Zwei VdKler testen ADFC-Kurs „Besser Rad fahren“ in Stuttgart

Ausführlicher Theorieteil und intensiver Praxispart bei Regen und Sonnenschein

Einen intensiven ADFC-Radkurs erlebten der Ortsvorsitzende von Stuttgart-West, Urich Orth, und die Landesverbandspressereferentin Britta Bühler im Mai in Stuttgart. Dort führte der VdK-Kooperationspartner Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club (ADFC) den zweitägigen Kurs „Besser Rad fahren“ durch. Zunächst waren donnerstags abends drei Stunden Theorie, kleine Fahrübungen im Hof und allgemeine Hinweise zum Thema Verkehrssicheres Fahrrad angesagt. Die beiden Übungsleiter Robert Rosner und Matthias Thum erläuterten die fahrradrelevanten Verkehrsregeln der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO). Anhand von Aufnahmen von Verkehrssituationen konnten sich die sechs Schulungsteilnehmer (maximale Teilnehmerzahl der Kurse: acht Personen) die erläuterten Fahrsituationen gut vorstellen. Mancher der Teilnehmer im Alter von 50+ bis 70+ mag sich da an seinen Führerschein-Theorieunterricht zurückerinnert haben. Auch machten die drei Frauen und die drei Männer die Erfahrung, dass sie trotz jahrzehntelanger aktiver Teilnahme am Straßenverkehr immer noch Neues an Regeln aber auch an praktischer Handhabung des Fahrrads erfahren konnten.

So sind beispielsweise beim sogenannten Verkehrssicheren Fahrrad Reflektoren an Speichen von Vorder- und Hinterrad Pflicht oder alternativ reflektierende Reifen. Auch ist ein Dynamo immer vorgeschrieben, selbst wenn bei Tagesfahrten kein Licht benötigt wird. Die ADFC-Übungsleiter wiesen zudem darauf hin, dass auf Radwegen rechts zu fahren ist und dass sie grundsätzlich benutzt werden müssen, sofern sie „straßenbegleitend“ verlaufen, nicht durch Falschparker oder Mülltonnen versperrt sind und sofern die Benutzung des Radwegs nicht durch Glasscherben oder Pfützen unzumutbar ist. Die Teilnehmer erfuhren auch, dass linke Radwege nur bei Freigabe benutzt werden dürfen und dass man an stehenden Autos rechts vorbeifahren kann. Allerdings sei in beiden Fällen viel Aufmerksamkeit und Vorsicht geboten. „Sicher Rad fahren ist mehr als nur regelkonform zu fahren!“ strichen Rosner und Thum heraus. Was im Detail darunter zu verstehen ist, wurde im insgesamt achtstündigen Kurs ausführlich erläutert und kann in den umfangreichen Schulungsunterlagen nachgelesen werden. Vor dem Praxisteil am Samstagnachmittag im öffentlichen Verkehrsraum war denn auch ein gemeinsamer Theorietest angesagt. Anschließend konnte es losgehen – aber zunächst hieß es – wie vor jedem Fahrtbeginn – den üblichen „ABC-Schnelltest“ (Air = Luft, Bremse, Chain = Kette) durchzuführen. Das richtige Losfahren war bereits am ersten Tag geübt worden. Hier soll man gerade nicht, wie bei einem Tretroller Schwung holen und dann womöglich schwanken oder ausscheren, sondern besser das rechte Pedal in die Position von „zwei Uhr“ bringen und dann mit kräftigem Tritt auf dieses Pedal zügig anzufahren.

Wichtig ist vorausschauend, vorhersagbar, sichtbar und auch selbstbewusst zu fahren – also zum Beispiel auf Rückfahrscheinwerfer der Autos zu achten, nicht zu eng am Fahrbahnrand zu fahren, im Blickfeld anderer Verkehrsteilnehmer zu fahren, in bunter, heller und reflektierender Kleidung unterwegs zu sein und selbst bewusst zu fahren. Dies bedeutet für den Radfahrer bei Vorfahrt auch zügig weiter zu fahren und beispielsweise bei Fahrbahnenge nicht zu sehr am Rand zu fahren. Dies betonten Robert Rosner und Matthias Thum immer wieder. „Denn: Wer sich nicht an den Rand drückt, wird mit größerem Abstand überholt.“ Gleichzeitig solle man innerlich defensiv bleiben und mit den Fehlern anderer rechnen. Dass dies keine leeren Floskeln sind, zeigte sich im teilweise verregneten Praxisteil quer durch die Stuttgarter Innenstadt. Da waren blockierte Radwege zu passieren, Linksabbiegespuren zu benutzen, geradeaus zu fahren, während die Autos hinter oder neben einem rechts abbiegen wollten oder auch schmale Straßen zu passieren, in denen die Straßenbahn von vorn und hinten daher kam. Aber dank der guten Vorbereitung in Theorie und bei den zuvor absolvierten Fahrübungen, war die nötige Sicherheit da und so konnten alle Schulungsteilnehmer mit ihrem Rad oder Pedelec ohne Schwierigkeiten die City auch bei Einkaufsverkehr absolvieren.

Abruptes Abbremsen und schnelles Abbiegen in die erst kurz zuvor angezeigte Richtung, stand hier auf dem Programm. Übungsleiter Robert Rosner (im Vordergrund) gab kurz vor Ankunft des Rads das entsprechende Handzeichen. | © Britta Bühler
Diese schmale Spur musste man passieren und dabei den „Schulterblick“ machen, Handzeichen geben und die von Übungsleiter Robert Rosner mit den Fingern angezeigte Zahl nennen, ohne die Markierungsseile zu berühren. | © Britta Bühler
Für den Sozialverband VdK waren der Vorsitzende von Stuttgart-West, Ulrich Orth, mit Pedelec und Pressereferentin Britta Bühler dabei.
Trotz des Regenwetters während der Fahrübungen waren alle guter Dinge; rechts im Bild der VdK-Vorsitzende von Stuttgart-West, Ulrich Orth, mit seinem Pedelec. | © Britta Bühler
Ein Teil der Übungsgruppe; die Teilnehmerin rechts im Bild bereitet sich auf die nächste Übung vor. | © Britta Bühler
Die Fahrübungen mussten auf leichter Gefällstrecke beziehungsweise bei leicht ansteigender Strecke absolviert werden; im Vordergrund ADFC-Übungsleiter Robert Rosner, ganz links im Bild ADFC-Übungsleiter Mathias Thum. | © Britta Bühler
Slalomfahrten bei größerem und kleinerem Hütchenabstand gehörten zum Übungsprogramm für die Rad- und Pedelecfahrer. | © Britta Bühler
Gefahrenbremsungen mit Vorderrad-, Hinterradbremse und mit beiden Bremsen gleichzeitig waren bei dieser Übung auf nasser und „verengter“ Strecke zu absolvieren. | © Britta Bühler
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