehörige zu Hause pflegen, fühlen sich extrem belastet und können die Pflegesituation nur unter Schwierigkeiten oder gar nicht mehr bewältigen, so die VdK-Studie. „Es ist höchste Zeit, pflegende Angehörige endlich ausreichend zu unterstützen und sie zu entlasten“, betonte denn auch Landesvorsitzender Hans-Josef Hotz zum Kampagnenauftakt.

    Demo ohne Menschen
    Wünsche und Forderungen von Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen auf mehr als 200 Schildern - auf der "Demo ohne Menschen" vor dem Stuttgarter Landtag. | © VdK

    Um die Politik gezielter in die Verantwortung nehmen zu können, lud der Landesverband erneut zu einer pflegepolitischen VdK-Landespressekonferenz (LPK) in den Landtag von Baden-Württemberg sein. Denn, „Pflege ist eine der großen Herausforderungen unserer Gesellschaft, sie geht uns alle an“, so Hotz bei der Präsentation der Forderungen: „Mehr Hilfe im Haushalt, bei der Pflege und bei der Betreuung!“, „Mehr Zeit zum Pflegen ohne finanzielle Sorgen!“, „Mehr Rente für pflegende Angehörige!“ Umrahmt wurde diese von landespolitischen Journalisten besuchte LPK durch eine „Demo ohne Menschen“, die in unmittelbarer Nähe des Stuttgarter Landtags vor dem Eckensee stattfand. Auch dort stellte sich Landeschef Hotz den Fragen der Medien. Und er machte klar: „Wer seinen Nächsten pflegt oder selbst gepflegt wird, hat keine Zeit zum Demonstrieren.“ Die gebündelten VdK-Forderungen und die Botschaften von Betroffenen wurden denn auch eindrucksvoll auf Plakaten, Bannern und Aufstellern präsentiert. Zugleich wurden Mitmach-Aktionen gestartet. Schließlich kann nur etwas bei Politik und Gesetzgeber erreicht werden, wenn auch die Kampagne von einer breiten Bewegung getragen wird.

    Aufruf an alle

    „Mit der Pflegekampagne möchten wir Aufmerksamkeit erregen und wir möchten Betroffene sprechen lassen!“, hob Hans-Josef Hotz zum Auftakt hervor. „Um die Situation in der häuslichen Pflege zu verbessern, benötigen wir Ihre Hilfe.“ Alle Kreis- und Ortsverbände erhielten eine Marketing-Info mit anschaulichem Material und einen Leitfaden zur Kampagne. Pflegende Angehörige bekommen die Möglichkeit, ihre persönlichen Geschichten und Gedanken einzubringen. Diese werden anschließend auf Social Media veröffentlicht. Über Postkarten und Abreißzettel kann man Interessierte auf die Aktion hinweisen. Vielerorts sind Infostände geplant. Denn: Bessere Bedingungen für die #naechstenpflege sind längst überfällig!

    Beratungsfall des Monats

    Mann im Wohnzimmer mit Krücken und Halskrause
    © iStock

    In jeder Ausgabe der VdK-Zeitung veröffentlichen wir einen Beratungsfall der VdK-Patientenberatung. Lesen Sie hier, was die Anrufenden bewegt.

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    Britta Bühler
    Sozialverband VdK Baden-Württemberg e.V.
    Telefon: 0711 619 56-53
    E-Mail: b.buehler@vdk.de

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