Stabübergabe in Rottweil

    Streuber Nachfolger von Kreischefin Retzlaff

    Reinhard Streuber heißt der neue Vorsitzende des Kreisverbands Rottweil. Der 65-Jährige wurde beim Kreisverbandstag zum Nachfolger von Dorothee Retzlaff gewählt. Die mittlerweile 80-Jährige hatte den Kreisverband seit 1996 mit viel Engagement und unermüdlichem Fleiß geführt. Viele sprechen denn auch von einer zu Ende gehenden Ära in Rottweil. Schließlich hatte sich Retzlaff trotz ihrer zusätzlichen VdK-Ämter auf Landes- und auf Bezirksverbandsebene immer auch um die einzelnen Ortsverbände gekümmert und deren Hauptversammlungen besucht. Sie selbst hatte auch lange Zeit den VdK Schwenningen geführt. Darüber hinaus war Dorothee Retzlaff in Schramberg und später in Rottweil in der Beratungsarbeit aktiv. (Wir berichteten mehrfach.) Der neue Kreisverbandsvorsitzende Reinhard Streuber hatte Retzlaff vor zwei Jahren bereits im Ortsverband Schwenningen abgelöst. Zuvor hatte er wertvolle VdK-Erfahrungen als Orts- und zuletzt als Kreisverbandsschriftführer und Kreisvize gesammelt. Sozialrechtsreferentin Melanie Merziger steht Streuber als (ehrenamtliche) Stellvertreterin zur Seite. Als Schriftführerin fungiert Eva-Maria Frank, als Kassier wirkt Andreas Hörnig und die Kreisverbandsfrauenarbeit obliegt Ingeborg Dietrich.

    Großer Dank an Dorothee Retzlaff: Der neue Kreischef Reinhard Streuber verabschiedet seine Vorgängerin.
    Großer Dank an Dorothee Retzlaff: Der neue Kreischef Reinhard Streuber verabschiedet seine Vorgängerin.

    Beim Stabwechsel in Rottweil war auch der damalige Bezirksverbandsvorsitzende Baldur Morr anwesend. Er informierte die Delegierten mit einem groß angelegten sozialpolitischen Referat. Dort betonte Morr, dass es in der Sozialpolitik keine Verbesserungen, sondern nur Verschlechterungen gegeben habe. Diese Entwicklung zeige die Notwendigkeit des Sozialverbands VdK. Die große Bedeutung des Verbands lasse sich auch an den stetig steigenden Mitgliederzahlen ablesen, die mit rund 210 000 dieses Jahr einen neuen Höchststand erreicht haben. Baldur Morr verwies zudem auf die sich öffnende Schere zwischen Arm und Reich. Die Diskrepanz werde hier immer größer. Der Sozialexperte kam in diesem Zusammenhang auf die Alters- und Kinderarmut zu sprechen. Zugleich bemängelte er, dass sich die durchschnittliche Altersrente immer mehr den Hartz-IV-Sätzen nähere. Erneut ging Morr mit der Rente mit 67 scharf ins Gericht. Die könne nicht funktionieren, da es für ältere Arbeitnehmer, die arbeiten wollten, keine ausreichenden Arbeitsplätze gebe. Zugleich zeigte sich der frühere Bezirkschef von Südwürttemberg-Hohenzollern darüber erfreut, dass die Verantwortlichen mittlerweile die Rente nach Mindesteinkommen prüften. So werde zumindest eine Forderung des Sozialverbands VdK aufgegriffen und erörtert. Baldur Morr appellierte an die Verantwortlichen, zur dynamischen Rentenanpassung zurückzukehren. Die vorhandenen Berechnungsfaktoren wie Riester-, Nachhaltigkeits- und Nachholfaktor dämpften die Rentenanpassung und ließen die Rentner nicht an der allgemeinen Lohnentwicklung teilhaben. Zum Abschluss seiner umfangreichen Ausführungen appellierte Morr an die Politik, Gesundheit für alle bezahlbar zu gestalten. In diesem Zusammenhang gab Baldur Morr auch zu bedenken, dass Armut krank mache und Krankheit arm mache. Daher sei es die Aufgabe des Sozialverbands VdK, am Ball zu bleiben.

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