EINFACHE SPRACHE

    Corona gibt es das ganze Jahr über – nicht nur im Frühjahr und Herbst

    Die Menschen stecken sich schnell mit Covid-19 an und manchmal sterben sie daran auch. Die Politiker wissen nicht, wie sie damit umgehen sollen und was sie dagegen machen können. Das gilt für ganz Deutschland und die einzelnen Bundesländer. Im Jahr 2020 gab es Schwierigkeiten, Masken zu bekommen. Es lassen sich kaum Menschen impfen. Mit den Informationen, wie es mit der Gesundheit in Deutschland aussieht, können die Menschen nur wenig anfangen.

    © unsplash.com

    Die Wissenschaftler haben unterschiedliche Meinungen zu dem Thema. Dadurch sind die Menschen verunsichert und haben Angst. Im Frühsommer 2020 steckten sich weniger Menschen mit Covid-19 an, aber ab August wurden es dann wieder immer mehr. Genauso das gleiche passiert im Jahr 2021. Die Zahl der Menschen, die sich impfen lassen, bleibt gleich. Erst gab es zu wenig Impfstoff und jetzt müssen die Ärzte sogar Impfstoff wegschmeißen!

    Die VdK-Redaktion hat mit Dr. Peter Schwoerer gesprochen. Er ist Arzt für Allgemeinmedizin.

    VdK-Zeitung: Wie entwickelt sich Corona? Welche Meinung haben Sie zu dem Thema, Herr Dr. Schwoerer?
    Dr. Peter Schwoerer: Seit Januar 2020 sind 90 000 Menschen gestorben. Anfang September 2021 stecken sich täglich über 10 000 Menschen neu an. Die meisten dieser Menschen sind:

    • Kindern, die ungeimpft sind
    • Jugendliche
    • junge Erwachsene

    Auch in Baden-Württemberg werden mehr Menschen krank, wenn die Kinder wieder in die Schule gehen und die Menschen aus den Ländern zurückkommen, in denen viele Corona haben. Die Wissenschaftler sagen nicht ehrlich, dass Corona für Kinder sehr gefährlich ist. Wenn Menschen an Corona erkranken, haben sie häufig Nachwirkungen. Zum Beispiel fühlen sich viele müde und haben immer noch Probleme beim Schmecken und Riechen. Auch merken die Wissenschaftler nicht, dass Corona auch Auswirkungen auf das Zusammenleben der Menschen hat. Die Politiker tun entweder gar nichts oder sie tun Dinge, die ein Wissenschaftler nicht erklären kann.

    Was müssen die Politiker tun, damit sich nicht mehr Menschen anstecken? Das Coronavirus verändert sich ständig. Sind veränderte Corona-Erkrankungen sehr gefährlich für uns?
    Das Coronavirus reagiert schneller als die Politiker. Die verschiedenen Corona-Erkrankungen, die noch kommen, sind gefährlich für unser Gesundheit. Es gibt keine vierte Welle, denn Corona gibt es das ganze Jahr über. Das ist vor allem für diejenigen Menschen gefährlich, die nicht geimpft sind. Ganz besonders gilt das für Kinder. Deshalb ist es besonders wichtig, dass die Ärzte alle Kinder, die älter sind als 12 Jahre, zweimal impfen. Außerdem müssen die Schüler in den Klassenräumen geschützt werden. Für die Erwachsenen muss die 2G-Regel gelten.
    #KASTEN#B{{2G-Regel:} Zu bestimmten Veranstaltungen dürfen nur Menschen gehen, die entweder:

    • geimpft sind
    • oder Corona hatten und wieder gesund sind (genesen).

    }
    Egal was das Robert-Koch-Institut sagt: Menschen, die aus Ländern, zurückkommen, in denen sich viele sich mit Corona angesteckt haben, müssen einen Test machen. Wenn es nicht anders geht, dürfen diese Menschen auch eine zeitlang keinen Kontakt zu anderen haben. Wie sich die Covid-19 in Deutschland weiter entwickelt, hängt davon ab, wie gut die Informationen über Gesundheit der Menschen in Deutschland ist. Gute Informationen können die Politiker von Wissenschaftlern bekommen. Besonders wichtig sind diese Fragen:

    • Welche Menschen werden wann krank?
    • Wie alt sind sie dann?
    • Wie stecken sich die Menschen an?
    • Wenn sich Menschen angesteckt haben, welche Menschen davon werden dann krank?

    Bei der Suche nach Antworten auf diese Fragen können die Krankenkassen besonders gut helfen. Sie haben viele Informationen zu diesem Thema gesammelt.

    Ende August hat der SWR gesagt: Es gibt drei Millionen ohne Impfung in Baden-Württemberg. Aber nicht alle davon sind dagegen, sich impfen zu lassen. Was können wir tun, damit diese Menschen sich impfen lassen?
    Als erstes möchte ich etwas zu den Menschen sagen, die absolut gegen das Impfen sind. Wir müssen sagen, wer das ist. Die Gründe, die diese Menschen gegen eine Impfung haben, zeigen, dass sie falsche Informationen haben. Manche Menschen informieren ihre Mitmenschen bewusst falsch. Das ist Betrug. Das müssen wir bestrafen. Gleichzeitig muss die Bundesregierung etwas tun, damit die Menschen weniger Angst haben. Sie muss die Menschen und ihre Ängste ernstnehmen und mit den richtigen Informationen versorgen. Das hat sie bis jetzt noch nicht gemacht. Auch dafür brauchen wir die Wissenschaftler, Ärzte und Krankenkassen. Sie sollen den Menschen einfache Antworten auf ihre Fragen zum Impfen geben und genau erzählen was in Deutschland im Bereich Gesundheit passiert.

    Viele der Menschen, die nicht geimpft sind, haben wenig Geld. Was sollen wir tun, damit diese Menschen sich impfen lassen? Was halten Sie von einem „Impfen to go“ auf Marktplätzen, in Freizeiteinrichtungen, vor Supermärkten etc.?
    Viele Menschen sind nicht sicher, ob sie sich impfen lassen sollen. Mit diesen Menschen müssen wir reden. Ganz besonders müssen wir uns um die Menschen kümmern, die sich impfen lassen möchten, aber bis jetzt noch nicht geimpft sind. „Impfen to go“ ist eine Möglichkeit für Menschen, die sich zwar impfen lassen möchten, aber nicht zu einem Arzt gehen. Es ist aber nicht gut zu impfen, ohne vorher zu wissen, ob der Mensch auch gesund ist. Die Hausärzte und die Fachärzte müssen jetzt bei jeder Gelegenheit ihre Patienten fragen, ob sie geimpft sind und sie zu dem Thema beraten. Um das zu erreichen, sollten die Ärzte genauso viel Geld für eine Impfung bekommen wie ein Impfzentrum. Außerdem sollten die Arbeitgeber ihre Mitarbeiter fragen, ob sie geimpft sind. Bei öffentlichen Veranstaltungen müssen die Veranstalter den Teilnehmern die gleiche Frage stellen.

    Es gibt viele unterschiedliche Informationen zum Astrazeneca-Impfstoff. Das macht die Menschen unsicher. Mittlerweile bekommen die Menschen, die zuerst mit Astrazeneca geimpft wurden, bei der zweiten Impfung Biontech- oder den Moderna-Impfstoff. Was halten Sie davon?
    Die Wissenschaft hat sich sehr damit beschäftigt. Dabei hat sie herausgefunden, dass es in Ordnung ist, wenn die Menschen bei der zweiten Impfung den Biontech- oder Moderna-Impfstoff bekommen. Es ist wichtig, dass die Menschen sich nach kurzer Zeit zum zweiten Mal impfen lassen.

    Menschen, die in Pflegeheimen leben oder Tagespflegeeinrichtungen besuchen, haben oft schon im Februar oder März die zweite Impfung bekommen. Bald wird die Wirkung der Impfung nachlassen. Was raten Sie diesen Menschen?

    Tagespflegeeinrichtung: Eine Einrichtung, in dem alte Menschen ihren Tag verbringen können. Dort werden sie von Pflegekräften betreut. Abends sind sie dann wieder daheim. Dadurch haben die Angehörigen die Möglichkeit, arbeiten zu gehen.

    Das stimmt, die Wirkung vom Impfstoff gegen Covid-19 wird weniger. Das gleiche kennen wir schon von der Grippeimpfung. Die Wissenschaftler haben das auch untersucht und festgestellt, dass das so ist.

    Wie schätzen Sie generell die Notwendigkeit von Drittimpfungen ein?
    Der Arzt kann feststellen, wie viele Antikörper ein Mensch hat.

    Antikörper: Antikörper braucht der Körper, um gegen eine Krankheit im Körper zu kämpfen. Ein Körper hat Antikörper gegen eine Krankheit, wenn

    • er entweder schon einmal krank war
    • oder wenn jemand geimpft ist.

    Aber wenn er das weiß, reicht das immer noch nicht um zu sagen, ob jemand sich zum dritten Mal impfen lassen soll. Obwohl es viele Untersuchungsergebnisse aus Israel, England und den USA gibt, hat die STIKO Schwierigkeiten genau zu sagen, ob wir uns zum dritten Mal impfen sollen oder nicht. Auch die EMA weiß noch nicht, was sie machen soll.

    EMA Europäische Arzneimittel-Agentur: Das ist eine Organisation, die kontrolliert, ob die Menschen bestimmte Medikamente benutzen dürfen. Sie arbeitet eng mit der europäischen Union zusammen.

    STIKO (ständige Impfkommission): Die STIKO besteht aus 18 Fachleuten. Sie arbeiten eng mit dem Robert-Koch-Institut zusammen. Sie treffen sich zweimal im Jahr, um über das Thema Impfen zu sprechen.
    Sie geben Ratschläge, gegen welche Krankheiten sich die Menschen impfen lassen sollen.

    Wenn bei der dritten Impfung etwas passiert, hat der Arzt die Verantwortung, der geimpft hat. Trotzdem empfehle ich, sprechen Sie mit Ihrem Arzt.
    Lassen Sie sich impfen, wenn Sie zu den Menschen gehören, die sich besonders schnell anstecken. Dazu gehören zum Beispiel Menschen:

    • über 80 Jahre
    • mit hohem Blutdruck
    • mit hohen Zuckerwerten
    • die Krebs haben
    • deren zweite Impfung länger als ein halbes Jahr her ist.

    Ob Sie sich impfen lassen oder nicht müssen Sie mit Ihrem Hausarzt besprechen.

    Über Dr. Peter Schwoerer: Dr. Peter Schwoerer, geboren 1941, ist Facharzt für Allgemeinmedizin. Er hat lange als Hausarzt im Schwarzwald gearbeitet. Außerdem war Dr. Schwoerer ehrenamtlicher Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Südbaden und hat als Arzt den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) Baden-Württemberg geleitet. Er ist Mitglied im VdK und berät den Sozialverband VdK.

    Kassenärztliche Vereinigung: Ärzte brauchen eine Erlaubnis, um für eine Krankenkasse arbeiten zu dürfen. Dann heißen diese Ärzte Vertragsärzte. Für diese Vertragsärzte gibt es einen Verband. In diesem Verband müssen die Vertragsärzte Mitglied sein. In dem Verband besprechen die Ärzte, wie sie sich um die versicherten Menschen kümmern.

    Medizinischer Dienst der Krankenversicherung (MDK) Baden-Württemberg: Der medizinische Dienst der Krankenversicherungen hilft den Krankenkassen und der Pflegeversicherung die richtigen Entscheidungen zu treffen. Er kümmert sich darum, dass alle versicherten Menschen die passenden Leistungen bekommen. Beim MDK hat sich vieles verändert. Was, lesen Sie hier.

    Pressekontakt

    Britta Bühler
    Sozialverband VdK Baden-Württemberg e.V.
    Telefon: 0711 619 56-53
    E-Mail: b.buehler@vdk.de

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