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VdK Presse Info

VdK: „Wir brauchen endlich gute Renten, keine Altersarmut“

Aktuelle Zahlen zeigen: Mehr als 10 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte haben zuletzt weniger verdient, als dies dauerhaft für eine ausreichende Rente nötig wäre. So brauchte man 2018 ein Jahresentgelt von mehr als 23.000 Euro brutto, um nach 45 Jahren eine Rente zu erhalten, die über der Grundsicherung liegt. Diese Zahlen kommentiert Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, wie folgt:
„Mehr als 10 Millionen Arbeitnehmer verdienen so wenig, dass es bei ihnen nicht für eine gute, ausreichende Rente im Alter reichen wird. Darin zeigt sich ein enormer Mangel an Respekt gegenüber hart arbeitenden Menschen und ist ein Skandal, den wir nicht hinnehmen. Das gesetzliche Rentensystem muss Altersarmut verhindern und Menschen im Alter soziale Sicherheit bieten. Diejenigen Menschen, die jahrzehntelang gearbeitet und Leistung erbracht haben können wir nicht mit gutem Gewissen zur Tafel schicken, um satt zu werden. Nur eine starke, solidarische und nachhaltige staatliche Alterssicherung sorgt für ein Leben im Alter ohne Armut.
Wir brauchen endlich gute Renten, keine Altersarmut. Gegen diese schützt auch die Grundrente, bei der sich die Regierungskoalition endlich einig werden muss. Die Grundrente ist eine Frage der sozialen Gerechtigkeit, denn sie ist der Ausdruck von Respekt vor einer lebenslangen Leistung.
Um Altersarmut zu verhindern, müssen wir auch bei den aktuellen Gehältern und Löhnen der Arbeitnehmer ansetzen. Deutschland ist eines der reichsten Länder weltweit und hat dennoch einen der niedrigsten gesetzlichen Mindestlöhne in Westeuropa. Das muss sich ändern. Wir brauchen einen Mindestlohn von mindestens 12 Euro, außerdem muss es wieder selbstverständlich werden, dass Arbeitnehmer nach Tarif bezahlt werden. Wir brauchen also wieder eine stärkere Tarifbindung in der Arbeitswelt. Und nicht zu vergessen: Prekäre Beschäftigungsverhältnisse wie Minijobs, Teilzeittätigkeiten oder befristete Arbeitsverträge müssen reduziert werden.“

Wir brauchen jetzt eine Wende in der Rentenpolitik!“

Eine neue Studie der Bertelsmann Stiftung und des DIW Berlin zur Entwicklung der Altersarmut in Deutschland prognostiziert für die Zukunft ein stark zunehmendes Risiko für Armut bei Seniorinnen und Senioren. Bis 2039 könnte mehr als jeder fünfte Rentner von Altersarmut betroffen sein, so die Autoren der Studie. Dies kommentiert Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, wie folgt:

„Die Studie zeichnet ein düsteres Bild von der Zukunft vieler heutiger Arbeitnehmer. 2039 könnten über 20 Prozent von ihnen von Altersarmut betroffen sein. Solche Szenarien sind für uns als Sozialverband VdK leider nur allzu realistisch – wenn wir nicht endlich die Weichen in der Rentenpolitik anders stellen. Es braucht dabei ein ganzes Bündel an Maßnahmen.

Die Regierungskoalition muss zum einen endlich ihren Streit über die Grundrente beenden. Wer jahrzehntelang gearbeitet, Kinder erzogen oder Angehörige gepflegt hat, hat eine ausreichende Rente verdient. Ohne „Wenn“ und „Aber“. Das reduziert nicht nur die Armut im Alter, sondern hat auch etwas mit Respekt vor der Lebensleistung dieser Menschen zu tun.

Zudem bestätigt die Studie, dass es auch zukünftig viele Rentnerinnen und Rentner geben wird, die auf Grundsicherung im Alter angewiesen sind. Für sie brauchen wir einen Freibetrag in der Grundsicherung von bis zu 212 Euro im Monat. Auch eine vom VdK beauftragte Studie zeigt, dass ein solcher Freibetrag ein wirksames Mittel im Kampf gegen Altersarmut ist. Rentner müssen von ihrer Rente im Geldbeutel etwas übrig haben, auch wenn sie auf Grundsicherung angewiesen sind. Das haben sie sich verdient.

Es gibt noch eine Gruppe, die in der Studie nicht im Fokus steht, aber häufig von Altersarmut betroffen ist: Und zwar Menschen, die wegen einer Krankheit nicht mehr arbeiten können. Diese müssen wir mit einer reformierten Erwerbsminderungsrente endlich zuverlässig und ausreichend absichern. Auf eine solche Absicherung warten Millionen erwerbsgeminderter Menschen. Der VdK fordert für diese Menschen endlich die Abschläge auf ihre Erwerbsminderungsrenten von bis zu 10,8 Prozent abzuschaffen.“
Möchten Sie mehr über unsere rentenpolitischen Positionen erfahren? Besuchen Sie gern die Seite zu unserer aktuellen Kampagne Rentefüralle.

VdK: „Kinder mit Behinderung brauchen mehr Hilfe“

Heute wird unter dem Motto „Wir Kinder haben Rechte!“ der Weltkindertag begangen. Dies kommentiert Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, wie folgt:
„Kinder mit Behinderung sind eine Bereicherung für Familien und die Gesellschaft insgesamt. Sie brauchen aber mehr gesellschaftliche Akzeptanz. Kinder mit Behinderung haben keine Defizite oder Mängel, sondern leben ein Leben, das genauso lebenswert und schön ist wie ein Leben ohne eine Behinderung.
Was Kinder mit Behinderung und ihre Familien brauchen, ist mehr Unterstützung in ihrem Alltag. So darf zum Beispiel ein Kind mit einer Behinderung für eine Familie keine zusätzliche finanzielle Belastung bedeuten und die Familie an den Rand der Armut bringen. Alles, was ein Kind mit Behinderung braucht, um ein gutes Leben zu führen, muss von den verschiedenen Trägern finanziert und bereitgestellt werden. Kämpfe um Hilfsangebote oder Betreuungsleistungen für Kinder mit Behinderung, wie es aktuell nicht selten ist, darf es nicht geben. Kinder mit Behinderung und ihre Familien haben ein Recht auf die Hilfe und Solidarität der Gesellschaft.“

Der Sozialverband VdK begrüßte das Konzept der Grundrente

, #KASTEN{das Bundesarbeits- und Sozialminister Hubertus Heil aktuell vorgelegt hat. Demnach könnten Rentnerinnen und Rentner, die mindestens 35 Beitragsjahre in der Rentenversicherung vorweisen können und deren Rente unter 896 Euro liegt, einen Zuschlag erhalten. Die maximale Aufwertung könnte 447 Euro betragen. VdK-Präsidentin Verena Bentele kommentiert das Konzept wie folgt:
"Der Sozialverband VdK Deutschland begrüßt das neu vorgelegte Konzept zur Grundrente. Der Verband hat sich seit langem dafür stark gemacht, dass die Rente von Geringverdienern aufgestockt wird. Arbeitnehmer müssen nach einem Leben voller Arbeit die Sicherheit haben, eine Rente oberhalb des Grundsicherungsniveaus zu erhalten. Die Lebensleistung dieser Personen muss sich auch in einer ausreichenden Rente widerspiegeln. Deshalb ist es wichtig und richtig, dass niedrige Renten nun aufgewertet werden sollen. Der VdK kritisiert aber die starren Zugangsvoraussetzungen von 35 Beitragsjahren und dass Zeiten von Arbeitslosigkeit nicht berücksichtigt werden sollen.
Auch unterstützt der VdK die geplante Finanzierung der Grundrente aus Steuermitteln. Es ist eine Aufgabe der gesamten Gesellschaft, Rentner mit niedrigen Renten zu unterstützen, die ihr Leben lang hart gearbeitet haben. In diesem Zusammenhang fordert der VdK auch eine Reform der aktuellen Steuerpolitik. Es braucht mehr Umverteilung von oben nach unten, indem beispielsweise der Spitzensteuersatz angehoben wird. Zudem müssen Vermögende und reiche Erben stärker besteuert werden.
Langfristig muss es jedoch das Ziel sein, dass die Zahl der Bezieher einer solchen geplanten Grundrente zurückgeht. Dazu braucht es mehr Tarifbindung mit anständigen Löhnen und eine Erhöhung des Mindestlohns auf über 12 Euro, damit jeder nach einem Leben voller Arbeit automatisch eine Rente oberhalb der Grundsicherung erhält.“

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