Hartmut Freund schafft es bei Weltspielen in Top Ten

Geistig behindertes VdK-Mitglied seit Jahren Tischtennis-Ass

Der geistig behinderte Tischtennis-Sportler Hartmut Freund hat es bei den Weltspielen für Leistungssportler mit intellektueller Behinderung in Ecuador unter die Top Ten geschafft. Das VdK-Mitglied unterlag beim Tischtennisturnier in der Vorrunde nur dem Jugend-Europameister Antoine Zhao aus Frankreich, der später die Bronzemedaille errang, knapp in zwei zu drei Sätzen. Der Bietigheimer belegte dann in seiner Gruppe hinter dem Franzosen Platz zwei. So zog Hartmut Freund in die K.O.-Runde der besten zehn Spieler ein, berichtete sein Bruder Norbert Freund der Redaktion der VdK-Zeitung. Der behinderte Tischtennis-Spitzenspieler, der im Regelsport für den TTC Bietigheim-Bissingen und im Behindertensport für den BSV Walldorf antritt, hat mit dem Einzug in die Runde der Top Ten eine bereits seit 2011 währende Serie fortsetzen können. Denn Freund hat nun schon zum fünften Mal hintereinander bei Welt- oder Europatitelkämpfen die Finalrunde der Besten erreicht. „Trotz seiner schweren geistigen Behinderung ist er noch nie in der Vorrunde derartiger Titelkämpfe ausgeschieden“, betonte sein Bruder Norbert gegenüber den Medien. Und fast ausnahmslos habe es Hartmut Freund mit Gegnern zu tun, die einen viel höheren Intelligenzquotienten als er selbst hätten, die mithin nur lernbehindert seien, ergänzte Norbert Freund.

Der Weltverband INAS habe dieses auch in anderen Sportarten bestehende Problem ungleicher Ausgangsbedingungen erkannt und plane aus diesem Grund die Einführung einer zweiten Startklasse für Sportler mit einer schwereren intellektuellen Behinderung, informierte Norbert Freund die Redaktion. Die von INAS alle vier Jahre ausgetragenen Spiele gelten als die Paralympics für Sportler mit einer geistigen oder mit einer Lernbehinderung. Insgesamt nahmen rund 600 Sportler aus 32 Ländern an den bereits zum vierten Mal durchgeführten Weltspielen teil. Freund war der einzige vom Deutschen Behindertensportverband (DBS) gemeldete Athlet für die neun in Cuenca ausgetragenen Sportarten. Denn neben dem Tischtennis startete der sportlich vielseitige VdKler auch noch im Tennis, im Fußball, im Schwimmen, im Basketball, in der Leichtathletik, im Radsport, im Rudern und im Taekwondo. Vor diesem Hintergrund hatten sich die Deutsche Honorarkonsulin in der Weltkulturerbe-Stadt Cuenca , Eva Klinkicht, und der Direktor der dortigen Deutschen Schule, Martin van Neerven, in der Wettkampfhalle eingefunden, um dem VdK-Mitglied den Rücken zu stärken. Nach den Wettkämpfen erhielten alle Sportler, Trainer und Betreuer im Sportministerium von Ecuador Geschenke und wurden mit einer Serie folkloristischer Tanzeinlagen verabschiedet. Wie Norbert Freund ferner berichtete sei die Teilnahme von Hartmut Freund und seiner beiden Betreuer überwiegend durch Sponsoring und Crowdfunding finanziert worden. Ebenso habe Europameister Dimitrij Ovtcharov aus Deutschland Freund unterstützt. Zudem hat der fünffache Deutschen Meister aus Bietigheim in der Startklasse 11 (intellektuelle Behinderung) die ehemalige Bundesliga-Spielerin Szilvia Kahn als Heimtrainerin.

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