2. März 2020
    EINFACHE SPRACHE

    Heimbewohner müssen zu viel bezahlen

    Gemeinsames VdK-Frühstück in Kaiserbach zur VdK-Pflegeaktion: Der Ortsverband Kaiserbach veranstaltet alljährlich das „VdK-Frühstück“. Es ist schon eine gute Tradition. Dabei geht es immer um ein interessantes sozialpolitisches Thema, oder um ein sozialrechtliches oder medizinisches Thema. Im Spätherbst stand das Frühstück 2019 ganz im Zeichen der landesweiten Pflegeaktion des VdK-Baden-Württemberg.

    Wichtige Infos beim gemeinsamen Frühstück des VdK Kaisersbach. | © VdK

    Das Interesse war so gewaltig, dass das Team um Vorstand Willibald Teply aus Platzgründen einen größeren Veranstaltungsort suchen musste. Die gut 100 interessierten Mitglieder, VdK-Freunde und Gäste kamen diesmal im evangelischen Gemeindehaus zusammen. Den Auftakt gab der Gitarrenchor Kaiserbach. Nach einem reichhaltigen Frühstück informierte der Sozialpolitik-Abteilungsleiter Stefan Pfeil die Zuhörer.

    Hohe Eigenanteile

    Pfeil zeigte auf, welche Risiken im Pflegefall auf jeden Einzelnen zukommen können. Egal, ob als pflegebedürftiger Mensch oder als Angehöriger. Niemand könne sagen, ob er oder sie nicht auch irgendwann betroffen sein könnte. VdK-Referent Pfeil verwies auf die durchschnittlichen Eigenanteile für die Kosten im Pflegeheim. Sie betragen mehr als 2200 Euro durchschnittlich im Monat im Südwesten. Und sie werden weiter steigen. Darin enthalten ist die sogenannte Investitionszulage in Höhe von rund 440 Euro im Monat.

    Erklärung: die Investitionszulage beinhaltet Kosten, die bauliche Maßnahmen von Einrichtungen betreffen und Anschaffungen von Geräten.

    Pfeil sagt dazu: „Dieser Betrag wurde bis 2010 vom Land gefördert. Für Krankenhäuser bestand und besteht diese Förderung weiterhin. Deshalb fordert der VdK-Baden-Württemberg, dass das Land diese Förderung wieder aufnimmt.“

    Dank vieler Helferinnen und Helfer ein gut sortiertes VdK-Frühstücks-Büfett. | © VdK

    Denn von den im Land gut 96 000 pflegebedürftigen Menschen in stationären Pflegeeinrichtungen sind derzeit rund 28 000 Heimbewohner auf „Hilfe zur Pflege“ angewiesen. Das ist eine Maßnahme der Sozialhilfe. Der VdK-Sozialexperte erinnerte daran, dass die gesetzliche Pflegeversicherung 1995 geschaffen wurde. Damit sollte sichergestellt werden, dass Pflegebedürftige nicht mehr zum Sozialamt müssen. Doch dieses Ziel von einst werde heute immer häufiger verfehlt, gab Pfeil zu bedenken.

    Einbettzimmer-Pflicht

    Pfeil wies noch auf eine weitere Verschärfung der Situation hin: die Einbettzimmer-Pflicht von 2009. Die seit Herbst 2019 gilt. Dadurch fielen 9750 Pflegeplätze weg. Nach derzeitigem Stand würden aber nur 6640 Plätze geschaffen. Das ist eine Lücke von 3110 Betten, rechnete er den Teilnehmern der Veranstaltung vor. Diese Fakten belegten den dringenden Handlungsbedarf. Pfeil warb dann auch bei diesem VdK-Frühstück um Unterstützer-Unterschriften. Diese Unterschriften sollen zugunsten der Landesverbands-Aktion „Pflege macht arm!“ getätigt werden. Landesweit haben dies mehr als 100 000 Menschen getan. (Die VdK-ZEITUNG berichtete insbesondere in der Februar-Ausgabe darüber.)

    VdK-Themen
    Kolumne des VdK-Landesverbandsvorsitzender Roland Sing zur VdK-Aktion „Pflege macht arm!“.

    VdK-Themen
    Pflegebedürftigkeit wird zunehmend zum Armutsrisiko. Der Sozialverband VdK fordert von der Landesregierung in Baden-Württemberg eine finanzielle Entlastung der Pflegeheimbewohner.

    VdK-Themen
    Die individuellen Bedürfnisse von Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen müssen gesichert werden! Deswegen setzen wir uns für eine menschenwürdige Pflege ein. Außerdem machen wir uns für die pflegenden Angehörigen stark.

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