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Pflegeversicherung - Leistung

Vorab unser Tipp: Denken Sie über den zusätzlichen Abschluss einer privaten Pflegeversicherung nach, als erstes über den Abschluss einer "Bahr - Pflegeversicherung" wo es einen gesetzlichen Zuschuss von € 5,00 pro Person/Monat gibt!

Die wichtigsten Leistungen der gesetzlichen "Sozialen Pflegeversicherung" (SGB XI)
Mit Einführung des Pflegestärkungsgesetz 1, das am 01.01.2015 in Kraft getreten ist, gibt es die unten aufgeführten erhöhten und erweiterten Leistungen.

Überblick:
1. Pflegegeld
2. Pflegegeld bei Demenz
3. Betreuungsleistungen, zusätzliche
4. Pflegesachleistung
5. Pflegesachleistung bei Demenz
6. Tages-/ Nachtpflege
7. Tages-/ Nachtpflege mit Demenz
8. Kurzzeitpflege
9. Verhinderungspflege
10. Vollstationäre Pflege - ob mit oder ohne Demenz -
11. Pflege in vollstationären Einrichtungen der Hilfe für behinderte Menschen
12. Zusätzl. Leistungen für Pflegebedürftige in ambulant betreuten Wohngruppen
13. Pflegehilfsmittel
14. Wohnumfeldverbessernde Massnahmen
15. Zehntägige Freistellung
16. Sechs Wochen Pflegeauszeit
17. 24 Monate Familienpflegezeit
18. Leistungen zur sozialen Sicherung der Pflegeperson

Alle Leistungen werden nur auf Antrag gewährt. Antragsberechtigt ist ausschließlich der Pflegebedürftige. Pflegegeld und/oder Pflegesachleistungen werden bezahlt, wenn der/die Pflegebedürftige zu Hause ist, d. h. wenn er/sie sich nicht im Pflegeheim befindet.
Ist der/die Pflegebedürftige im Pflegeheim in vollstationärer Pflege, werden weder Pflegegeld noch Pflegesachleistungen gewährt.

Die Leistungen im Einzelnen, die monatlich bezahlt werden, ausgenommen Kurzzeitpflege bis zu 4 Wochen und Verhinderungspflege bis zu 6 Wochen und ausgenommen Punkt 15

  • alle Beträge in EURO:

1. Pflegegeld - nur bei häuslicher Pflege (§ 37 SGB XI):
Pflegestufe I .. bis zu 244,-
Pflegestufe II . bis zu 458,-
Pflegestufe III .bis zu 728,-

2. Pflegegeld bei eingeschränkter Alltagskompetenz (Demenz)

  • nur bei häuslicher Pflege (§§ 37, 123 SGB XI):

Pflegestufe 0 . bis zu 123,-
Pflegestufe I .. bis zu 316,-
Pflegestufe II . bis zu 545,-
Pflegestufe III .bis zu 728,- (gleicher Betrag wie oben ohne Demenz)

3. Zusätzliche Betreuungs- (und Entlastungs-) Leistungen (§ 45b SGB XI):
Pflegestufe I, II oder III bis zu 104,-
(ohne erheblich eingeschränkte Alltagskompetenz)
Pflegestufe 0, I, II oder III bis zu 104,-
(mit dauerhaft erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz)
Pflegestufe 0, I, II oder III bis zu 208,-
(mit dauerhaft erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz, der zur Inanspruchnahme des erhöhten Betrages berechtigt)

4. Pflegesachleistungen - nur bei häuslicher Pflege (§ 36 SGB XI):
Pflegestufe I .. bis zu. 468,-
Pflegestufe II . bis zu 1.144,-
Pflegestufe III. bis zu 1.612,-
Härtefall ......... bis zu 1.995,-

5. Pflegesachleistungen bei eingeschränkter Alltagskompetenz (Demenz)

  • nur bei häuslicher Pflege (§§ 36, 123 SGB XI):

Pflegestufe 0 ... bis zu .. 231,-
Pflegestufe I .... bis zu .. 689,-
Pflegestufe II ... bis zu 1.298,-
Pflegestufe III .. bis zu 1.612,-
Härtefall.............bis zu 1.995,-

Es werden entweder Pflegegeld oder Pflegesachleistungen oder eine Kombination von beidem gewährt, jedoch nicht beides in voller Höhe! Wer den vollen Satz der Pflegesachleistung in Anspruch nimmt, erhält kein Pflegegeld und umgekehrt.
Hinweis: Pflegesachleistungen sind Leistungen, die durch mobile Pflegedienste erbracht werden. Anders ausgedrückt: Eine Pflegekraft, z.B. vom Sozialdienst, kommt in die Wohnung des Pflegebedürftigen und hilft.
Die Pflegedienste haben Preislisten, auf denen die Preise der einzelnen Leistungen aufgeführt sind. Jede/r Pflegebedürftige kann eine solche Liste erhalten. Die monatlich erbrachten Leistungen werden durch den Pflegedienst direkt mit der Pflegekasse abgerechnet.
Ein Beispiel für eine Kombination von Pflegesachleistung und Pflegegeld:
In der Pflegestufe II werden Pflegesachleistungen - siehe oben unter 4. ohne Demenz -
in Höhe von 801,- in Anspruch genommen, das sind 70 v. H. von 1.144,-.
Nun werden vom Pflegegeld 30 v. H., das sind 137,- ( 30 v. H. von 458,-) von der Pflegekasse an die/den Pflegebedürftige/n vergütet.

6. Teilstationäre Leistungen der Tages-/ Nachtpflege - ohne Demenz - (§ 41 SGB XI):
Leistungen wie bei Pflegesachleistungen
Pflegestufe I ...bis zu ...468,-
Pflegestufe II . bis zu 1.144,-
Pflegestufe III . bis zu 1.612,-
Pflegebedürftige können teilstationäre Tages- und Nachtpflege zusätzlich zu ambulanten Pflegesachleistungen, Pflegegeld oder der Kombination nach § 38 in Anspruch nehmen, ohne dass eine Anrechnung auf diese Ansprüche erfolgt (§ 41 Abs. 3 SGB XI).

7. Teilstationäre Leistungen der Tages-/Nachtpflege mit Demenz :
Pflegestufe 0 bis zu . 231,-
Pflegestufe I bis zu .. 689,-
Pflegestufe II bis zu 1.298,-
Pflegestufe III bis zu 1.612,-

8. Kurzzeitpflege (§§ 42, 45a SGB XI): Der Anspruch auf Kurzzeitpflege ist auf 4 Wochen (28 Tage) pro Kalenderjahr beschränkt.
Pflegestufe 0 (mit Demenz) bis zu 1.612,-
Pflegestufe I, II oder III bis zu 1.612,-
Der Gesetzgeber hat bei der Kurzzeitpflege keine unterschiedlichen Beträge für die einzelnen Pflegestufen festgesetzt.
Wichtiger Hinweis: Die 28 Tage können nur dann ausgenutzt werden, wenn die Kurzzeitpflege pro Tag € 57,57 oder weniger kostet.
Sind die Kosten der Kurzzeitpflege höher als € 57,57 dann beinhalten die € 1.612,- eben weniger als 28 Tage.

9. Verhinderungspflege (§§ 39, 45a SGB XI): Pflege bei Verhinderung einer Pflegeperson durch Personen, die keine nahen Angehörigen sind - nicht bis zum zweiten Grad verwandt oder verschwägert sind und nicht mit ihm in häuslicher Gemeinschaft leben.
Der Anspruch auf Verhinderungspflege ist auf 6 Wochen pro Kalenderjahr beschränkt

  • 2 Wochen mehr als bei der Kurzzeitpflege.

Pflegestufe 0 (mit Demenz) bis zu 1.612,-
Pflegestufe I, II oder III bis zu 1.612,-
Hinweis: § 39 ist neu gefasst worden; unter bestimmten Voraussetzungen wird auch Pflegegeld bezahlt. Auskunft dürfte Ihre Pflegekasse geben können.

10. Leistungen im Pflegeheim (vollstationäre Pflege) - ob mit oder ohne Demenz - (§ 43 SGB XI):
Pflegestufe I . 1.064,-
Pflegestufe II. 1.330,-
Pflegestufe III 1.612,-
Härtefall ........ 1.995,-

11. Pflege in vollstationären Einrichtungen der Hilfe für behinderte Menschen Pflegestufe I, II, III 266,-

12. Zusätzl. Leistungen für Pflegebedürftige in ambulant betreuten Wohngruppen (§ 43a SGB XI):
Pflegestufe 0 205,- (mit Demenz)
Pflegestufe I, II, oder III 205,-.

13. Pflegehilfsmittel (§ 40 Abs. 2 SGB XI):
Pflegestufe 0 40,- (bei Demenz)
Pflegestufe I, II oder III 40,-

14. Wohnumfeldverbessernde Massnahmen - einmalige Zahlung - (§ 40 Abs. 4 SGB XI):
Pflegestufe 0 (mit Demenz) Euro 4.000,- (bis 16.000,- Euro, wenn mehrere Anspruchsberechtigte zusammen wohnen)
Pflegestufe I, II oder III........Euro 4.000,- (bis 16.000,- Euro, wenn mehrere Anspruchsberechtigte zusammen wohnen).

15. Zehntägige Freistellung Bezahlte zehntägige Freistellung für Arbeitnehmer, die im Falle plötzlicher Pflegebedürftigkeit die Pflege eines nahen Angehörigen organisieren müssen.

16. Sechs Wochen Pflegeauszeit Anspruch auf sechs Wochen Pflegeauszeit - statt bisher nur 4 Wochen -
(Ersatz- bzw. Verhinderungspflege), wenn pflegende Angehörige wegen Urlaub oder Krankheit/Kur pausieren wollen/müssen.

17. 24 Monate Familienpflegezeit Rechtsanspruch auf 24 Monate Familienpflegezeit, in denen Wochenarbeitszeit auf bis zu 15 Stunden reduziert werden kann, um nahen Angehörigen zu pflegen, aber nur in Betrieben mit mindestens 25 Beschäftigten.

18. Leistungen zur sozialen Sicherung der Pflegeperson (§ 44 SGB XI) Unter den Bedingungen des § 44 zahlt die Pflegekasse für die Pflegeperson Beiträge an die Rentenversicherung.

Noch ein wichtiger Hinweis: Bei Tagespflege, Kurzzeitpflege, Verhinderungspflege und vollstationärer Pflege gehen die Kosten für "Kost und Logis" zu Lasten des Pflegebedürftigen.
Die Pflegeversicherung ist keine "Vollversicherung", sondern eine "Pflege"-Versicherung, die nur die Kosten der (Grund-) Pflege bis zu den gesetzlich festgesetzten Höchstbeträgen übernimmt. Die Kosten für Essen und Wohnen müssen die Pflegebedürftigen grundsätzlich selbst bezahlen.
Sind die Kosten höher als die gesetzlich festgesetzten Höchstbeträge der Pflegeversicherung, so muss die Differenz der Pflegebedürftige selbst bezahlen - so weit er kann; kann er nicht, so sind seine Kinder an der Reihe; hat er keine Kinder oder können die Kinder die Mehrkosten auch nicht übernehmen, ist das Sozialamt an der Reihe.
Versicherte haben gegenüber ihrer Pflegekasse oder ihrem Versicherungsunternehmen Anspruch auf Pflegeberatung.
Informationen gibt es bei den Pflegekassen und den Pflegestützpunkten.

Als Mitglied des Sozialverbandes VdK Deutschland, Landesverband Baden-Württemberg, erhalten Sie kostenlos ausführliche Beratung im Kreis Rottweil bei

Sozialverband VdK SRgGmbH
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Öffnungszeiten des Sekretariats
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14:00 - 15:30 Uhr
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0741 175 2625-0

Copyright und Verfasser: Erhard Schöpflin, VdK Ortsverband Schopfheim

Stand: 14. Januar 2015, ergänzt 24.02.2015 - Irrtum vorbehalten.

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