26. September 2013

„Weiblicher Blick für Politik wichtig!“

Freudenstädter Kreisfrauentag mit vielen Infos und Programm

Vizepräsidentin Hinsinger sprach übers harmonische Altern


Gut 200 Frauen und einige Männer hatten sich im Sommer in der Täleseehalle in Empfingen eingefunden. Dort führte der Kreisverband Freudenstadt seinen traditionellen Frauentag mit vielen Gästen und einem interessanten Programm bestehend aus Informationen und Unterhaltung durch. 2013 befassten sich die verschiedenen Redner einerseits mit dem Thema, wie man mehr Frauen für die Kommunalpolitik gewinnen kann. Andererseits ging es auch um die spannende Thematik Altern. Hierfür hatte der Kreisverband die VdK-Vizepräsidentin Carin E. Hinsinger verpflichten können.

In ihrer Begrüßungsansprache hob Kreisfrauenvertreterin Gretel Günther die Bedeutung der Frauen für und im VdK hervor. Sie verwies dabei auf die historischen Anfänge mit vielen Kriegswitwen im Verband. Nur gemeinsam sei Unterstützung damals möglich gewesen. Dies gelte nach wie vor. Für Günther sind es überwiegend die Frauen, die die Freundschaft und Geselligkeit pflegen sowie Kranken- und Geburtstagsbesuche absolvieren und die sich im Ortsverbandsvorstand engagieren. Sie dankte denn auch den vielen Frauen, die sich auf Freudenstädter Orts- und Kreisebene für den Sozialverband VdK und dessen Mitgliedergruppen wie beispielsweise kranke und behinderte Menschen sowie andere Benachteiligte einsetzen.

Horbs Oberbürgermeister Peter Rosenberger beklagte die niedrige Frauenquote im Kreistag und appellierte an die Anwesenden, sich in der Politik zu engagieren. Die Frage sei, wie sich das kommunalpolitische Amt mit Familie und Beruf vereinbaren lasse. Der Freudenstädter Kreistag gilt deutschlandweit als frauenärmster Kreistag, betonte die einzige Kreisrätin Juliane Vees in ihrem Grußwort. OB Rosenberger sieht bei diesem Thema einen „Generationenkonflikt“ und auch einen „Verteilungskampf“, denn die Gesellschaft könne es sich nicht mehr leisten, die Arbeitskraft von Frauen nicht zu nutzen. Mit Kindertagesstätten und Ganztagsschulen müsse man die notwendige Infrastruktur schaffen. Kreisrätin Vees, die im Berufsleben Landwirtin ist, warb bei den anwesenden Frauen, auch mit Blick auf ihre eigene Situation, um mehr weibliches Engagement in der Politik. Juliane Vees war damals in die Politik eingetreten, als sie drei Kleinkinder zuhause hatte. Haushalt und zugleich politische Aktivität könnten durchaus funktionieren. Denn der weibliche Blick sei wichtig für die Politik. „Der weibliche Blick auf die Dinge unterscheidet sich von dem Blick der Männer“, betonte die Kreisrätin und verwies auf die vielfach andere Kommunikation von Frauen. Ihnen gehe es bei der Politik um den praktischen Alltag – beispielsweise die Fahrpläne der Schulbusse. Juliane Vees bemängelte, dass sie mittlerweile nur noch alleine im Kreisrat als Frau vertreten ist. Sie appellierte denn auch dringend an die Frauen, sich bei der Kommunalwahl 2014 aufstellen zu lassen.

Einen weiteren Höhepunkt der gut besuchten Veranstaltung bildete das Referat von VdK-Vizepräsidentin Hinsinger. Sie sprach über „Harmonisch älter werden“. Diese Thematik griff auch Bürgermeister Albert Schindler in seinem Grußwort auf und verwies in diesem Zusammenhang auf die große Bedeutung eines geordneten Familienlebens, von Vereinen und von Senioreneinrichtungen. Hier sei seine Gemeinde Empfingen bereits gut versorgt.

Für Carin E. Hinsinger, die auf Landesebene auch als Frauenvertreterin und zudem als VdK-Kreischefin von Stuttgart wirkt, gibt es Bestandteile, die das Altern physisch und psychisch erleichtern und deswegen zu einem harmonischen Älterwerden beitragen: Freundschaft, gesunde Lebensweise und „innere Freudigkeit“. Hinsinger verwies auf die lateinische Herkunft des Worts „Alter“, das „Sich verändern“ bedeutet. Ihre Referatsreise durch die „Lebensaltersstufen“ begann sie in der Erwachsenenstufe und betonte, dass eine Zeit lang ein Erwachsener sein Leben verantwortungsbewusst und souverän gestalte, bis er in der Mitte des Lebens an Grenzen stoße. Die Erfahrung des Geschwächtseins oder die Nähe zum Tod steigere die Reife des Menschen. Diese Reife lehre „an den Grenzen nicht zu verzagen“. Carin E. Hinsinger bezog sich auf den italienischen Theologen Romano Guardini, wonach dem Akzeptieren zunehmender Schwäche im Alter die Weisheit eines Menschen folgte. Das Altern könne Gebrechlichkeit und Weisheit mit sich bringen, aber auch Tiefe und Reichtum der Erfahrung, strich Hinsinger in ihrem Vortrag heraus und bekräftigte, dass eigenes Leid sich mildere, wenn leidenden Mitmenschen geholfen werde. Sie verwies hierbei auf historische Persönlichkeiten wie Papst Johannes Paul II, Mahatma Gandhi und Mutter Theresa und sie verwies auf die kleinen Dinge im Leben, die die eigentlichen Werte des Lebens bedeuteten. Ein interessantes Unterhaltungsprogramm rundete den harmonischen Kreisfrauentag ab: Die Tänzerinnen der Ballettschule „Ginger-Girls“ aus Horb zeigten Akrobatik auf der Bühne. Die jungen Kunstradfahrerinnen des Empfinger Radvereins „Adler“ begeisterten mit ihren gekonnten Darbietungen. Und Gebhard Steimle sorgte mit seiner Akkordeonmusik für die passende musikalische Umrahmung in der Tälesee-Halle.

VdK-Themen
Rentner mit Gehstock
Der Sozialverband VdK ist für Ältere ein kompetenter Ratgeber im Rentenrecht. Hier finden Sie hilfreiche Tipps und Informationen rund um die Themen Rente und Leben im Alter.
VdK-Themen
Junger Mann im Rollstuhl an seinem Arbeitsplatz
Wir treten für das gleichberechtigte Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung ein. Hier finden Sie aktuelle Informationen und nützliche Tipps rund um die Themen Behinderung und Barrierefreiheit.
VdK-Themen
Demente Seniorin mit Sohn
Der Sozialverband VdK setzt sich für eine menschenwürdige Pflege ein, die die individuellen Bedürfnisse der Betroffenen und deren Angehörigen sichert.
VdK-Themen
Krankengymnastik
Wir beraten unsere Mitglieder zum Thema gesetzliche Krankenversicherung. Hier finden Sie nützliche Informationen, unsere Forderungen sowie Positionen rund um das Thema Gesundheit.
VdK-Themen
Umgekipptes Glas mit Geldmünzen
Von Armut und sozialer Ausgrenzung sind besonders Kinder, Senioren, Alleinerziehende und Langzeitarbeitslose betroffen. Der VdK kämpft für soziale Gerechtigkeit in der Gesellschaft.

Datenschutzeinstellungen

Wir setzen auf unserer Website Cookies ein. Einige von ihnen sind notwendig, während andere uns helfen, unser Onlineangebot zu verbessern.

  • Notwendig
  • Externe Medien
Erweitert

Hier finden Sie eine Übersicht über alle verwendeten Cookies in externen Medien. Sie können Ihre Zustimmung für bestimmte Cookies auswählen.