WM der Hundesportler mit Behinderung vom 31. August bis 3. September

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Mittwoch, 23.08.2006

WM der Hundesportler mit Behinderung vom 31. August bis 3. September

"Es kommt darauf an, was man daraus macht"

2006 ist das Jahr der Weltmeisterschaften: Während die FIFA-Fußball-WM und die WM für Fußballer mit Behinderung in Deutschland fast alle in diesem Sommer auf Trab hielten, wird in den Niederlanden abseits des Medienrummels eine besondere Weltmeisterschaft stattfinden. Der ParAgility World Cup (PAWC) ist die WM für Hundesportler mit Behinderungen.

Vom 31. August bis 3. September treffen sich internationale Hundehalter mit Behinderungen im holländischen Amersfoort. Dort zeigen die Teilnehmer aus ganz Europa nun bereits zum fünften Mal, dass jeder - ob Rollstuhlfahrer, Kleinwüchsiger oder Gehbehinderter - diesen Sport betreiben kann. "Es kommt nicht darauf an, was man hat, sondern was man daraus macht!", sagt die Initiatorin der Meisterschaft, Susan Rekveld.

Wie alle anderen Hundeführer akzeptiert

Die Niederländerin und Rollstuhlfahrerin hatte 1996 mit ihrem damaligen Hund Cindy mit dem Sport begonnen. "Nach vielen Trainingsstunden haben wir das Agility-Diplom geschafft und konnten an den landesweiten Wettkämpfen teilnehmen. Ich war die einzige Rollstuhlfahrerin, aber ich wurde sofort wie alle anderen Hundeführer akzeptiert", erzählt Rekveld.

Dass sie sich dennoch für einen eigenen Wettbewerb eingesetzt hat, hat mehrere Gründe. "Ein Problem in diesem Sport ist für uns die Geschwindigkeit des Hundeführers. Mit meinem elektrischen Rollstuhl bin ich langsamer als schnell laufende Hundeführer", berichtet die Niederländerin. Der Boden draußen sei oft uneben, daher sei es für Rolli-Fahrer wie sie nicht immer möglich, an allen Wettkämpfen teilzunehmen. Viel besser seien dagegen Hallen mit Teppichbelag.

Und auch die Hunde von Sportlern mit Behinderungen unterscheiden sich von ihren "Mitwerbern" der Hundeführer ohne Handikap. "Meine Hunde bleiben am liebsten in meiner Nähe, weil sie mir immer zu Hilfe kommen und sehr auf mich fixiert sind. Auch das ist in diesem Sport ein Handikap. Es ist darum sehr wichtig, dass man den Hund voranschicken kann, sodass dieser selbstständig den Weg läuft. Das bedeutet mehr Training und sorgt für eine extra Herausforderung", so Susan Rekveld.

Beim ParAgility World Cup gibt es insgesamt drei Läufe: das so genannte "Jumping", also Springen, und zwei weitere A-Läufe. Die Teilnehmer starten in den vier Kategorien elektrischer Rollstuhl, handbetriebener Rollstuhl, Gehbehinderung und sonstige Behinderung. Jeder Gewinner seiner Kategorie erhält einen Preis.

Bei der PAWC steht besonders das Miteinander nach dem Motto "Dabei sein ist alles, denn Sieger sind alle irgendwie!" im Vordergrund. "Es treibt einem vor Rührung die Tränen in die Augen", sagt Ursula Reising, die auch in diesem Jahr wieder in Holland als Zuschauerin ihre Kollegen anfeuern wird. Auch sie begeistert sich für den Hundesport, den sie mit ihrem Mischlings-Schnauzer Janosch ausübt.

Zeitgleich zur PAWC findet die Internationale Meisterschaft für Mischlingshunde (IMCA) statt. Die "Mischlings-WM" gibt es bereits seit sechs Jahren. Sie verläuft nach den gleichen Regeln wie die "normale" Weltmeisterschaft für Hundebesitzer, die "FCI" (Fédération Cynologique Internationale), mit Einzel- und Mannschaftswettbewerben. Angefangen hat alles in Italien, ursprünglich war sie nur offen für Mischlinge, die nicht bei der FCI-WM starten dürfen. Mittlerweile sind jedoch alle Hunde zugelassen. (tsc)

Info
Mehr Informationen in englischer und teilweise auch in deutscher Sprache finden Sie auf www.para-agility.nl

VdK-Pressemitteilung

 

Publikation

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