13. Februar 2019

Mit dem Fahrdienst sicher ans Ziel

Fahrdienste für mobilitätseingeschränkte Menschen ermöglichen ein selbstbestimmtes Leben

Ob Arztbesuch oder Einkauf – für mobilitätseingeschränkte oder schwerbehinderte Menschen kann es sehr schwierig sein, an ihr Ziel zu gelangen. Wenn sie kein eigenes Fahrzeug lenken können oder der öffentliche Verkehr nicht barrierefrei nutzbar ist, sind sie auf die Unterstützung von Behindertenfahrdiensten angewiesen.

Auch das Deutsche Rote Kreuz bietet Spezialfahrzeuge für den Transport von Menschen mit Behinderung an. | © Jörg F. Müller/DRK


Damit Menschen mit Behinderung an der Gesellschaft teilhaben können, spielen Behindertenfahrdienste eine wichtige Rolle. Denn wer nicht an sein Ziel kommt, ist häufig von der Außenwelt isoliert. Der Behindertenfahrdienst hingegen fördert die Integration, ermöglicht Menschen mit Behinderung mehr Mobilität und letztlich auch ein möglichst selbstbestimmtes Leben.

Zu den größten Anbietern von Behindertenfahrdiensten gehören das Deutsche Rote Kreuz, die Johanniter, die Malteser sowie Arbeiter-Samariter-Bund. Die Fahrdienste für Menschen mit einer körperlichen oder geistigen Behinderung verfügen über eine Flotte von Spezialfahrzeugen und ermöglichen auch Menschen im Rollstuhl einen bequemen und sicheren Transport. Speziell ausgebildete Fahrer gehen auf die Bedürfnisse ihrer Fahrgäste ein.

Daneben verfügen fast alle Städte und größere Kommunen über rollstuhlgerechte Fahrzeuge, die Fahrten zu Krankenbehandlungen oder auch private Fahrten durchführen. Außerdem bieten viele private Fahrdienste oder Taxi-Unternehmen einen Service für Menschen mit Behinderung oder auch Senioren an.

Grundsätzlich sind Fahrdienste Leistungen der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung nach dem Sozialhilfegesetz. Aber es können auch andere Leistungsträger dafür zuständig sein.

Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt zum Beispiel Fahrkosten zur ambulanten Behandlung für Patienten, die einen Schwerbehindertenausweis mit dem Merkzeichen „aG“ (außergewöhnlich gehbehindert), „Bl“ oder „H“ oder einen Einstufungsbescheid in die Pflegegrade 3 bis 5 besitzen. Ein Arzt muss die Notwendigkeit der Beförderung durch Dritte bestätigen.

Darüber hinaus gibt es bei manchen Städten und Gemeinden auch Beförderungsgutscheine, wie zum Beispiel von der Stadt Mainz; Menschen mit Behinderung müssen sich ans Amt für soziale Leistungen wenden. Das Ziel dieses Services ist, behinderten Mitbürgerinnen und Mitbürgern die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben zu erleichtern.

Beim Sozialamt anmelden


Wer einen Schwerbehindertenausweis mit dem Vermerk „aG“ besitzt, kann in Mainz den Behindertenfahrdienst der Johanniter in Anspruch nehmen. Pro Quartal können maximal 14 Fahrten unternommen werden, zu denen eine Begleitperson mitgenommen werden darf.

Dazu müssen Berechtigte sich einmalig beim Amt für soziale Leistungen zur Aufnahme in die Adressdatei anmelden. Der Fahrdienst der Johanniter bringt Menschen mit einer Behinderung in Mainz sicher ans Ziel. Egal ob zum Arzt, zur Arbeit, zur Krankengymnastik oder einfach zum Treffen mit Freunden. Fragen Sie in Ihrer Stadt oder Gemeinde, ob diese Beförderungsgutscheine für Menschen mit Behinderung vergibt.

Ida Schneider

Schlagworte Fahrdienst | Behinderung | Transport

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