20. Januar 2015

Weniger Unfälle durch Sturzprophylaxe!

VdK-Wohnberatungsstelle Radolfzell gibt wichtige Hinweise

In Deutschland sterben jährlich doppelt so viele Menschen durch Unfälle im häuslichen Bereich als durch Verkehrsunfälle. Stürze sind dabei die häufigste Ursache. Fehlende Konzentration, Stress und Hektik oder auch krankheits- oder behinderungsbedingte Beeinträchtigungen können das individuelle Sturzrisiko erhöhen. Zudem können gerade auch Barrieren im häuslichen Umfeld wie fehlende Handläufe an der Treppe, mangelnde Beleuchtung in Zimmern und Fluren, auf Treppen oder in Kellerräumen sowie Stolperstellen durch lose Läufer und Fußmatten Stürze auslösen. Hierauf weist die VdK-eigene Wohnberatungsstelle Radolfzell hin, die im Jahr 2015 bereits auf eine zwanzigjährige Tätigkeit zurückblicken kann.

„Hat sich ein Sturz ereignet, gilt es, die Ursachen dafür zu finden, um zielgerichtet handeln zu können. Vielleicht lag es auch an der nicht mehr bedarfsgerechten Brille oder an der nicht genutzten Gehhilfe?“, sagt Wohnberaterin Ulrike Werner. Werner, die seit 1996 als Wohnberaterin in der Bleichwiesenstraße interessierten Bürgerinnen und Bürgern für Auskünfte und Beratung zur Verfügung steht, kennt die vielen Stolperstellen in Haus und Wohnung Auch die hochstehende Teppichkante im Flur gehört dazu oder das Kabel eines Elektrogeräts, das den Weg beispielsweise im Wohnzimmer kreuzt. Sie rät deshalb zur bedarfsgerechten Anpassung der Wohnung, um Stürze zu vermeiden. Sturzprophylaxe beginnt für die erfahrene VdK-Wohnberaterin mit einer guten Beleuchtung in der gesamten Wohnung, den dazugehörenden Räumen wie Keller und Speicher sowie den Treppen. Auch das Wohnumfeld, wie der Weg zur Garage, zu den Mülleimern, in den Garten, sollte gut ausgeleuchtet sein. Ebenso empfiehlt es sich, die Beschaffenheit der Bodenbeläge zu prüfen. Im Außenbereich sei ein fester und ebener Belag wichtig und im Innenbereich sollte man auf lose Läufer verzichten. Stattdessen empfiehlt Ulrike Werner rutschhemmende, fest verlegte Beläge. Im Bad rät Werner zu Bodenfliesen mit einer hohen Rutschklasse. Das Beseitigen von Türschwellen mindere ebenfalls das Sturzrisiko.

Auf dieser Treppe droht Gefahr | © Deutsches Institut für Treppensicherheit e.V.

Ebenso erleichterten beidseitige Handläufe an der Treppe sowie eine kontrastreiche Markierung der Stufen die Nutzung. „Solche relativ einfachen Maßnahmen erhöhen die Sicherheit“, betonte Ulrike Werner im Gespräch mit der Redaktion der VdK-Zeitung. Damit Handläufe auch gerne genutzt werden, sollte man zudem auf eine ergonomische Form, zum Beispiel eine ovale oder runde Form, achten und auch darauf, ob das Material angenehm zu greifen ist. Die Wohnberaterin verweist hier auf die Planungsgrundlagen für barrierefreies Bauen (DIN 18025/DIN 18040), wonach Handläufe mit einem Durchmesser von 3 bis 4,5 Zentimetern und in einer Höhe von 85 Zentimetern sowie mit einem seitlichen, lichten Wandabstand von mindestens fünf Zentimetern anzubringen sind. Der innere Handlauf ist danach durchgehend anzubringen und der äußere Handlauf ragt 30 Zentimetern waagrecht über den Anfang und das Ende der Treppe hinaus. Aber auch im Wohnungsflur, beispielsweise zwischen Badezimmer und Schlafzimmer, könnten Handläufe für mehr Sicherheit sorgen, hob Werner gegenüber der Redaktion der VdK-Zeitung hervor. „Nachtlichter“ mit Bewegungsmelder leisteten ebenfalls wertvolle Dienste, unter anderem beim nächtlichen Toilettengang. „Durch Prüfung des vertrauten Wohnbereichs und bedarfsgerechtes Handeln kann das individuelle Sturzrisiko wirksam gemindert werden“, bekräftigte Ulrike Werner im Gespräch mit der Redaktion und verwies auf die Information und Beratung zur Sturzprophylaxe, die VdK-Wohnberatungsstelle in Radolfzell seit Langem bietet.

Kontakt: VdK-Wohnberatungsstelle, Bleichwiesenstraße 1/1, 78315 Radolfzell, Telefon (0 77 32) 92 36 36, E-Mail: u.werner@vdk.de . Die Beratung ist nicht an eine Mitgliedschaft im Sozialverband VdK gebunden. Für Ratsuchende im Landkreis Konstanz bietet die VdK-Wohnberatungsstelle auch Beratung in Form von Hausbesuchen an. Unterstützt wird sie dabei durch ihre langjährige bürgerschaftlich engagierte Mitarbeiterin Cornelia Schwahn.

Auskünfte über örtliche Beratungsangebote sind beim Deutschen Roten Kreuz, Kreisverband Stuttgart, Reitzensteinstraße 9, 70190 Stuttgart, Telefon (07 11) 28 08-1334, Fax (07 11) 28 08-1323, E-Mail: wohnberatung@drk-stuttgart.de , Internet: www.drk-stuttgart.de, erhältlich. Des Weiteren sind im Internet Informationen zur Sturzprophylaxe und zur Wohnraumanpassung unter anderem unter www.nullbarriere.de und unter www.online-wohn-beratung.de zu finden.

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