24. Juni 2019

Leben und Arbeiten mit einer Behinderung

Nachteilsausgleiche erleichtern Menschen mit Gehbehinderung den Arbeitsalltag

In Deutschland haben etwa 6,5 Millionen Menschen einen Grad der Behinderung von 50 oder höher. Sie haben eine Schwerbehinderung und damit Recht auf einen Nachteilsausgleich.

Eine Gehbehinderung und beruflicher Erfolg müssen sich nicht ausschließen. | © Gesellschaftsbilder.de / Andi Weiland


Manche Menschen wurden bereits mit einer Behinderung geboren, sei es mit einer geistigen oder körperlichen. Dies betrifft circa 300.000 Bürger/innen. In den meisten Fällen werden Menschen durch eine chronische Erkrankung oder einen Unfall schwerbehindert. Sehr viele Menschen mit einer Behinderung gehen einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nach und entrichten Steuern wie jeder andere Arbeitnehmer.

Eine Besonderheit besteht, wenn der Grad der Behinderung (GdB) mindestens 70 ist oder mindestens 50 beträgt und zusätzlich erheblich beeinträchtigte Bewegungsfähigkeit im Straßenverkehr vorliegt (Merkzeichen G – Gehbehinderung oder aG – außergewöhnliche Gehbehinderung). Dann können betroffene Arbeitnehmer Fahrten zwischen Wohnung und Tätigkeitsstätte mit der höheren Reisekostenpauschale für Hin- und Rückfahrt geltend machen (Paragraf 9 Absatz 2 Satz 3 Einkommensteuergesetz).

Pro Arbeitstag wird auch hier nur eine Hin- und Rückfahrt anerkannt. Außerdem können die Parkgebühr während der Arbeitszeit sowie die Kosten eines Unfalls auf dem Weg zur ersten Tätigkeitsstätte abgesetzt werden. Für die Fahrten zur Arbeit kann ein eigenes oder ein privat geliehenes Fahrzeug verwendet werden.

Wenn ein Mensch mit einer Gehbehinderung morgens in einem Pkw zur Arbeit gefahren und abends wieder abgeholt wird (zum Beispiel vom Partner), kann die Reisekostenpauschale oder der tatsächliche Kostensatz pro Kilometer auch für die sogenannten Leerfahrten (An- und Abfahrten des Fahrers) angesetzt werden.

Werden jeden Arbeitstag verschiedene Verkehrsmittel benutzt, gewährt das Finanzamt pro Arbeitstag jedoch nur entweder die tatsächlichen Fahrtkosten oder aber die Entfernungspauschale. Eine Kombination ist nicht möglich.

Wird der Grad der Behinderung rückwirkend für mehrere Jahre erstmals festgestellt oder heraufgesetzt und werden Voraussetzungen für den oben genannten Ausgleich erfüllt, können Steuerbescheide für die zurückliegenden Jahre dem Finanzamt zur Korrektur eingereicht werden. Damit kann man entsprechend höhere Werbungskosten für die Fahrten zur Arbeitsstätte geltend machen.

Wer sich genauer über diese Regelung informieren möchte, kann sich an den VdK-Kooperationspartner, den Lohnsteuerhilfeverein „Steuerring“ wenden. Im Rahmen einer dortigen Mitgliedschaft erhalten Sie dort Unterstützung und sparen sich als VdK-Mitglied die Aufnahmegebühr.

Ida Schneider

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