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70 Jahre VdK Wüsting

70 Jahre VdK Ortsverband Wüsting 1947 - 2017

Als im Mai 1945 der Krieg endlich vorbei war, standen in Deutschland die Menschen vor einem Trümmerhaufen. Vieles war zerstört, viele Wohnungen und Häuser sowie Brücken, Eisenbahnstrecken und auch Straßen. Die Bevölkerung stand praktisch bei Null. Aber es musste weiter gehen. So wurden Trümmer beseitigt und Schäden behoben, man musste ja sehen, dass man wieder ein Dach über dem Kopf bekam. Die Beseitigung der Schäden blieb anfangs nur den Frauen überlassen, denn der Großteil der Männer war noch in Gefangenschaft. Viele waren aber auch im Krieg gefallen, in der Gefangenschaft oder blieben vermisst. Aber auch viele, die zurückkamen waren schwer geschädigt und nicht in der Lage, schwere körperliche Arbeit zu verrichten. Schlimm war auch die Zuteilung des Essens, welches recht mäßig war und fast überall wurde gehungert. Nur die Menschen auf dem Lande konnten sich noch einigermaßen versorgen. Durch die Hungersnot in den Städten versuchten die dortigen Bewohner die spärlich geretteten Gegenstände gegen Lebensmittel einzutauschen.
So taten sich dann Kriegerwitwen, Waisen und Kriegsbeschädigte zusammen, um mit vereinten Kräften etwas gegen ihr Schicksal zu unternehmen. Die Kriegsopferversorgungen aus dem 1. Weltkrieg gab es nicht mehr, sie war von den Siegermächten verboten worden. Auch ehemalige Soldaten der Deutschen Wehrmacht durften sich nicht zusammenschließen. Also musste ein anderer Weg gefunden werden und man schloss sich zunächst unter dem Zeichen des Roten Kreuzes zusammen. Im Jahre 1947 wurde in der Gaststätte Buchholz dann eine Untergruppe des Roten Kreuzes gegründet. Damit war der Grundstein für den heutigen VdK Ortsverband Wüsting gelegt. In Oldenburg gab es zu der Zeit eine Geschäftsstelle des Roten Kreuzes, die sich bereits um rechtliche Angelegenheiten der Mitglieder kümmerte. Zunächst hatte man einen schweren Stand, denn es gab noch fast keine Gesetze und Richtlinien für die Versorgung der Hinterbliebenen und Kriegsbeschädigten. Alles musste noch geschaffen werden. Im Ortsverband versuchte man das normale Leben wieder herzustellen. Zu Weihnachten 1947 wurde eine Sammlung durchgeführt und der Erlös an Bedürftige verteilt. Solche Sammlungen wurden dann wiederholt, z. B. im Herbst 1948 für die Instandsetzung des Kriegerdenkmals und für das Rote Kreuz. Aber die Menschen wollten auch wieder unterhalten werden. Bereits im April 1948 wurde eine bunten Abend mit einem Theater-stück vom Heimatverein Wöschenland "Grot Reinemaken" aufgeführt. Anschließend spielte die Kapelle Schütte kostenlos zum Tanz auf. Die Familie Buchholz hatte den Saal zur Verfügung gestellt.
Auch die Schaffung von Gesetzen kam in Bewegung. So wurde im Juli 1948 aus der Geschäftsstelle in Oldenburg mitgeteilt, dass Rentenanträge und Anträge auf Waisenversorgung gestellt werden können. Vor-gesehen war damals, dass Kriegerwitwen 80,00 bis 100,00 DM und Waisen 20,00 DM erhalten sollten. Bedürftige konnten auch einen Antrag auf Zuschuss für Winterfeuerung stellen. Eine Steuerermäßigung für Beschädigte und Hinterbliebene konnte beim Finanzamt beantragt werden und es gab eine Krankenversorgung für Beschädigte und Rentner.
Im Sommer 1949 fand dann die erste Umbenennung des Verbandes statt. Man nannte sich jetzt "Deutscher Kriegsopferverband". Diese Organisation hatte 1949 in Deutschland ca. 800.000 Mitglieder. In einer Versammlung am 25.02.1950 taucht dann zum ersten Mal der Name "VdK" auf.
In alten Protokollen aus den vergangenen 70 Jahren ist immer wieder von Veränderungen in der Gesetzgebung zu lesen, für die der VdK sich für seine Mitglieder eingesetzt hat. Im Ortsverband wurden seit 1948 jährlich verschiedene Veranstaltungen, vom Tanzvergnügen über Tagesausflüge bis hin zu Urlaubsfahrten angeboten und auch angenommen.
So hat sich der VdK entwickelt vom damaligen reinen Kriegsopferverband zum heutigen "Sozialverband VdK". Mit über 1,8 Millionen Mitgliedern in Deutschland bildet der VdK eine solidarische Gemeinschaft und eine starke Lobby für Menschen, die Hilfe brauchen und benachteiligt sind.
Dass im Sozialverband VdK ? Ortsverband Wüsting ? ein reges und aktives VdK-Leben herrscht, zeigt nicht nur die positive Mitgliederstatistik, sondern spiegelt sich auch in den Berichten über Veranstaltungen und Reisen wieder.
Vorsitzende in den vergangenen 60 Jahren waren: im Gründungsjahr 1948 Rudolf Bümmerstädt, von Januar1949 bis April 1974 Adolf Reinken, von Mai 1974 bis Dezember 1988 Erich Mönnich und seit Februar 1989 Gunda Menkens. Zum Vorstand gehören heute weiter
die stellv. Vorsitzende Marga Schütte, der Schriftführer Hans-Günter Ostermann und die Kassenverwalterin Rita Asche.
Die 70-Jahr-Feier des VdK Ortsverbandes Wüsting, die am 21. Mai 2017 mit einem bunten Nachmittag begangen wurde, findet in einer Zeit statt, in der die Probleme in der Sozialpolitik nicht weniger geworden sind. Über den Umbau des Sozialstaates wird viel geredet und geschrieben. Dabei wird deutlich, dass maßgebliche Kräfte in Wirtschaft und Politik eigentlich einen Abbau und nicht den Umbau des Sozialstaates betreiben. Das dürfen und wollen wir nicht zulassen. Der Sozialverband VdK war, ist und bleibt ein Mahner und Garant dafür, dass Solidarität nicht zum Fremdwort wird und es nicht zu einer Zwei-Klassen-Gesellschaft bzw. zu einem Generationenkonflikt zwischen jung und alt kommt. Dafür werden wir kämpfen!

Jubiläum

Vorstand und Ehrengäste© G. Menkens

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  1. Jubiläum | © G. Menkens

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