1. November 2022
    EINFACHE SPRACHE

    Wenn die Krankenkasse Fragen stellt

    Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung
    © Thorsten Malinowski / AdobeStock

    Es kommen häufig Menschen zur VdK Patienten- und Wohnberatung. Ein Grund ist: Oft ruft oder schreibt die Krankenkasse Menschen an, die der Arzt arbeitsunfähig geschrieben hat. Das ist auch Frau E. passiert. Seit kurzer Zeit bekommt sie Krankengeld. Jetzt hat sie einen Brief von ihrer Krankenkasse bekommen. Darin stellt diese Frau E. folgende Fragen:

    1. Wissen Sie, ab wann Sie wieder anfangen können zu arbeiten?
    2. Können Sie nicht arbeiten, weil der Arzt noch feststellen muss, welche Krankheit Sie haben?
    3. Werden Sie noch behandelt, damit Sie gesund werden? Und können Sie deshalb nicht arbeiten?

    Frau E. geht zur VdK-Patientenberatung in Stuttgart und möchte wissen: „Darf meine Krankenkasse das fragen?“

    Was darf die Krankenkasse fragen? Was darf die Krankenkasse nicht fragen?

    Die VdK-Patientenberaterin Željka Pintarić erklärt: Die Krankenkasse darf nur bestimmte Fragen stellen. Sie darf fragen:

    1. Wissen Sie, ab wann Sie wieder anfangen können zu arbeiten?
    2. Können Sie nicht arbeiten, weil der Arzt noch feststellen muss welche Krankheit Sie haben?
    3. Werden Sie noch behandelt, damit Sie gesund werden? Und können Sie deshalb nicht arbeiten?

    Aber die Krankenkasse darf Sie nicht fragen:

    • Wie krank sind Sie?
    • Wie lautet das Ergebnis einer Untersuchung ist, die ein Arzt gemacht hat?
    • Haben Sie Probleme in der Familie?
    • Haben Sie Probleme im Beruf?

    VdK-Tipp:

    Wenn Sie nicht wissen, was Sie der Krankenkasse antworten sollen. Und auch nicht wissen, wann Sie wieder anfangen können zu arbeiten, dann sagen Sie das der Krankenkasse auch so. Für solche Fälle hat die Krankenkasse extra Formulare. Der Arzt, der die Bescheinigung für Ihre Arbeitsunfähigkeit geschrieben hat, füllt das Formular aus. So ist es möglich, dass die Krankenkasse genauere Informationen über Ihre Krankheit bekommt. Wenn die Krankenkasse anderer Meinung ist, kann sie den Medizinischen Dienst (kurz: MD) bitten, das zu prüfen.

    Der Medizinische Dienst, darf dann genauere Fragen zu den Ergebnisse der Untersuchungen stellen, die der Arzt gemacht hat. Dadurch kommt der Medizinische Dienst zu einem Ergebnis. Über dieses Ergebnis informiert der Medizinische Dienst dann die Krankenkasse.

    Frau Pintarić sagt: „Wenn Sie arbeitsunfähig sind, darf die Krankenkasse Sie nur anrufen, wenn Sie es vorher erlaubt haben. Haben Sie der Krankenkasse nur erlaubt Ihnen per Brief Fragen zu stellen, dann dürfen Sie dadurch keine Nachteile haben. Sie fühlen sich schlecht, wenn die Krankenkasse Sie anruft? Dann können Sie sich bei der Aufsichtsbehörde der Krankenkasse beschweren. Wer das ist, können Sie im Bereich „Impressum“ auf der Internetseite der Krankenkasse nachlesen. Im Impressum steht, wer für den Inhalt einer Internetseite verantwortlich ist .

    Aber Achtung: Es gibt noch eine Möglichkeit, wann die Krankenkasse anrufen und nach Ihren Krankheiten fragen darf. Nämlich dann, wenn Sie dem Paragrafen 44 Absatz 4 Fünftes Sozialgesetzbuch (SGB V) zugestimmt haben. In diesem Paragrafen steht: Sie haben das Recht eine Beratung zu bekommen, wenn Sie Fragen dazu haben, was die Krankenkasse tun muss, damit Sie wieder arbeiten können.

    Zum Beispiel hilft die Krankenkasse Ihnen dann, einen passenden Facharzt zu finden. oder die Krankenkasse berät Sie, wie Sie wieder in den Beruf zurückkommen.

    Wichtig ist: Dieses Angebot, das sogenannte Krankengeld-Fallmanagement, ist freiwillig. Sie müssen das nicht unterschreiben. Sie können Ihre Zustimmung – egal wann – wieder zurücknehmen

    Arbeitsunfähigkeit / arbeitsunfähig:

    Arbeitsunfähig ist ein Arbeitnehmer dann, wenn er wegen einer Krankheit nicht arbeiten kann. Dann liegt eine sogenannte Arbeitsunfähigkeit vor.

    Krankengeld:

    Krankengeld bekommen Sie, wenn sie wegen der gleichen Krankheit mehr als 6 Wochen krank sind

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