1. März 2015

Entlastung für Pflegebedürftige

Erweiterte Betreuungsleistungen seit 2015

Menschen mit beeinträchtigten Alltagskompetenz können „zusätzliche Betreuungsleistungen“ bei ihrer Pflegekasse beantragen. Bislang galt das nur für Demenzkranke, doch seit Anfang des Jahres wurden diese Leistungen auf alle Pflegebedürftigen ausgeweitet.

© imago/Sven Simon


Seit 2015 erhalten auch rein körperlich Pflegebedürftige bis zu 104 Euro im Monat. Mit diesem Geld bezahlen die Betroffenen zum Beispiel einen ambulanten Pflegedienst oder die so genannten „niedrigschwelligen Angebote“ – das sind zum Beispiel Haushalts- und Serviceangebote, Alltagsbegleiter oder qualifizierte ehrenamtliche Helfer. Darunter fallen beispielsweise Betreuungsgruppen für demenziell Erkrankte, Helferkreise zur stundenweisen Entlastung pflegender Angehörigen und Tagesbetreuung in Kleingruppen oder Einzelbetreuung. Dabei ist entscheidend, dass sie nach Landesrecht anerkannt sind. Wer möchte, kann übrigens auf einen Teil seiner Pflegesachleistungen verzichten und stattdessen auch niedrigschwellige Betreuungs- und Entlastungsangebote in Anspruch nehmen – allerdings nur in Höhe von höchstens 40 Prozent des Pflegesachleistungsbetrags.

Was bei der Beantragung zu beachten ist

Zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen müssen beantragt werden. Der Antragsteller reicht die entstandenen Kosten ein und bekommt sie erstattet, sofern alle Voraussetzungen erfüllt sind. Die Summe der Kostenerstattung ist auf 104 Euro monatlich gedeckelt. Abgerechnet wird zwischen Pflegebedürftigen und der Pflegekasse, nicht zwischen der Pflegekasse und dem Leistungserbringer.

Der Antragsteller muss entsprechende Belege beifügen; klar ersichtlich sollte sein, dass seine Ausgaben tatsächlich mit der Betreuungsleistung zusammenhängen. Eine Kostenerstattung wird abgelehnt, wenn die bezahlte Betreuungsleistung zusammen mit Leistungen der Grundpflege und hauswirtschaftlicher Versorgung angeboten wird; das gilt selbst dann, wenn die einzelnen Leistungen klar voneinander abgegrenzt sind.

Deshalb ist es wichtig, sich frühzeitig zu informieren, welche niedrigschwelligen Angebote anerkannt sind. Genauso sollten Betroffene, die statt einen Teil der Pflegesachleistung lieber ein Betreuungsangebot möchten, frühzeitig bei der Pflegekasse den entsprechenden Antrag stellen. Weitere Informationen geben die Pflegestützpunkte.

Rheinland-Pfalz verfügt über ein dichtes Netz von zirka 280 niedrigschwelligen Betreuungsangeboten; sie stehen im Internet unter www.sozialportal.rlp.de/de/angebote-fuer-aeltere-und-pflegebeduerftige-menschen/betreuungsangebote-ehrenamt.html.

Ida Schneider

Schlagworte Pflege | Betreuungsleistung | niederschwellige Angebote

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