24. März 2015
    Presse

    VdK Villingen sorgt für Inklusion in der Praxis

    Behindertengerechtes Fahrzeug für Mitglied Carolin Schmid

    Hartnäckiges Engagement zahlte sich aus

    Selbstbestimmt am Leben teilhaben und selbstbestimmt Ausflüge und andere Fahrten zu unternehmen, dies war und ist ein großer Wunsch von Carolin Schmid. Das VdK-Mitglied aus Villingen ist von Geburt an schwerstbehindert und völlig auf fremde Hilfe sowie auf ihren Rollstuhl mit Kamera und Sprachcomputer angewiesen. Vor ein paar Monaten ging ein dringlicher Wunsch der 25-jährigen Frau in Erfüllung. Sie bekam ein eigenes Fahrzeug. So kann Schmid mit ihrer Mutter Heike als Fahrerin Ausfahrten und Ausflüge oder auch Fahrten zu geselligen und kulturellen Veranstaltungen unternehmen. „Bis zum behindertengerecht umgebauten VW-Bus war es jedoch ein harter und auch steiniger Weg“, berichtete der Villinger Kreis- und Ortsverbandsvorsitzende Dieter König der Redaktion der VdK-Zeitung. Dass Carolin Schmid jetzt ein Plus an Selbstständigkeit und Mobilität erfahren kann, ist insbesondere dem tatkräftigen VdK-Einsatz sowie dem Engagement weiterer Stellen und vieler hilfsbereiter Bürger zu verdanken.

    Zunächst hatten viele Bewohner aus Schmids Heimatgemeinde Tuttlingen Geld für den Autoerwerb gespendet. Dank dieses vorbildlichen Bürgereinsatzes beteiligten sich auch offizielle Hilfsorganisationen wie Caritas und Diakonisches Werk an der Aktion, informierte König die Redaktion. Der Sozialverband VdK trat an das Landratsamt Tuttlingen heran. Dort war der Antrag der jungen Frau auf Kfz.-Beihilfe zunächst abgelehnt worden. Dies wollten Carolin Schmid und der sie vertretende VdK nicht akzeptieren. Es wurde sogleich Widerspruch eingelegt und gegenüber dem Landratsamt klargemacht, dass es hier um „gelebte Inklusion geht – nicht mehr und nicht weniger“. Schließlich hat sich die Bundesrepublik Deutschland bereits 2009 rechtlich dazu verpflichtet, die Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen auch in Deutschland umzusetzen. Dieter König meinte denn auch: „Wir haben gegenüber der Behörde verdeutlicht, dass die Inklusion nicht einfach nur als vielversprechender Begriff im Gesetz stehen darf. Es geht hier nicht um ein schönes Programm, sondern die Inklusion muss auch tatsächlich in die alltägliche Praxis umgesetzt werden. Sie muss bei den einzelnen Menschen mit Behinderung ankommen.“

    Die engagierte VdK-Überzeugungsarbeit hatte Erfolg. Das Landratsamt Tuttlingen hielt nicht länger an seiner Ablehnung fest. So konnte mit der Bewilligung von Kfz.-Beihilfe und dank der Unterstützung der diversen Organisationen und spendenbereiten Bürger für die Rollstuhlfahrerin ein VW-Bus angeschafft und behindertengerecht aus- und umgebaut werden. „Jetzt kann unser Mitglied Carolin Schmid mit ihrer Mutter Heike die gewünschten Unternehmungen machen, Selbstbestimmung erfahren und so auch ein wenig Normalität erleben“, bekräftigte der Kreisvorsitzende König. Für die 25-jährige schwerstbehinderte Frau ging durch diesen engagierten Einsatz ein lang gehegter Wunsch nach etwas mehr Teilhabe und Teilnahme in Erfüllung. Beim Tag der offenen Tür des VdK Villingen teilte Schmid über ihren Sprachcomputer allen VdK-Verantwortlichen mit: „Ich danke Euch.“

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