11. September 2015

Möglichst lange zuhause wohnen bleiben

Wohnberatungsstelle in Heilbronn geöffnet

Wegweisender Einsatz des VdK-Kreisverbands

Dem gestiegenen Bedarf nach Wohnberatung trägt der VdK Kreisverband Heilbronn fortan mit einer speziellen Wohnberatungsstelle Rechnung. Denn Umfragen zeigen es immer wieder: Die meisten Menschen möchten auch im hohen Alter, ebenso bei sehr schwerer Behinderung, möglichst lange in der bisherigen Wohnung oder im bisherigen Haus, wohnen bleiben. Doch barrierefreies Bauen von Wohnungen war früher die Ausnahme und auch heute, in Zeiten des demografischen Wandels und der Inklusion von Menschen mit Behinderung, werden noch viel zu wenig barrierefreie Wohnungen gebaut. Daran will der VdK Baden-Württemberg unter anderem mit einer Kooperation mit der Landesarchitektenkammer etwas ändern. (Wir berichteten bereits.)

Denn Menschen mit alters- oder behinderungsbedingten Mobilitätsbeeinträchtigungen, ebenso Pflegebedürftige, werden mit vielen Hindernissen, sei es nun im Eingangsbereich, in Bad und WC, in Küche oder anderen Räumen konfrontiert. Sie müssen ihre bisherige Wohnung barrierefrei umgestalten, wenn sie einen Umzug ins Heim oder eine andere Einrichtung vermeiden möchten. Außerdem stellt sich die Frage, inwieweit sogenannte Alltagsunterstützende Assistenzlösungen (AAL) in der Wohnung zum Einsatz kommen können, beispielsweise ein Sensor, der den vergessenen Herd ausschaltet, oder ein Sturzerkennungssystem im Schlafzimmerboden.

Auch hier setzt die neue Heilbronner Wohnberatungsstelle an, die im September ihre Arbeit aufgenommen hat. Initiator dieses zukunftsweisenden Beratungsangebots ist der VdK-Kreisverband Heilbronn, der die Barrierefreiheit schon des Öfteren im Wege öffentlicher Veranstaltungen thematisierte. So fand man denn auch zwei wichtige Partner für das neue Wohnberatungsprojekt: Die Kreishandwerkerschaft Heilbronn-Öhringen und die Handwerkskammer Heilbronn-Franken.

Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz Ende August hoben die Partner hervor, dass das neue Beratungsangebot von jedem interessierten Bürger kostenlos genutzt werden könne. Auch Vor-Ort-Beratungen in den Wohnungen der Ratsuchenden seien nach Vereinbarung möglich. Ebenso wolle man stets eine individuelle, neutrale und umfassende Wohnberatung anbieten und hierbei auch auf etwaige Kostenträger der Anpassungsmaßnahmen verweisen und weiterführende Hilfen aufzeigen. Schließlich gehe es darum, den von vielen nicht gewünschten Umzug ins Heim zu verhindern oder hinauszuschieben und den Menschen zu mehr Mobilität und mehr Lebensqualität zu verhelfen.

Auf der Pressekonferenz präsentierten sich auch die beiden Wohnberater Gerhard Böhm und Walter Münz, von Hause aus Architekt, der Öffentlichkeit. Sie zeigten Wohnraumanpassungsmaßnahmen auf – wie beispielsweise Türverbreiterungen, das Anbringen von Handläufen oder von Schiebetüren oder auch der Einbau einer mit Rollstuhl oder Rollator befahrbaren Dusche. Ebenso verwiesen sie auf den Einbau von Hilfsmitteln wie Stützgriffen oder Einstiegshilfen für Badewannen. Aber auch Orientierungshilfen, beispielsweise kontrastreiche Markierungen, könnten behinderten und alten Menschen das Wohnen in den eigenen vier Wänden erleichtern. Außerdem appellierten sie an zukünftige Häuslebauer und Käufer sowie Mieter von Wohnungen, vorausschauend zu handeln und nach Möglichkeit auch im noch jüngeren Lebensalter in barrierefreie Wohnräume zu ziehen.

Kontakt: Beratungsstelle bei Kreishandwerkerschaft Heilbronn-Öhringen, Ferdinand-Braun-Straße 26, 74074 Heilbronn, Öffnungszeiten immer jeden dritten Donnerstag im Monat von 14 bis 18 Uhr, Hausbesuche nach Vereinbarung,

Wohnberater Gerhard Böhm, Telefon (0 71 32) 98 06 08, E-Mail boehm.wohnberatung-hn@vdk.de und Wohnberater Walter Münz (Architekt), Telefon (0 71 34) 5 10 18 33, E-Mail muenz.wohnberatung-hn@vdk.de

(Anmerkung der Redaktion: Weitere VdK-Wohnberatungsstellen gibt es – wie mehrfach berichtet – seit Jahren in Freiburg (Telefon (07 61) 7 70 43, Fax (07 61) 70 69 88, E-Mail sabinedaiberdi@versanet.de ),
in Freudenstadt (Telefon VdK-Kreisgeschäftsstelle (0 74 41) 30 70, donnerstags von 9 bis 11 Uhr, sowie unter der Rufnummer (0 74 86) 71 70) und bereits seit 1995 in Radolfzell (Telefon (0 77 32) 92 36 36, Fax (0 77 32) 92 36 20, E-Mail u.werner@vdk.de ).

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