Url dieser Seite: http://vdk.de/ov-wilhermsdorf/ID237543
Sie befinden sich hier:
  • Startseite
  • >
  • Wer übernimmt die Kosten für das Pflegeheim?

Der VdK Ortsverband Wilhermsdorf lud zu einer Info-Veranstaltung

Im Rahmen des monatlichen Kaffeenachmittages des VdK Ortsverbandes Wilhermsdorf konnte Vorsitzende Gisela Zollhöfer nicht nur zahlreiche Mitglieder und Gäste begrüßen, sondern auch Norbert Hahn, Verwaltungsrat des Sozialreferates vom Bezirk Mittelfranken.
Da sich sicherlich viele ältere Menschen bereits Gedanken gemacht haben, was passiert, sollte man eines Tages Pflege benötigen, sollte die Infoveranstaltung aufklären, wie es mit der Finanzierung aussieht, erklärte die Vorsitzende.

Unsere Zeitung 4. Ausgabe 2019

© Ketzko

Nobert Hahn machte gleich zu Beginn der Veranstaltung deutlich, dass jeder der Hilfe braucht, diese auch bekommen würde und wenn man sich kein Pflegeheim leisten kann, dafür der Bezirk Mittelfranken zuständig sei. Aber der Staat hilft nicht bei der Finanzierung, wenn man sich selbst helfen kann oder wenn Angehörige dies können. Norbert Hahn klärte über die anfallenden Kosten bei den verschiedenen Pflegegraden auf, die weit über 3000 Euro betragen können und, dass von der Pflegeversicherung nur bis zu 2005 Euro dazu bezahlt werden. Für den restlichen Betrag müssen die Pflegebedürftigen ihre Rente oder bestehendes Vermögen einsetzen. Zum Vermögen zählen auch Wertgegenstände wie Schmuck, Münzen oder Kunstgegenstände. Bei alleinstehenden Menschen muss die komplette Rente eingesetzt werden, bei Ehepaaren wird je nach finanzieller Lage individuell berechnet, da ja auch der Partner, der sich nicht im Heim befindet, versorgt sein muss. Für den nicht pflegebedürftigen Partner muss also mindestens der Hartz4-Satz übrigbleiben. Außerdem gibt es Freibeträge, die nicht angegriffen werden müssen und wenn man Geld für die Beerdigung angelegt hat, dann darf man dieses ebenfalls behalten. Da es oft Gerüchte gibt, dass ein Ehepartner Haus oder Wohnung verkaufen musste, wenn der Partner in ein Pflegeheim muss, stellte Norbert Hahn klar, dass er dies bisher noch nicht erlebt hat. Wenn jedoch niemand mehr im Eigenheim lebt, dann muss dieses natürlich ebenfalls für die Heimkosten berücksichtigt werden. In die Berechnung einfließen würden auch Ansprüche aus Verträgen, zum Beispiel, wenn jemand sein Haus an die Kinder übergeben hat und sich ein Wohnrecht, oder Pflege und Verköstigung gesichert hat. Dies gilt jedoch nur dann, wenn die Übergabe länger als zehn Jahre zurückliegt. Wenn die zehn Jahre noch nicht vorbei sind, muss man alles was man verschenkt hat, Sach- oder Geldwerte, wieder zurückverlangen.
Eine weitere Möglichkeit zur Heimfinanzierung sind Unterhaltsansprüche gegenüber Kindern. Wieviel und ob die Kinder etwas dazu bezahlen müssen, wird anhand eines komplizierten Berechnungsmodells individuell ermittelt.
Wenn also bei einem Pflegebedürftigen die Rente nicht reicht und kein Vermögen oder Kinder da sind, die dazu zahlen müssen, dann übernimmt der Bezirk den restlichen Betrag und zahlt dem Heimbewohner zusätzlich für persönliche Bedürfnisse ein monatliches Taschengeld in Höhe von 114 Euro aus. Der Bezirk hilft derzeit knapp 6800 Menschen die Sozialhilfe erhalten, mit einem Betrag von über 110 Millionen Euro jährlich. Für Fragen stand Nobert Hahn im Anschluss an seinen Vortrag gerne zur Verfügung.
Gisela Zollhöfer dankte dem Verwaltungsrat abschließend, für die hervorragende Aufklärung und überreichte ein kleines Geschenk.

Unsere Zeitung 4. Ausgabe 2019

© Ketzko

Bildrechte einblenden

Bildrechte auf der Seite "https://www.vdk.de/ov-wilhermsdorf/ID237543":

  1. Unsere Zeitung 4. Ausgabe 2019 | © Ketzko
  2. Unsere Zeitung 4. Ausgabe 2019 | © Ketzko

Liste der Bildrechte schließen