Sozialverband VdK Baden-Württemberg e.V.

Fit sein im Alter – körperlich und seelisch

Viele Interessierte besuchten den VdK-Gesundheitstag in Bad Canstatt –
Vorbeugung stand im Mittelpunkt der Vorträge


„Gesund alt werden – körperlich und seelisch – wie kann das gelingen?“
Damit befasste sich im Mai der VdK- Gesundheitstag im großen Kursaal in Stuttgart-Bad Canstatt.
Das Thema war: Vorbeugung

Zu dieser Veranstaltung des Kreisverbands Stuttgart kamen mehr als 200 Gäste.
Es gab Fachvorträge und Infostände. Die Gäste informierten sich über die neuesten Themen rund um Ernährung und Bewegung. Dabei ging es besonders darum, wie man im Alter körperlich und seelisch fit bleiben kann.
Sozialbürgermeister Werner Wölfle sagte in seinem Grußwort dazu: „Man bleibt gesünder, wenn man sich bewegt.“ Er lobte besonders die Angebote der Mineralbäder in Bad Canstatt. Er hob die Bedeutung der Landeshauptstadt als Bäderstandort hervor.
Wölfle sagte, wichtig für die Menschen seien aber auch Begegnungen mit anderen.
Denn Vereinsamung sei eines der größten Probleme im Alter. Deshalb müsse man Räume und Gelegenheiten schaffen für soziale Kontakte.

Die Kreisvorsitzende und VdK-Vizepräsidentin Carin E. Hinsinger freute sich über das große Interesse der Besucher an den Infoständen. Sie rief dazu auf, die vielfältigen Vorbeugemöglichkeiten zu nutzen.
Dort zeigte die VdK-Patienten- und Wohnberatung Baden-Württemberg ihre neuesten Angebote.
Der Landesverband warb mit dem „GERT“ um Verständnis für die körperlichen Einschränkungen im Alter.
Erklärung: GERT ist der gerontologische Testanzug. Da ist ein Anzug, in dem man testen kann, wie es ist sich zu bewegen, wenn man alt ist.
Man kann sich wie ein 85 Jahre alter Mensch darin fühlen.

Die Deutsche Rentenversicherung war mit der gemeinsamen Servicestelle für Rehabilitation auch dabei.
Erklärung: Rehabilitation bedeutet wörtlich „Wiederherstellung“. Damit ist gemeint, dass Menschen bestimmte Heilmaßnahmen bekommen können.
Das Ziel dieser Maßnahmen ist, dass es den Menschen besser geht.
Oder, dass sie wieder ganz gesund werden.

Auch diese Organisationen waren mit ihren Infoständen dabei:
• Die Kontakt-und Infostelle für Selbsthilfegruppen (KISS)
• Der Malteser Hilfsdienst
• Die Naturheilgesellschaft Stuttgart
• Die Stuttgarter Osteoporose Selbsthilfegruppe
Erklärung: Osteoporose ist eine Erkrankung der Knochen. Dabei wird die Knochendichte immer schlechter. Im schlimmsten Fall können die Knochen brechen.
• Das Zentrum für Sporttherapie (ZST) Stuttgart.

Altersgerechter Sport „Altern ist keine Krankheit, sondern eine natürliche Entwicklung“, sagte der Sportwissenschaftler Markus Jedelhauser.
Er verwies auf die durchschnittliche Lebenserwartung in Deutschland. Sie liegt derzeit bei 80 Jahren bei Männern und 84 Jahren bei Frauen.
Notwendig ist deshalb eine altersgemäße Bewegung.
Inzwischen gibt es viele Sportarten auch für das höhere Alter.
Das Ziel ist, dass der Stütz- und Bewegungsapparat mehr leisten kann.
Erklärung: der Stütz-und Bewegungsapparat ist das gesamte Knochengerüst mit den Gelenken.

Bei Bewegungsmangel muss man jedes Jahr mit 0,5 Prozent Verlust an Muskelmasse rechnen.
Durch Bewegung kann Osteoporose gebremst werden. Denn bei Sport werden die Knochen und Gelenke besser mit Nährstoffen versorgt.
Auch auf die geistige Gesundheit wirkt sich Sport positiv aus. Das betrifft zum Beispiel, das Denken und die Gefühle und den Schlaf.
Auch die Demenz kann besser aufgehalten werden.
Erklärung: Demenz ist eine Erkrankung des Gehirns. Menschen, die an einer Demenz leiden, können sich immer schlechter erinnern. Häufig verlieren sie die Orientierung.

Sogar das Risiko für Brustkrebs und Darmkrebs kann durch Bewegung gesenkt werden.
Wichtig ist der Erhalt der Bewegung. Dabei geht es vor allem um Kraft und Ausdauer.
Es geht auch darum, dass man im Alter noch 3 Stockwerke hochgehen kann ohne davor Angst zu haben.

Die Krankenkassen machen immer mehr Angebote zur Vorbeugung.
Es gibt beim Hausarzt einen Antrag für Reha-Sport.
Nützlich ist auch Balance-Training zur Verbesserung des Gleichgewichts.
Jedelhauser gab ein Beispiel dazu: Zähneputzen nur auf einem Bein.

Sehr gesund ist auch Schwimmen. Denn der Wasserwiderstand passt sich den Muskelbewegungen an. Öffentliche Schwimmbäder machen dazu Angebote.
Sinnvoll ist auch Radfahren oder Übungen auf dem Heimtrainer.
Es geht vor allem darum, den eigenen Körper zu spüren und auch Grenzen zu erfahren. Dann erst kennt man die eigenen Grenzen für Belastungen.

Seelische Gesundheit „Was kann man tun, damit die seelischen Widerstandskräfte gestärkt werden?“ Damit beschäftigte sich Diplom-Psychologe Andreas Grim.
Er betonte, dass man täglich an der Balance arbeiten und Stress vermeiden sollte.
Bei Stress kommt es zu verschiedenen Wechselwirkungen und Abläufen zwischen den Anforderungen und der handelnden Person.
Es gibt einerseits den positiven „Eu-Stress“.
Erklärung: Eu-Stress ist Energie unterstützender Stress.

Man sollte aber den negativen Stress „Dys-Stress“ vermeiden.
Erklärung: Dys-Stress ist ein langandauernder Stress und daher schädlich.
Dieser Stress erhöht die Wahrscheinlichkeit für seelische Erkrankungen.
Dabei entstehen sie auf verschiedenen Ebenen:
Beim Denken, beim Fühlen, bei den Nerven und Hormonen, bei den Muskeln.
Der Weg zum Stressabbau erfolgt über bestimmte Handlungsabläufe. Das bedeutet: Die äußeren Umstände, die zu Stress führen, werden verringert. Man ändert bestimmte Denkmuster. Das heißt, man verändert auch die Einstellung zu einer Sache, die Stress fördert. Man bewertet die Sache anders. Man kann dadurch körperlichen und seelischen Stress lindern.
Kurzfristig klappt das durch Ablenkung und auch durch einen „Gedanken-Stopp“. Oder durch positives Selbstgespräch. Oder man kann Dampf ablassen.
Langfristig hilfreich ist ein Einstellungs∙management oder Zeit∙management.
Erklärung: Management bedeutet, etwas wird geregelt oder verändert.

Zur Stressbewältigung gehören auch gute Erlebnisse, die einen zufrieden machen.
Und, dass man gute Kontakte pflegt. Entspannung, Sport und Ernährung sind dabei auch sehr wichtig.

Das Programm für mehr seelische Gesundheit umfasst zum Beispiel diese Punkte:
Optimismus, das heißt: man macht sich positive Gedanken zu einer Sache und bleibt gelassen.
Man übernimmt die Verantwortung für das eigene Denken und Tun.
Man beurteilt eine Belastung als Möglichkeit zur Weiterentwicklung.
Man sucht Lösungen für das Denken und Handeln, das auf die Zukunft gerichtet ist.

Der Psychologe gab noch diese Tipps:
Dankbarkeit zeigen und entspannen. Lächeln und lachen. Etwas Neues wagen. Die Grundhaltung ändern.
Positive gedankliche Lösungen suchen und genießen.
Denn: „wer nicht genießt, ist ungenießbar.“
(Der Bericht wurde im Original bereits gekürzt von unserer ehrenamtlichen Mitarbeiterin Petra Kunert.
Auf der Veranstaltung sprach zudem der Stuttgarter Onkologe Dr. Thomas Kuhn. Über den Vortrag zur Vorbeugung von Krebs berichtete die VdK-Zeitung in der Juni-Ausgabe. Dort wurde auch erklärt, was ein Onkologe ist.)