EINFACHE SPRACHE

    Endometriose – eine Frauenkrankheit, die wenige Menschen kennen

    Am 29. September ist der „Tag der Endometriose“. An diesem Tag erklären Betroffene anderen Menschen, was es bedeutet, diese Krankheit zu haben. Dabei ist es ihnen besonders wichtig, über die Krankheit zu informieren und zu erklären welche Hilfe es gibt. Denn Endometriose ist eine der häufigsten Frauenkrankheiten. Die Krankheit ist chronisch. Das bedeutet, wer die Krankheit hat, muss damit leben, sie bleibt ein Leben lang. Wie merken Frauen, dass sie die Krankheit haben? Sie haben Schmerzen:

    VdK-Patientenberaterin Greta Schuler
    VdK-Patientenberaterin Greta Schuler | © David Vogt/visupixel
    • während der Regelblutung
    • im unteren Bereich des Bauches
    • wenn sie auf die Toilette gehen
    • wenn der Darm sich bewegt

    Aber es ist auch möglich, dass sie keine Kinder bekommen können. Etwa zwei Millionen Frauen in Deutschland haben diese Krankheit. Jedes Jahr kommen 40.000 Frauen dazu.

    „Endlich weiß ich, wie die Krankheit heißt.“, so fängt das Gespräch von Joanna M. mit Greta Schuler an. Greta Schuler ist Patientenberaterin beim VdK. So lange sie denken kann, hat Frau M. Schwierigkeiten mit den Regelblutungen, zum Beispiel hat sie:

    • starke Schmerzen beim Eisprung (Mittelschmerz)
    • ziehende Rückenschmerzen kurz vor der Blutung
    • sehr starke, schmerzhafte Blutungen

    Frau M. ist selbstständige Landschaftsarchitektin. Oft ist sie auf Baustellen unterwegs. Dabei ist sie schon wegen der großen Schmerzen ohnmächtig geworden. Irgendwann hat sie angefangen zu schauen, wann ihre Blutungen sind. Denn an den ersten beiden Tagen wollte sie keine Termine auf der Baustelle oder mit Kunden haben. Auch mit ihrer Frauenärztin hat sie öfter über ihre heftigen Beschwerden gesprochen. Aber Frau M. hatte das Gefühl, sie glaube ihr nicht. Dann wollte sie mit ihrem Partner ein Kind bekommen. Das hat zwei Jahre lang nicht geklappt. Deshalb gingen sie ins ein Kinderwunsch-Zentrum. Dort machten die Ärzte eine Bauchspiegelung und stellten fest, dass Frau M. „Endometriose“ hat.

    Bauchspiegelung: Bei dieser Untersuchung wird eine kleine Kamera in den Bauch eingeführt, um die inneren Organe zu untersuchen.

    Was Endometriose ist, erklärt die Endometriose Vereinigung Deutschland e.V. so: Außerhalb der Gebärmutter wachsen Zellen, die so ähnlich aufgebaut sind wie die Zellen in der Gebärmutter. Besonders gerne wachsen diese Zellen in der Nähe der Eierstöcke, im Bauch- und Beckenraum, am Darm oder im Bereich des Bauchfells. Dieses Gewebe sorgt dafür, dass an jeder Stelle des Körpers Wucherungen, Zysten und Entzündungen entstehen können. Beim regelmäßigen Blutungskreislauf wird die Gebärmutterschleimhaut auf- und wieder abgebaut.

    Wucherungen: Wucherungen ist eine Stelle, an der sich die Zellen des Körpers sehr stark vermehrt haben.

    Zysten: Viele Zellen zusammen nennen die Ärzte ein Gewebe. Zwischen den Zellen ist Platz. Darin können sich kleine Blasen bilden, in den sich Blut oder andere Flüssigkeiten sammeln. Diese Blasen nennen Ärzte Zysten.

    Die Zellen, die außerhalb der Gebärmutter wachsen sind der Gebärmutterschleimhaut sehr ähnlich. Sie richten sich daher nach diesem Kreislauf und bluten. Die Folge ist: ständige Entzündungen, das Gewebe bildet Narben und wächst mit anderen Zellen zusammen. Dadurch hat eine Frau starke Schmerzen, auch wenn sie keine Blutungen hat.

    Was tun?

    Joanna M. fragt sich nun, was sie als nächstes tun kann. Gibt es für diese Krankheit Fachkliniken? Wie gehen andere Frauen damit um? Frau Schuler erklärt:
    Es gibt unterschiedliche Möglichkeit für eine Behandlung. Die Behandlung hängt davon ab, was die Ärzte bei den Untersuchungen feststellen und wie sehr die Frau unter der Krankheit leidet. Dafür gibt es spezielle Ärzte und Kliniken, aber auch einige wenige Rehakliniken. Beim Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (iqwig) können Sie zu diesem Thema Informationen bekommen. Endometriose ist eine Krankheit, die Einfluss auf viele Lebensbereiche hat. Deshalb empfiehlt Frau Schuler den Betroffenen sich untereinander auszutauschen. Dafür gibt sie Joanna M. Adressen von Selbsthilfegruppen und von regionalen Frauengesundheitszentren, die zu der Krankheit beraten.

    VdK-Tipp:

    Besonders gut ist die Broschüre: „Endometriose verstehen – meinen Weg gehen“. Allerdings müssen Sie etwas für die Broschüre bezahlen. In der Broschüre können Sie lesen, wie die Behandlung von Endometriose abläuft. Frau Schuler sagt, die Autorin möchte den Betroffenen helfen, die Krankheit mit anderen Augen zu sehen. Sie sollen einen neuen Weg finden, mit der Krankheit umzugehen. Außerdem informiert die Autorin darüber, was die Ärzte bis jetzt über die Krankheit wissen und wie sie die Krankheit behandeln. Es gibt viele Tipps zu anderen Büchern und Adressen. So können Sie besser entscheiden, was Sie als nächstes tun.

    Die Broschüre hat 80 Seiten und kostet 7 Euro plus Versand. Sie können die Broschüre beim Feministischen Frauengesundheitszentrum FFGZ e.V. online bestellen: https://www.ffgz.de/bestellen/broschueren/endometriose-verstehen-meinen-weg-gehen/ oder mit der ISBN: 978-3-930766-09-3 im Buchladen kaufen.

    Viele kostenlose Informationen gibt es bei der Endometriose Vereinigung Deutschland e.V. Die Informationen können sie herunterladen. So können Sie z.B. den Arztbesuch gut vorbereiten und ein Schmerztagebuch schreiben. Hier finden Sie Informationen dazu im Internet: https://www.endometriose-vereinigung.de/infomaterial.html

    Bild Nr. 290: VdK-Patientenberaterin Greta Schuler
    Foto: David Vogt/visupixel

    Pressekontakt

    Britta Bühler
    Sozialverband VdK Baden-Württemberg e.V.
    Telefon: 0711 619 56-53
    E-Mail: b.buehler@vdk.de

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