17. Juni 2019
    Presse

    "Pflege macht arm" - Statement von Werner Raab

    „Pflege macht arm!“ – hieß es Anfang der 1990er-Jahre. Abhilfe sollte die 1995 geschaffene gesetzliche Pflegeversicherung schaffen. Doch: „Pflege macht arm!“ ist seit geraumer Zeit wieder aktuell – und es betrifft immer mehr Menschen.

    Denn: Die Pflegeversicherung verfehlt heute ihr Ziel von einst. Die Pflegebedürftigkeit wird zunehmend zum Armutsrisiko. Schon seit Jahren öffnet sich die Schere zwischen dem Eigenanteil, den pflegebedürftige Menschen – und insbesondere Heimbewohner – leisten müssen, und den Leistungen der Pflegeversicherung. Der durchschnittliche Eigenanteil beläuft sich in Baden-Württemberg auf 2098,36 Euro (Stand: 1. Juni 2018). Das ist mit der Rente in der Regel nicht zu stemmen.

    Die Folge: Immer mehr betroffene Pflegebedürftige müssen Hilfe zur Pflege beantragen und ihre nächsten Angehörigen werden in Regress genommen. Aktuell sind 27770 Heimbewohner in Baden-Württemberg auf Hilfe zur Pflege, somit auf Sozialhilfe, angewiesen. Diese Menschen werden zu Bittstellern gemacht – eine beschämende Situation, insbesondere am Lebensende und nach dem Arbeitsleben! Schnelle Entlastung bei den Eigenanteilen ist deshalb das Gebot der Stunde.

    Der VdK Baden-Württemberg hat denn auch am 7. Februar 2019 mit der Landespressekonferenz seine große Pflegeaktion 2019 „Pflege macht arm!“ (www.vdk-bawue.de) gestartet. In einem ersten Schritt wollen wir erreichen, dass das Land Baden-Württemberg – wie es bereits bis 2010 der Fall war – wieder zur Förderung der Investitionskosten zurückkehrt. Dies würde die betroffenen Menschen sofort spürbar entlasten. Der VdK sieht sich hier im jüngst vorgelegten Bericht der Konzertierten Aktion bestärkt.

    In einem weiteren Schritt ist der Bundesgesetzgeber gefragt. Um das Armutsrisiko bei Pflegebedürftigkeit zu bannen, plädiert der Sozialverband VdK Baden-Württemberg für eine Vollversicherung – deren Umsetzung aber noch Jahre dauern dürfte. Die Entlastung bei den Investitionskosten kann dagegen schnell durch das Land umgesetzt werden.

    Daher nochmals der VdK-Appell an die Landesregierung und die Fraktionen:

    „Die Pflegeheimkosten müssen sinken, das Land muss sich wieder für Investitionskosten der Pflegeheime verantwortlich fühlen und zur alten Rechtslage zurückkehren!“

    Doch dieses Ziel wird heute immer weiter verfehlt, weil sich die Schere zwischen den steigenden Eigenanteilen der pflegebedürftigen Menschen – und vor allem der Heimbewohner – einerseits, und den festgeschriebenen Pflegeversicherungsleistungen andererseits, stetig öffnet. Daher fühlt sich der VdK durch den kürzlich vorgelegten Bericht der Konzertierten Aktion Pflege bestätigt – die ebenso der Auffassung ist, dass die Förderung der Investitionen vom Land Baden-Württemberg sichergestellt werden muss. Bei der Konzertierten Aktion Pflege handelt es sich um eine Arbeitsgruppe der Bundesregierung, deren Ziel es ist den Arbeitsalltag und die Arbeitsbedingungen von Pflegekräften spürbar zu verbessern, die Pflegekräfte zu entlasten und die Ausbildung in der Pflege zu stärken.

    Wir bekräftigen deshalb unsere Forderung:

    Das Land Baden-Württemberg muss wieder zur Förderung der Investitionskosten zurückzukehren, wie dies bis zum Jahr 2010 der Fall war.“

    Unterstützen auch Sie unsere Aktion mit nur einem Klick auf "JA":

    VdK-Themen
    Pflegebedürftigkeit wird zunehmend zum Armutsrisiko. Der Sozialverband VdK fordert von der Landesregierung in Baden-Württemberg eine finanzielle Entlastung der Pflegeheimbewohner. | weiter
    07.02.2019 | VdK BaWü

    Pressekontakt

    Britta Bühler
    Sozialverband VdK Baden-Württemberg e.V.
    Telefon: 0711 619 56-53
    E-Mail: b.buehler@vdk.de

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