21. November 2014

    Erfolgreiche Bilanz für ersten AAL-Fachkongress

    Karlsruher Messe präsentiert Assistenztechnologien für Pflege und Betreuung

    VdK-Landesverband als Partner und Sponsor dabei

    Die Alltagsunterstützenden Assistenzlösungen (AAL) beinhalten Wohnungsbeleuchtung, die zentral an- oder ausgeschaltet werden kann, Bügeleisen und Herde, die sich von alleine abschalten, offene Fenster- oder Terrassentüren, die beim Verlassen der Wohnung auf Bildschirmen angezeigt werden, mit Sensoren ausgestattete Fußböden, die Stürze registrieren und weiterleiten, Erinnerungssysteme, beispielsweise zur Medikamenteneinnahme, Schlüsselfinder und vieles mehr. So kann man hochbetagten oder auch pflegebedürftigen Menschen eher ein Leben in den eigenen vier Wänden ermöglichen oder zumindest den Umzug ins Heim hinauszögern. Dieser zukunftsorientierten Technologie widmete sich am 23. Oktober erstmals ein eigenständiger Kongress in Karlsruhe. Denn wenngleich es Sozialstationen und andere ambulante Pflegedienste, „Essen auf Rädern“ und weitere Angebote sowie seniorenfreundliche Handys gibt, das Leben im hohen Alter zuhause, und womöglich allein auf sich gestellt, birgt Gefahren. So können vergessene Herdplatten oder Bügeleisen schnell einen Wohnungsbrand verursachen. Die vergessene Medikamenteneinnahme oder die zu geringe Trinkmenge kann gerade bei chronisch kranken Menschen zu medizinischen Notsituationen führen und Stürze bedeuten oftmals Lebensgefahr. Da sind intelligente Technologien gefragt, die diese Risiken minimieren und den Älteren den Alltag erleichtern sowie ein Leben in Eigenständigkeit ermöglichen können.

    Der Fachkongress Alltagsunterstützende Assistenzlösungen (AAL) unter der Schirmherrschaft von Baden-Württembergs Sozialministerin Katrin Altpeter lockte denn auch auf Anhieb über 100 Fachkräfte und Entscheider der Pflegebranche aus ganz Deutschland sowie aus der Schweiz ins Messekongresszentrum. Dort referierten zwölf Experten verschiedenster Disziplinen und Einrichtungen über die zahlreichen Aspekte bei der Realisierung technologiegestützter Assistenzsysteme. Auch Finanzierungsfragen und der Datenschutz wurden angesprochen, ebenso AAL-Systeme im Bereich des betreuten Wohnens sowie der ambulanten Pflege. Schließlich kann AAL auch das Betreuungs- und Pflegepersonal entlasten.

    Der Sozialverband VdK, seit Jahren Stammaussteller auf der Karlsruher Rehabilitationsmesse „REHAB“, unterstützte den Kongress als Partner und als Sponsor. Und der VdK-Landesverband war im Rahmen der begleitenden Ausstellung im Foyer mit großem Infostand präsent. Dort stand unter anderem VdK-Wohnberater Eberhard Schneider-Richter den Besuchern Rede und Antwort. Mittels Beamer und Laptop zeigt er auch viele Beispiele aus der Praxis. Bereits 2013, anlässlich der AAL-Sonderschau im Rahmen der REHAB-Messe, hatte der Landesvorsitzende Roland Sing betont, dass es darum geht, den demografischen Wandel zu bewältigen und zugleich den älteren Menschen das gewünschte Leben in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen. Sing hatte die Verbesserung der Aufklärungsarbeit in diesem Bereich sowie Kontakte zur Handwerkskammer angemahnt.

    Auf dem Fachkongress 2014 stellte Natalie Röll vom Forschungszentrum Informatik Karlsruhe (FZI) ein intelligentes Trinkgefäß vor. Es misst, wie viel der Betroffene in einer bestimmten Zeitspanne getrunken hat und bietet so eine Hilfestellung für Betreuer. Christl Lauterbach, Geschäftsführerin der Future-Shape GmbH präsentierte einen Sensorboden und Katja Porsch, Leiterin des Pilotprojekts des Landes “Alter & Technik” im Schwarzwald-Baar-Kreis, führte anhand einer Musterwohnung assistive Technologien – von einfach bis aufwendig – vor. Professor Dr. Jürgen Zerth, Gesundheitsökonom aus Fürth, warb für eine neue Sicht, vergleichbar der modernen Autoassistenzsysteme, die dort als „hipp“ gelten würden. Es werde die Qualität und nicht das Defizit hervorgehoben. Diese Sichtweise müsse sich auch beim AAL durchsetzen. Und Martin Rulsch, Informatiker der Technischen Universität Ilmenau, warb für flexible Lösungen unter Berücksichtigung der individuellen Wünsche und Belastungen. Die der abschließenden Podiumsdiskussion betonte der Geschäftsführer der AOK mittlerer Oberrhein, Harald Röcker, dass es für 50-Jährige keinen Sinn mache, ein nicht barrierefreies Haus zu bauen. Hier müssten auch die Architekten entsprechend sensibilisiert sein und gegebenenfalls den Bauherrn darauf hinweisen.

    Weitere Informationen zu den Alltagsunterstützenden Assistenzlösungen (AAL) finden sich unter www.aal-karlsruhe.com im Internet. Und unter www.rehab-karlsruhe.de gibt es ab Dezember Informationen zur bewährten internationalen Fachmesse für Rehabilitation, Therapie und Prävention „REHAB“, die alle „un“geraden Jahre in der Messe Karlsruhe stattfindet – 2015 vom 23. bis 25. April und bereits zum 18. Mal. Analog zu 2013 wird dort ebenfalls wieder das AAL-Thema aufgegriffen. Und der VdK-Landesverband wird auch hier wieder mitwirken.

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