30. April 2019
    VdK-ZEITUNG

    Bündnis-Fachtag Armut „Wohnen im Alter – gut und bezahlbar?“

    „Wohnen im Alter – gut und bezahlbar?“, darüber diskutierten Vertreter aus Politik, Architektur, Mieterbund und Sozialverbänden auf dem Fachtag Armut von „Bündnis gegen Altersarmut in Baden-Württemberg“ Anfang April in Stuttgart.

    Viel interessiertes Publikum und große Medienresonanz
    Viel interessiertes Publikum und große Medienresonanz | © VdK

    „Wohnen ist ein Grundrecht und eine zentrale soziale Fragestellung!“, sagte der VdK-Landeschef Roland Sing bei seiner Eröffnung der Tagung des Bündnisses, dem über 30 Sozialverbände, Gewerkschaften, kirchliche sowie zivilgesellschaftliche Organisationen angehören. Er verwies auf die steigenden finanziellen Belastungen mit Wohnkosten und Wohnnebenkosten und betonte: „Wohnkosten sind ein zentrales Anliegen“. Dies gelte sowohl für junge als auch für ältere Menschen in Haushalten mit geringem oder mittlerem Einkommen. Außerdem gab Sing zu bedenken, dass wegen dieser Kostenentwicklung immer mehr ältere Menschen von Ausgrenzung auf dem Wohnungsmarkt bedroht seien. „Würdiges Wohnen im Alter hat mit Chancen zu tun“, hob der Landesverbandsvorsitzende hervor. Er lenkte den Blick darauf, dass fast 50 Prozent der Wohnungen, in denen ältere Menschen leben, nicht wirklich altersgerecht sind. Roland Sing unterstrich denn auch die hohe Relevanz von Beratungsangeboten zu Barrierefreiheit und zu AAL-Technologien – den Alltagsunterstützenden Assistenzlösungen.

    Um dem Ziel nach gutem und bezahlbarem Wohnraum für ältere Menschen näherzukommen, müssten Kommunen und Landesregierung heute die richtigen Weichen in Sachen sozialer Wohnungsbau, Mieterschutz und Wohnungsmarktpolitik stellen, machte Rolf Gaßmann, Vorstandsmitglied des Deutschen Mieterbunds und Vorsitzender des Mieterbunds Baden-Württemberg, deutlich. Gaßmann, der im Wohnungsbau eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sieht, forderte angesichts eines jährlich steigenden Mangels an Wohnraum eine gesetzliche Stärkung der Mieterrechte, der Mietpreisbremse und vor allem mehr sozialen Wohnungsbau.

    Von Europa lernen

    Anschließend stellten unter der Überschrift „Beste Beispiele für gutes und bezahlbares Wohnen in Europa“ Karin Zauner-Lohmeyer, Leiterin der Servicestelle Wiener Wohnen, aus dem Elsass Damaris Hégé vom Verband der Evangelischen Nachbarschaftshilfe in Frankreich und Barbara Steenbergen, Leiterin des EU-Verbindungsbüros der International Union of Tenants in Brüssel, in Kurzvorträgen europäische Initiativen gegen unbezahlbaren Wohnraum vor. Dann richteten sie den gemeinsamen Appell an alle Teilnehmer, sich bei der kommenden Europawahl am 26. Mai 2019 mit ihrer Stimme für eine soziale Wohnungsmarktpolitik einzusetzen. Die folgende Diskussion in Kleingruppen mit den Referentinnen machte deutlich, dass lokale Initiativen aus Europa und dem Ländle sowie der kommunale soziale Wohnungsbau einen erprobten Baukasten bieten, von der die Landes- und Bundesregierung viel lernen könne. Mit dem Impulsvortrag „Wie wollen wir im Alter würdig leben?“ zeigte Prof. Dipl.-Ing. Susanne Dürr von der Hochschule Karlsruhe anhand von Pilotprojekten die hohe Relevanz von Bürgerbeteiligung und Quartiersmanagement auf.

    Landesvorsitzender Roland Sing bei seiner Begrüßungsansprache
    Landesvorsitzender Roland Sing bei seiner Begrüßungsansprache | © VdK

    Podiumsdiskussion mit Experten

    Sodann leitete Moderator Romeo Edel, Wirtschafts- und Sozialpfarrer des Kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt, die Podiumsdiskussion über die heutige und die zukünftige Ausrichtung der Wohnungsmarktpolitik der Landesregierung und der Kommunen. Da nahmen neben Referentin Dürr als weitere Experten die beiden Ministerialdirektoren Prof. Dr. Wolf-Dietrich Hammann vom Landessozialministerium und Michael Kleiner vom Landesministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau ebenso teil, wie die Tübinger Sozialbürgermeisterin Dr. Daniela Harsch. Sie loteten die Stellschrauben aus. Dabei war allen Diskussionsteilnehmern wichtig, Kommunen dabei zu unterstützen, neue Wege mit neuen Wohnformen zu gehen. Auch wurde die Verantwortung für den Sozialen Wohnungsbau in der Zuständigkeit der Kommunen gesehen.

    Am Ende des Fachtags fassten Verdi-Landesbezirksleiter Martin Gross und seine Stellvertreterin Susanne Wenz die Ergebnisse zusammen: Der Soziale Wohnungsbau muss zukunftssicher aufgestellt werden. Die finanzielle Belastung von steigenden Wohnkosten ist ein Thema für Jung und Alt. Gerade die Altersarmut hat viele Facetten – und eine davon sind die hohen Wohnkosten, denn: „Mieten fressen Tariferhöhungen und Renten auf“, so Wenz abschließend.

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    07.02.2019 | VdK BaWü

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