6. November 2014

"Rollstuhlgerechtes Bauen festschreiben"

Sozialverband begrüßt neue Landesbauordnung, fordert aber Pflicht zum rollstuhlgerechten Bauen

„Neue Wohnungen müssen von Anfang an rollstuhlgerecht gebaut werden“, betonte heute Roland Sing, der Vorsitzende des Sozialverbands VdK Baden-Württemberg. Zugleich erneuerte der VdK-Landeschef und Vizepräsident des VdK Deutschland die Forderungen des größten Behindertenverbands im Lande zur Novellierung der Landesbauordnung (LBO).

Anlässlich der Verabschiedung der neuen LBO gestern im Landtag lobte Sing die erweiterten Regelungen zum barrierefreien Bauen als „einen Schritt in die richtige Richtung“. Denn die Neuregelung, wonach bereits bei Neubauten mit mehr als zwei Wohnungen die Wohnungen eines Geschosses barrierefrei erreichbar und in allen Wohn- und Schlafräumen sowie in Bad und Küche durchgehend behindertengerecht gestaltet werden müssen, sei gerade im Interesse behinderter und älterer Menschen. Für sie werde ein größeres Angebot, ein Wohnungsmarkt, geschaffen. „Dies ist auch im Hinblick auf die demografische Entwicklung immens wichtig“, bekräftigte Roland Sing. Schließlich würden behindertengerechte Wohnungen vielfach Umzüge ins Alters- oder Pflegeheim verhindern oder verzögern. So würden nicht nur den Betroffenen, den Angehörigen und den Sozialversicherungsträgern viele Kosten erspart, sondern es werde zudem dem Wunsch zahlloser Menschen entsprochen, trotz Körperbehinderung, Pflegebedürftigkeit oder hohen Alters möglichst lange im gewohnten Zuhause wohnen zu bleiben.

Allerdings gehe die neue Landesbauordnung nicht weit genug. Der VdK-Landesvorsitzende vermisst die verbindliche Festschreibung der technischen Baubestimmungen zum rollstuhlgerechten Bauen im Gesetz. Denn nur so werde gewährleistet, dass die barrierefreien Wohnungen auch von Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrern tatsächlich genutzt werden könnten. Dies bedeute beispielsweise breitere Flure und mehr Bewegungsflächen in Küche, Bad und WC. „Und dies kommt auch den immer zahlreicheren Nutzern von Rollatoren und anderen Gehhilfen entgegen“, ergänzte Roland Sing. Der VdK-Vizepräsident hob in diesem Zusammenhang hervor, dass das sofortige barrierefreie Bauen die Mehrkosten nur unwesentlich erhöhe. Vielmehr würden deutlich höhere Kosten für einen nachträglichen Umbau vermieden. Im Übrigen sei das umfassende und uneingeschränkte barrierefreie Bauen für die Daseinsvorsorge und für die in Deutschland gesetzlich festgeschriebene Inklusion zwingend.

Der Sozialverband VdK Baden-Württemberg zählt zurzeit 223 000 Mitglieder. Er setzt sich seit fast 70 Jahren für die sozialen Belange behinderter, älterer und sozial benachteiligter Menschen ein.

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