19. Juli 2016

Blutzuckermessung - keine Anrechnung auf Grundpflege

Das Landessozialgericht Schleswig-Holstein hat in seinem Urteil vom 26. April 2016 entschieden, dass Blutzuckermessungen und die Vergabe von zusätzlichen Insulindosen auch bei pumpengesteuerten Insulintherapien bei der Ermittlung des Grundpflegebedarfes unberücksichtigt bleiben. (Aktenzeichen L 7 P 6/14)

© Michael Horn/pixelio.de


Der 2005 geborene Kläger leidet seit seinem 3. Lebensjahr an Diabetes mellitus Typ 1. Er ist mit einer Insulinpumpe versorgt. Der Blutzucker unterliegt großen Schwankungen, daher müssen täglich zirka zehn Blutzuckermessungen durchgeführt werden, die im zeitlichen Zusammenhang mit der Nahrungsaufnahme aber auch unabhängig davon erforderlich sind.

Der Kläger begehrte einen Anspruch auf Leistungen der sozialen Pflegeversicherung. Die zuständige Pflegekasse lehnte jedoch den Antrag auf Berücksichtigung bei der Ermittlung des Grundpflegebedarfs ab. Das Sozialgericht folgte in der Vorinstanz dieser Entscheidung.

Das Landessozialgericht führte in seinem Urteil nochmals aus, dass die Kontrolle des Blutzuckers und die eventuelle Anpassung der Insulindosis nicht der Grundpflege zuzurechnen seien. Zudem seien sie mit Verweis auf die bereits gefestigte Rechtsprechung des Bundessozialgerichts nicht als "verrichtungsbezogene krankheitsspezifische Pflegemaßnahme" zu werten.

Hinweis: Ab 1. Januar 2017 gilt das neue Begutachtungsinstrument zur Ermittlung des Grads der Pflegebedürftigkeit. Blutzuckermessungen werden dann voraussichtlich dem Modul „Bewältigung von und selbständiger Umgang mit krankheits- und therapiebedingten Anforderungen und Belastungen“ zuzuordnen sein.

Claudia Landgraf

Schlagworte Insulin | Blutzuckermessung | Grundpflegebedarf

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VdK-Ratgeber-Pflege2017-Web (2).pdf (1,13 MB, PDF-Datei)

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