21. Mai 2019
    EINFACHE SPRACHE

    Antragsfrist bis Ende 2020 verlängert

    Es gab Menschen, die früher in Behindertenheimen körperliche und psychische Gewalt erleiden mussten. Auch in psychiatrischen Einrichtungen gab es das. Diese Menschen können nun bei der Stiftung Anerkennung und Hilfe Gehör finden und Entschädigungs∙leistungen beantragen. Außerdem soll das Leid und Unrecht aufgearbeitet werden.

    Frank Hapatzky und Jutta Wehl kümmern sich um Betroffene in der Stiftung Anerkennung und Hilfe in Stuttgart
    Frank Hapatzky und Jutta Wehl kümmern sich um Betroffene in der Stiftung Anerkennung und Hilfe in Stuttgart | © Priya Bathe

    Dieser wichtigen Aufgabe widmet sich die Stiftung seit 2017. Und im Südwesten arbeitet die Stiftung in Trägerschaft des VdK-Baden-Württemberg. Den betroffenen Menschen stehen in der Stuttgarter VdK-Landesverbandsgeschäftsstelle Frank Hapatzky und Jutta Wehl zur Verfügung.

    Betroffene können mit den beiden Diplom-Sozialarbeitern Kontakt aufnehmen und bei ihnen ihre Anträge stellen.
    Die Antragsfrist ist um ein Jahr verlängert worden. Sie läuft bis 31. Dezember 2020. Das ist neu.

    Das Leid der Betroffenen ist oft vielfältig. Es reicht von körperlicher Gewalt oder sexueller Gewalt bis hin zu Kinderarbeit oder Arbeit ohne Lohn. Oft konnten Betroffene keine Schulausbildung oder Berufsausbildung machen. Es gab auch oft keine angemessene medizinische Versorgung. Daraus ergaben sich heftige Folgen wie körperliche Schäden. Aber auch Schlafstörungen, Depressionen, starke seelische Belastungen oder auch frühe Erwerbsunfähigkeit.

    Diese Menschen können ihr Leid bei Hapatzky und Wehl schildern und Unterstützungs∙leistungen beantragen. Damit können sie ihre schwere Lebensgeschichte abschließen. Sie können zugleich auch dazu beitragen, dass diese dunkle Heimgeschichte wissenschaftlich aufgearbeitet wird.

    Es sind einmalige pauschale Geldleistungen in Höhe von 9000 Euro vorgesehen. Oder auch einmalige Renten-Ersatzleistungen von 5000 Euro, wenn die Kinder-und Jugendlichen früher in Heimen ohne Bezahlung arbeiten mussten. Und wenn die sonstigen Voraussetzungen erfüllt sind. Auch darüber informieren Hapatzky und Wehl.
    Es werden aber nur Erfahrungen von Unrecht anerkannt, die in Heimen der Bundesrepublik in der Zeit vom 23. Mai 1949 bis zum 31. Dezember 1975 gemacht wurden. Und für Leidtragende aus Baden-Württemberg, die früher in Behindertenheimen der DDR untergebracht waren, gilt dieser Zeitraum: 7. Oktober 1949 bis zum 2. Oktober 1990. Dies gilt auch für Leidtragende, die in psychiatrischen Einrichtungen untergebracht waren.

    Dank der Fristverlängerung können Betroffene mit Wohnsitz in Baden-Württemberg jetzt noch bis Ende 2020 ihren Antrag stellen und Leistungen der Stiftung anmelden. Es spielt dabei keine Rolle, ob diese Menschen aus Baden-Württemberg in hiesigen Heimen oder in anderen Bundesländern oder in DDR-Heimen untergebracht waren.

    VdK

    Kontakt:
    Die Anlaufstelle der Stiftung ist von Montag bis Freitag während der regulären Öffnungszeiten der VdK-Landesgeschäfts∙stelle telefonisch erreichbar.

    Für mehr allgemeine Fragen zur Stiftung Anerkennung und Hilfe gibt es die Rufnummer 0800 2212218. Sie ist Montag bis Donnerstag besetzt.

    Außerdem gibt es Infos und Adressen der Anlaufstellen und Beratungsstellen auf der Internetseite: www.stiftung-anerkennung-hilfe.de

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