EINFACHE SPRACHE

    Hirnschädigung: Hilfe auch nach der Reha

    Nach einer schweren Hirnverletzung brauchen viele betroffene eine besondere Therapie. Bezahlt wird sie auch nach einer stationären Reha.

    Patientenberaterin Greta Schuler
    Patientenberaterin Greta Schuler | © VdK

    Jedes Jahr erleiden mehr als 420 000 Menschen in Deutschland eine Hirnschädigung. Diese Angaben macht der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA).
    Eine Hirnschädigung passiert oft nach einer Schädelverletzung, einem Schlaganfall oder nach einer Hirnblutung. Oft müssen die Betroffenen dann lernen, verlorene Fähigkeiten des Gehirns auszugleichen. Und sie müssen lernen mit dem Verlust umzugehen. Hilfe kann hier die neurophysiologische Therapie bieten.
    Erklärung: eine neurophysiologische Therapie ist eine spezielle Heilmaßnahme für die Bereiche des Gehirns.
    „Gesetzlich Versicherte können diese Therapie auch nach einer Reha in Anspruch nehmen“, sagt Greta Schuler von der VdK-Patienten- und Wohnberatung Baden-Württemberg.
    Betroffene, wie Pauline M., setzen ihre Hoffnung auf diese Neuerung.
    Die 45- jährige Architektin stürzte beim Skifahren und erlitt eine schwere Kopfverletzung. Sie musste das Sprechen neu lernen. Zudem hatte sie Störungen des Gedächtnisses und Störungen bei der Koordination.
    Erklärung zu Koordination: Das Gehirn muss die Bewegungsabläufe des Körpers miteinander abstimmen, damit sie gut funktionieren. Es muss sie miteinander „koordinieren“.

    Nach erfolgreicher Reha stimmte ihr Arbeitgeber einer stufenweisen Wiedereingliederung zu.
    Aber als sie in ihrem Job zurück war, merkte Frau M., dass sie Termine vergaß.
    Und bestimmte Arbeiten konnte sie nicht mehr im gleichen Tempo erledigen, wie früher. Pauline M. bekam Angst, ihren Job zu verlieren. Sie zog sich zurück und sprach mit niemandem über ihre Sorgen. Auch nicht mit ihrer Familie und ihren Kollegen. Und nicht mit ihrem Chef.
    „Wenn die Probleme der Betroffenen Folgen der Hirnschädigungen sind, kann die
    neurophysiologische Therapie helfen. Gedächtnisleistung und Aufmerksamkeit kann verbessert werden, erklärt Schuler.
    Zudem könne man lernen, die eigenen Einschränkungen hinzunehmen. Und die Arbeitsabläufe an einen neuen Rhythmus anzupassen. Und, offen darüber zu sprechen. Aber auch über die Angst vor dem Versagen.
    Der Nutzen der Therapie ist nachgewiesen in den Bereichen: Wahrnehmung, räumliche Orientierung, sowie Lernen und Gedächtnis.
    In weiteren Bereichen, wie zum Beispiel, bei psychischen Störungen als Folge einer Schädigung des Gehirns gibt es Hinweise auf einen Nutzen.

    VdK-Tipp

    Betroffene und ihre Angehörigen sollten mit dem behandelnden Arzt offen über Probleme sprechen. Im Einzelfall muss fachärztlich festgestellt werden, ob diese Probleme Folge der Schädigungen sind.
    Die Kosten der neurophysiologischen Therapie werden von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen, wenn sie von Ärzten oder von Psychotherapeuten, mit einer speziellen Zusatzausbildung für diesen Bereich, durchgeführt wird.
    Der Leistungsumfang dieser Therapie ist nach bestimmten Richtlinien festgelegt worden. Sie sind in „Methoden vertragsärztlicher Versorgung“ veröffentlicht. Dort kann man sie nachlesen.

    VdK Patienten- und Wohnberatung Baden-Württemberg
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