19. Oktober 2016

Sing: „Rentenniveau auf 50 Prozent anheben und festschreiben – Altersarmut verhindern!“

Sozialverband VdK verlangt Maßnahmenpaket – Vorsorgekonto der DRV Baden-Württemberg begrüßt

„Wir müssen die gesetzliche Rente stärken und armutsfest machen!“, appellierte der Vorsitzende des Sozialverbands VdK Baden-Württemberg, Roland Sing, in der Stuttgarter Liederhalle an die Politik. Beim 17. VdK-Landesverbandstag warnte Sing eindringlich davor, das schon jetzt auf nur 47,8 Prozent gefallene Rentenniveau, wie geplant, auf 43 Prozent abzusenken. Anderenfalls drohe zahlreichen Menschen eine, so Roland Sing, „für die Betroffenen zutiefst unwürdige Situation am Lebensabend“. Um dies zu verhindern, fordert der VdK ein Maßnahmenbündel, das als zentrale Aufgabe die Festschreibung des Rentenniveaus bei 50 Prozent, zumindest aber auf dem heutigen Level festlegt.

Die Deckelung der Ausgaben für medizinische und berufliche Rehabilitation müsse völlig entfallen, damit es erst gar nicht zu so vielen Frühverrentungen komme.

Ebenso brauche man aus Gründen der sozialen Gerechtigkeit eine Steuerfinanzierung der Mütterrente, die im Übrigen auch für Mütter mit vor 1992 geborenen Kindern die volle rentenrechtliche Anerkennung von drei Jahren Kindererziehungszeit bringen müsse, sagte Roland Sing auf der Pressekonferenz des 17. Landesverbandstags.

Dort lobte der VdK-Landeschef das anvisierte Vorsorgekonto der Deutschen Rentenversicherung Baden-Württemberg. Im Gegensatz zu privaten Rentenversicherungen, die nicht nur intransparent und unrentabel seien und eher der Versicherungswirtschaft nützten, gehe es beim Vorsorgekonto darum, die gesetzliche Rente zu ergänzen, ohne das System zusätzlich zu belasten. Mit dem Vorsorgekonto könnten flexibel festgelegte Monatsbeiträge über einen längeren Zeitraum angespart werden, um ein zusätzliches finanzielles Polster für den flexiblen Übergang in den Ruhestand zu schaffen. So ließen sich einerseits die Rentenabschläge ausgleichen, andererseits bei späterem Renteneintritt die Rente erhöhen.

Um die Vorsorge gerade für Geringverdiener, Teilzeitbeschäftigte oder Alleinerziehende attraktiver zu machen, müsse zudem ein Freibetrag bei der Grundsicherung für Ältere und Erwerbsgeminderte eingeführt werden, hob Roland Sing hervor. Dies sei sinnvoller, als eine „Lebensleistungsrente“ oder „Flexirente“ zu schaffen, die von vielen gar nicht genutzt werden könnten.

Roland-Sing-Foto zum Download finden Sie unter Fotoservice

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